Bevor sich die Zeiten ändern! - Teil 2.2

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Samstag, 02.05.2026


Leider heißt es heute auch schon wieder auschecken und damit ade „room with a view“. Hoffentlich bis bald mal wieder. Eigentlich war es auch anders geplant, sollte doch heute noch ein voller Fototag werden und es erst irgendwann am morgigen Sonntag heim gehen. Aber das Wetter hat anders entschieden. Schon an diesem Samstag sollen von Westen her Wolken und später Regen aufkommen.

Und ist der Himmel beim ersten Blick nach draußen auch noch schön blau, schmiert es sich wenig später von Minute zu Minute mehr an. Dieser Siff wird auch den ganzen Tag über am Himmel bleiben, dafür lassen sich die Wolken wenigstens Zeit. Ein Kompromiss, mit dem ich durchaus leben kann.

Das Startprogramm steht ja schon fest: SNCF Wale am Einfahrtssignal in, na wo schon, richtig, in Winden (Pfalz). Und obwohl ich bis dahin genug Spielraum hätte, um mal so richtig rumzutrödeln, bin ich heute Morgen überaus flott und effektiv unterwegs.

Um einiges früher als nötig, marschiere ich daher auch wieder vom Bahnhof in Richtung Signal hinaus und komme dort, lustigerweise, genau zur gleichen Zeit an, wie der Fotokollege von gestern. Und auch ein Dritter gesellt sich noch dazu. Sportlich mit dem Rad unterwegs und eindeutig Einheimischer. Hätte ihn nicht der Dialekt verraten, hätte man es nach kurzem Gespräch an seinen Insider Informationen gemerkt. Er arbeitet wohl für den hiesigen Verkehrsverbund und beschäftigt sich dabei intensiv mit dem Eisenbahnverkehr. Von ihm kommt auch die Info, dass wohl der Zug aus Frankreich bereits massiv verspätet wäre und daher noch ausstehen würde. Was für ein Glück, ergibt sich doch so die Chance auf zwei Bilder. Nun müssen wir nur noch den Kollegen zurückpfeifen, der schon mal am Signal in Stellung gegangen ist. Dann kann auch schon die erste Zugfahrt des Tages abgelichtet werden. Ideal, dass ich heute mit etwas Zeitvorsprung unterwegs war.




Zu den Highlights auf der Pfälzischen Maximiliansbahn gehören die Wochenendleistungen der SNCF Wale. Als morgendlicher TER 30628 aus Strasbourg, passieren X 73902 und X 73905 das Einfahrtssignal von Winden (Pfalz). Aufgrund der angehäuften Verspätung geht die Fahrt an diesem Tag aber nicht bis Neustadt/Weinstraße, sondern endet bereits vorzeitig in Landau (Pfalz).





Der Mann vom Fach hat die Vermutung, dass man die Wale schon in Landau (Pfalz) enden lassen wird, um die Rückfahrt von dort aus pünktlich antreten zu können. Schade für alle Fotografen, die nördlich davon stehen und sich schon auf diese Leistung freuen.

Für die nächste Leistung nach Frankreich, nun wieder mit DB Regio Fahrzeug, geht es der Strecke entlang und vorbei am Einfahrtssignal. Dabei tauschen wir uns noch ein wenig über den anstehenden Fahrzeugwechsel aus, wobei er meint, dass die Regiolis, sollten sie denn ab Fahrplanwechsel ins Rennen gehen, wohl nicht alle Züge übernehmen, sondern nur die Leistungen, die die Wale jetzt grenzüberschreitend fahren. Auf meine Frage, woran es denn bei den neuen Zügen noch hapere, hätten sie doch wohl die Zulassung für Deutschland zwischenzeitlich bekommen, sagt er, dass man noch prüfe, ob es beim Wechsel in Neustadt/Weinstraße auf ETCS ggf. Probleme geben würde.

Wir stehen etwas weiter hinten, als ich eigentlich wollte, denn der Mann vom Fach möchte einen der verbliebenen Bäume noch prominent aufs Bild bringen. Na dann wollen wir doch mal nicht so sein und ihm diesen Wunsch erfüllen.




Als RB 81409 ins französische Wissembourg ist 643 007 an diesem Morgen unterwegs.





Nachdem er uns verlassen hat, er möchte die Wale bei der Rückfahrt hinten am Vorsignal aufnehmen, gehen wir Zwei verbliebenen ein Stück vor, zum ursprünglich angedachten Standort. Schließlich sollen die Signale groß ins Bild. Bis zu den nächsten Zugfahrten ist jetzt noch Zeit und so machen wir es uns auf den Baumstümpfen gemütlich und quatschen ein bisschen. Dabei kommt raus, dass wir beide tatsächlich in derselben Branche arbeiten, nur in unterschiedlichen Bereichen.

Und auch beim Bekanntenkreis gibt es eine Überschneidung. Kennen wir doch Beide einen Eisenbahnfotografen aus dem Norden, der nicht nur durch seine tollen Fotos und seine Reiseberichte bekannt ist, sondern auch als Admin eines Infoportals. Also wird gleich ein Selfie gemacht und mit Grüßen verschickt.

Schnell vergeht so die Zeit und schon müssen wir uns wieder aufstellen für die Rückkunft des Talents und, vor allem, für das Highlight, SNCF Wale neben deutschen Flügelsignalen!




Unter der Zugnummer RB 81410 kommt 643 507 zurück, aus dem französischen Wissembourg.





HP 2 für die RB 81410. Da 643 007 bei der Einfahrt die Weichenverbindung in Richtung Gleis 3 passieren muss, ist die Einfahrt mit maximal 40 km/h signalisiert. Zudem zeigt das Vorsignal an, dass die Ausfahrt in Richtung Landau (Pfalz) noch nicht frei ist.





Nachdem sie verspätungsbedingt auf der Hinfahrt bereits in Landau (Pfalz) gewendet haben, passieren X 73905 und X 73902 nun pünktlich das südliche Einfahrtssignal von Winden (Pfalz). Bis Wissembourg verkehren die beiden Triebwagen unter der Zugnummer RB 81413. Die Weiterfahrt des durchgehenden Zuges bis Strasbourg erfolgt dann als TER.





Super, das Licht hat dieses Mal besser gehalten, wie vorhin beim Talent. Zwar kein astreines Volllicht, aber besser wie so funselig.

Der Kollege will nun hinter ans Vorsignal, dort wo ich gestern meine Rutschpartie hatte, während ich erstmal mit einer anderen Intension zum Auto laufe. Das Vorsignal hab ich schließlich ja schon mal, daher liegt meine Priorität nun auf Spargel.

Wer sich erinnert, gestern hatte ich am Bahnübergang über die Bad Bergzaberner Strecke ein Hinweisschild gesehen. Und jetzt muss ich etwas ausholen. Zusammen mit Freunden genieße ich jedes Jahr intensiv die Spargelzeit. Dazu gehört, dass wir, je nach Gelegenheit, Spargel aus verschiedenen Regionen, immer direkt vom Spargelbauern kaufen. Und ja, je nach Anbaugebiet und der dortigen Bodenbeschaffenheit schmeckt er anders.

In diesem Jahr war schon traditionsgemäß Spargel aus Schrobenhausen dran. Beelitz bei Potsdam ist für Juni im Rahmen einer Städtetour angedacht. Jetzt ergibt sich die Gelegenheit erstmals Pfälzer Spargel mit in die kulinarische Deutschlandreise einzubinden. Und wenn ich schnell bin, schaff ich sogar trotzdem auch noch den nächsten Zug.

Aber Halt, bei der Anfahrt überfällt mich ein beunruhigender Gedanke. Meist nehmen doch die Bauer keine Kartenzahlung an. Und für den Barkauf reicht mein Geld nicht mehr. Zu allem Überfluss hab ich bei all meinen bisherigen Besuchen noch nie einen Geldautomaten hier im Ort gesehen.

Was soll ich sagen, es ist wie befürchtet. Leider geht der Kauf nur in bar. So ein Mist. Und wo ist der nächste Automat? Inständig hoffe ich, ich habe ihn bis dato nur übersehen. „Hier gibt es keinen!“, kommt die prompte Antwort, „Aber zwei Orte weiter, gleich links beim Einkaufszentrum, da steht einer! Sind nur fünf Minuten hin!“.

Zumindest weiß ich, wo das ist. Aber fünf Minuten einfach, das ist nun schon mehr als optimistisch gute Frau. Schließlich sind es ein paar Kilometer, inklusive einer langen und verwinkelten Ortsdurchfahrt. Mal schnell hochgerechnet, wenn alles glatt läuft könnte es so gerade mal so klappen oder eben gerade mal so nicht.

Der Hinweg dauert schon mehr als fünf Minuten, obwohl ich ziemlich flott unterwegs bin, also ohne langes Warten und ohne Schleicher vor mir. Angekommen am Einkaufszentrum erspähe ich auch gleich den freistehenden Automaten. Gerade drückt da Einer heftig daran herum. Naja, der wird sicher gleich weg sein. Nein, ist er nicht. Er drückt und drückt, wartet, murmelt, drückt, Karte rein, Karte raus, murmelt, drückt …..

Nach einer gefühlten Ewigkeit ist er endlich fertig. Während ich nun meinerseits ans Display trete, meint er nur trocken über die Schulter hinweg: „Der ist wahrscheinlich leer! Ich wollte erst 100, dann 150 rauslassen, aber er hat jedes Mal abgebrochen. Sie können’s ja versuchen, aber der ist bestimmt leer!“.

Das war jetzt das Letzte, was ich hören wollte. Neben meinem Zeitproblem hätte ich nun ein ganz generelles: Kein Geld – Kein Spargel!

Hm, mal überlegen: Wenn er keine 100 oder 150 raus lassen konnte ….. warum wählt man eigentlich eine höhere Summe, wenn man die niedrigere schon nicht bekommen hat ….. dann versuch ich mein Glück doch mal mit 50! Vielleicht klappt es dann.

Also eingegeben und siehe da, schnurrend bewegt sich der Geldzähler und wenig später reite ich auch schon mit genügend Bargeld ausgestattet vom Hof zum Hof. Man muss sich eben bescheiden können.

Auch zeitlich passt alles. Obwohl ich hinter einem Handwerkerfahrzeug her dackeln muss, Handwerker die schleichen …. wo gibt es denn sowas, bin ich recht schnell wieder am Spargelhof. Und da die vor mir ankommende Dame erstmal ein gemütliches Schwätzchen vor dem Hofladen halten möchte, komme ich gleich dran, erstehe Berge von Spargel und ein Schälchen Erdbeeren, die mich so groß, rot und glänzend anstrahlen, dass selbst ich, als nicht so versessener Erdbeeresser, nicht widerstehen kann. Und ja, ich hab es keinen Bissen lang bereut. Waren es doch die bisher besten Erdbeeren, die ich gegessen habe.

Kurzer Blick auf die Uhr. Es könnte sich noch bis zum nächsten Zug ausgehen. Da der direkte Weg mal wieder für die Durchfahrt von Privat gesperrt ist, schleiche ich über einen nicht verbotenen, dafür recht verwachsenen Weg an. Der Kollege steht auch schon in Position.




Nochmal der Blick auf das Vorsignal. Diesmal aber ohne Sturz und dafür mit mehr Seitenlicht. Auf dem Weg ins Nachbarland passiert 643 007 als RB 81415 das südliche Einfahrtsvorsignal von Winden (Pfalz).





Wir überlegen kurz, ob wir die Brücke als Hintergrund für die Rückfahrt nehmen sollen. Sicher ein netter Blick, aber leider ist der Hang auf dieser Seite sehr verwachsen. Der Kollege klettert sogar versuchsweise runter, kommt aber nach einiger Zeit schwitzend mit der Ansage zurück, es sei nicht so der Bringer und sähe am Abend von der anderen Seite deutlich besser aus. Naja, dann halt vielleicht beim nächsten Mal, wenn hier evtl. schon Regiolis fahren. Ich bleib für die Rückfahrt des Talents auf der Brücke und tele etwas rein, um den ausgeklappten Pfeil des Vorsignals mitzuverewigen.




Sichtbare Scheibe und ausgeklappter Pfeil: "Langsamfahrt erwarten". 643 007 passiert, als RB 81414 aus Wissembourg kommend, das Einfahrtsvorsignal von Winden (Pfalz).





Warum ich nicht bei diesem Bild nach nochmal nach vorne bin, um das Signalbild deutlicher drauf zu bekommen? Ist doch ganz klar! Ich hatte vorher gar nicht daran gedacht.

Da gleich wieder der Gegenzug ansteht, bleib ich noch hier. Zwar eine ähnlich Perspektive, aber hier kann man nebenbei schön das Vorsignal und im Hintergrund das Einfahrtssignal erkennen.




643 514-2 hat Winden (Pfalz) hinter sich gelassen und rollt nun als RB 81417 dem nächsten Halt in Schaidt entgegen. Im Hintergrund gut zu sehen sind das Vorsignal- und das Einfahrtssignal des kleinen Pfälzer Bahnhofs.





Der Fotofreund aus dem Norden wechselt nun nochmal zum Einfahrtssignal an der Karlsruher Strecke, also verabschieden wir uns herzlich. Vielleicht gibt es ja irgendwann, irgendwo und irgendwie mal wieder ein Zusammentreffen. Würde mich freuen.

Ich hab es nun hier rund um Winden (Pfalz) für dieses Mal endgültig gesehen und möchte mal nach Kandel schauen. Auch dort gibt es um und im Bahnhof noch Seilzug satt. Doch leider passt es da gerade so überhaupt nicht. Das westliche Einfahrtsvorsignal ist eine Abendstelle, im Bahnhof steht das Licht schon falsch und die Einfahrt von Osten ist mitten im Wald und legal nur erwanderbar. Und dafür reicht die Zeit bis zur nächsten Zugfahrt nicht mehr aus. Bei einer späteren besteht schon die Gefahr, dass das Licht raus ist oder die Schatten zu lang. Und zu guter Letzt gibt es am Beginn der „verbotenen Zone“ auch keinerlei Parkmöglichkeiten weit und breit. Also streiche ich Kandel und verschiebe es auf einen späteren Besuch. Sofern die gestern und heute aufgeschnappten Gerüchte, die Umstellung auf ESTW würden sich verschieben, stimmen. Ansonsten bleibt dieser Spot von mir eben unfotografiert.

Spontan wird umgeplant. Schließlich soll es ja auch noch ein bisschen AVG geben heute. Und vielleicht lässt sich in Wörth am Rhein etwas drehen, in Sachen Stadtbahn auf oder neben der Eisenbahntrasse.

Ohne große Recherche fahr ich den ersten Punkt an, der laut Navi passen könnte. Nichts aufregendes, aber mit schöner Betriebssituation. Und das geht schon unterwegs los, durchschneidet doch hier die Stadtbahnstrecke einen Kreisel, über den auch ich muss. Anschließend läuft die Trasse neben der Straße, passiert dabei eine typische Straßenbahnhaltestelle, nur um dann abrupt abzutauchen und zwischen Betonstützmauern zu verschwinden. Auch ich verlasse die Straße und parke mein Auto oberhalb des DB-Haltepunktes. Ein kurzes Stück vorgelaufen, dann hab ich einen guten Überblick. Unter mir kommt die Stadtbahntrasse zwischen den Betonwänden hervor, um in einer scharfen Linkskurve abzubiegen und parallel zur Eisenbahn bis zur Endhaltestelle Wörth-Badepark zu laufen.

Rechts von mir, der schon erwähnte Haltepunkt Wörth-Mozartstraße an der DB Strecke von Karlsruhe nach Winden (Pfalz), links von mir der AVG Haltepunkt Wörth-Badallee. Beide verbunden über je eine Rampe, hoch zum Fußweg, welcher zwischen Häusern und Bahn entlangführt. Und dort am Ende der Rampe hin zum Stadtbahnhaltepunkt stelle ich mich fürs Erste auf.




Der als RE 12023 solo fahrende 628 501 passiert die S-Bahnhaltestelle Wörth-Badallee. Die Trasse der AVG läuft hier ein kurzes Stück parallel zur DB Verbindung von Karlsruhe nach Winden (Pfalz).





Nach dem Halt am rund 50 m hinterhalb gelegenen Haltepunkt Wörth-Mozartstraße, an der Strecke Karlsruhe - Winden (Pfalz), beschleunigt 643 026-7 wieder. Ziel der RB 12410 ist Neustadt/Weinstraße.





Gestartet an der im Hintergrund sichtbaren Station Wörth-Badepark, beschleunigt der Mehrsystemzug 939 nach dem Halt in Wörth-Badallee. Gleich hinter dem Fotografen wird er dann scharf nach rechts abbiegen, einen betonierten Einschnitte passieren, um dann über eine Rampe auf Straßenniveau zu kommen und die Fahrt als S5 nach Söllingen als Straßenbahn fortsetzen, bevor es später auf die Trasse der DB-Strecke geht.





Eine Suche nach alternativen Standorten bleibt leider erfolglos. Der Weg oberhalb der Schienen ist durch eine undurchdringliche Buschreihe zur Eisenbahn hin blickdicht abgeschottet. Bleibt als Alternative nur der Standort am Bahnsteig. Hier lässt sich aber auch nochmal gut das Nebeneinander von Voll- und Stadtbahn ablichten. Leider kommt es dabei nicht zu einer im Stillen erhofften Parallelfahrt.




643 016-8 passiert die S-Bahnhaltestelle Wörth-Badallee, während im Hintergrund bereits eine AVG Garnitur in der Endhaltestelle bereit steht, um kurz darauf die Fahrt nach Bad Wildbad anzutreten. Auch für die RB 12409 heißt es kurz danach Stopp, am nur knapp 100 m weiter gelegenen DB Haltepunkt Wörth-Mozartstraße.





Sylt Shuttle Plus 628 501 als RE 12020 wieder auf dem Weg zurück nach Neustadt/Weinstraße. Interessant ist hier die Infrastruktur. Während der Fotograf auf dem Bahnsteig des S-Bahnhaltepunkts Wörth-Badallee der AVG steht, deren Strecke kurz danach scharf rechts abbiegt, um in einen Abschnitt abzutauchen, um danach auf das Straßenniveau hinaufzusteigen, ist im Hintergrund der DB Haltepunkt Wörth-Mozartstraße sichtbar. Beide Stationen sind über Rampen und einen kurzen Fussweg miteinander verknüpft. Ein Umstieg ist also mit einer kurzen Wanderung verbunden.





Das Doppel aus 862 und 841 erreicht den Haltepunkt Wörth-Badallee. Als S5 geht es nach Pforzheim Hbf. Dabei geht es in Wörth und Karlsruhe auf Straßenbahnschienen durch die Stadt.





So, jetzt ist hier aber auch wieder gut. Die Situation ist interessant und würde jeden Modellbahner freuen, aber mehr Bilder braucht es nun nicht wirklich. Ziel ist es jetzt eigentlich, dass ich mich irgendwo bei Bruchsal an die Strecke stelle, um dort auf der S31/S32 noch den ein oder anderen AVG-Triebzug der 1. Generation abzugreifen. Ein heftiges Knurren aus der Körpermitte gibt mir aber zu verstehen, dass gefälligst erstmal andere Prioritäten gesetzt werden sollten. Also weiter nach Wörth hinein. Kurze Orientierung am Bahnhofsparkplatz, dann steht das Ziel fest: Ein naher Burgerbrater soll es sein.

Kaum bin ich am Bahnhof vorbei, fällt mein Blick nach rechts auf einen einfahrenden 628er. Das ist jetzt spannend, denn der kommt aus Lauterbourg. Und da war gestern laut DB App kein Betrieb von deutscher Seite her. Also fahren die wieder und ich habe eine Chance auf Bilder? Das muss gleich mal in der Essenspause eruiert werden!

Mit vollen Backen in der Sonne mampfend, entlocke ich dem Handy wenig später, dass es heute tatsächlich wieder Betrieb hinüber ins Elsass gibt und ich auch die nächste Zugleistung ganz gemütlich bekommen kann. Na denn!

Unverhofft kommt oft, denke ich mir, als ich kurze Zeit später gen Süden rolle. Hätte ich jetzt auch nicht mehr gedacht, dass die Tour noch einen Auslandstouch bekommen würden, wenn zugegebenermaßen auch nur einen kleinen. Aber Lauterbourg mit seinen Flügelsignalen und der ganzen in Aktion befindlichen Mechanik geht einfach immer.

Und so gilt diesen auch der erste Weg. Flügelsignale mit einem Hauch Reichsbahn in Frankreich und SNCF Charme der 50er Jahre durch das benachbarte Stellwerk, dass ist allemal ein Bild wert.














In die Betrachtung der alten Signaltechnik versunken und deren Flair genießend, vergeht die Zeit bis zur nächsten Zugfahrt dann auch zügig. Von rechts her, aus Strasbourg kommend, rollen zwei Wale heran. Eigentlich hatte ich etwas anderes erwartet. Regiolis in normaler Ausführung oder als „grenzüberschreitende“ Version, das waren meine Vermutungen gewesen. Aber Wale? Das muss jetzt dann doch mal genauer im Fahrplan untersucht werden. Und siehe da, der Zug steht mit Ziel Wörth am Rhein in der Auskunft. Hm, sollten die Beide etwa weiter nach Deutschland rollen? So eine Leistung war mir bis dato nicht bekannt. Würde aber Sinn machen, denn im Gegensatz zu den Regiolis können/dürfen die zwei Meeressäuger ja Deutschland. Zudem war ich meist morgens und abends hier und habe mich nie so mit dem Fahrplan untertags beschäftigt. Daher ist mir das wohl noch nie aufgefallen.

Seine ausgiebigen Putztätigkeiten unterbrechend, stellt der junge Stellwerker die Fahrstraße aus Richtung Wörth, bedient Einfahrtssignal und Schranken, dann poltert auch schon der optisch nicht mehr taufrische 628 453 als Gegenzug langsam, sehr langsam in den kleinen Grenzbahnhof.




Frankreich typisch fast im Schritttempo rumpelt 628 453 in den französischen Grenzbahnhof Lauterbourg. Als RB 81471 ist er von Wörth am Rhein herübergekommen.





So, jetzt bin ich mal gespannt, was passiert. Das Spitzenlicht beim SNCF Doppel ist immer noch in Richtung Deutschland an, aber auch der 628er wechselt zu meiner Seite hin auf weiß. Noch eine Minute bis zur Abfahrtszeit und ich bin mir nun sicher, dass die beiden X 73900 hinüberfahren. Super Sache das!

Pünktlich brummen die Motoren los, nachdem sich auch der Flügel des Ausfahrtssignals scheppernd gehoben hat.




Der gerade eingefahrene 628 453 hat nun erstmal eine Stunde Pause, während die beiden deutschlandtauglichen X 73905 und X 73902 als TER 81394 hinüber dieseln nach Wörth am Rhein.





Fast wäre mir noch die vorhin angekommene Familie ins Bild gelatscht, die sich zwar gegenseitig lautstark auf mein Tun aufmerksam machen, allerdings ohne die geringste Bereitschaft erkennen zu lassen, mal eben kurz stehen zu bleiben. Aber Gott sei Dank geht es sich auch so aus und die Gruppe wird zu einem belebenden Beiwerk.




Ausfahrt steht, für X 73905 und X 73902 als TER 81394 nach Wörth am Rhein.





Noch während das Gespann die Signalgruppe passiert, senkt sich der Flügel bereits wieder. Herr Stellwerke will wohl schnell weiter reinemachen.[/pic]




Übrigens, wem es noch nicht aufgefallen ist, es ist das selbe Duo das heute Morgen bereits für die Tour Strasbourg – Neustadt/Weinstraße – Strasbourg eingeteilt war und dabei außerplanmäßig in Landau (Pfalz) gewendet hatte. Spannend, denn nach dieser Leistung hier auf der Lauterbourger Strecke, geht es wieder zurück auf die andere Linie, also die über Wissembourg, wo nochmal die Tour über die Pfälzischen Maximiliansbahn unter die Räder genommen wird.

Für mich heißt es jetzt überlegen, wie weiter. Den 628er hab ich schon bei früheren Besuchen abgelichtet, auch auf dem deutschen Abschnitt. Aber zwei SNCF Wale hier auf dieser Strecke, in Deutschland, dass sollte man noch mitnehmen.

Da mir auf die Schnelle nichts Besseres einfällt und ich irgendwie den Elan zum Recherchieren vermissen lasse, gehe ich den einfachsten Weg, frei nach dem Motto „in Berg wird sich schon was ergeben“.

Anfahrt 1: Ein Bahnübergang am südlichen Ende des Ortes. Fehlanzeige! Legal nicht anzufahren und zudem eingewachsen, wenigstens soweit ich von hier aus sehe. Also dahin, wo ich schon Mal für den 628er stand. Und jetzt passiert es! Warum, weiß ich nicht. Dauert der Tag zu lange? Ging bisher meistens alles zu glatt? Bin ich einfach zu faul?

Viel zu spät komm ich auf die Idee mal nach dem Sonnenstand zu schauen, nur um dann festzustellen, „die steht achsig“. Jetzt bricht hektische Betriebsamkeit aus und es geht von gerade „ach, alles easy mit großen Zeitpolster“ geradewegs zu „oh Gott, was kann ich auf die Schnelle noch machen“.

Hierhin, dahin, nichts passt. Letzte Lösung, ein Stück der Strecke entlanglaufen, da da die Gleise drehen. Gut, dass hier mal ein Gleis abgebaut wurde, so gibt es einen halblegalen, aber viel benutzten Pfad entlang der Schienen und auch über einen Bach. Zu meiner Überraschung muss hier die Bahn mittels Durchlass einen kleinen Flutdamm durchqueren, der sich im Krisenfall mittels Schutzplatten abschließen lässt. Ein Motiv, was man sich merken muss. Leider aktuell nicht zu gebrauchen. Und auch die Kurve dahinter, die etwas Seitenlicht versprochen hätte, nützt nichts, da zugewachsen.

Also schnell rauf auf einen Betonsockel des Durchlasses und möglichst spitz auf die Nase schießen. Hoffentlich ist der Lokführer nicht zu irritiert von dem Typen, der da gleich neben der Strecke auf dem Betonvorsprung steht.

Kaum in Position, beäugt von einer Gruppe vorbeikommender Radfahrer, geht auch schon das rote Licht am Bahnübergang vor mir an. Aber was ist das? Den Auslöser mehrmals verzweifelt leicht gedrückt, will und will das Bild nicht scharf werden. Irgendwas stimmt mit dem Focus nicht.

So viel Aufwand für Nichts? Echt jetzt? Ungläubig schaue ich aufs Display, während mich die Wale mit freundlich pfeifendem Steuermann passieren. Was war da jetzt los?

Des Rätsels Lösung ist schnell gefunden. Es war der Punkt, der dem Focus anzeigt, auf welche Stelle er fixieren soll. Und dieses Sch…ding lässt sich durch Fingerberührung auf dem Display problemlos und schnell versetzen. Nur dass es eben auch mit jeder anderen, ungewollten, Berührung geht. Und schon ist es dann nicht mehr problemlos. In meinem Fall klebte das nette Quadrat oben rechts in der Ecke. Warum es beim Testbild Sekunden vorher funktioniert hat, keiner weiß es.

Missmutig und vor mich hin grummelnd, stampfe ich zurück in Richtung Auto. Laune: Gerade nicht so gut!

Und watt nu? Hierbleiben und auf den 626er warten, der bald kommt? Ach nö, mit dem Licht wird es bis dahin nicht besser und außerdem hab ich den hier schon auf der Strecke. Also übergehen zum nächsten Programmpunkt und mich den AVG Mehrsystemtriebzügen in freier Wildbahn widmen.

Dafür hab ich mir eine Ecke bei Bruchsal ausgekuckt. So viele Möglichkeiten gibt es nämlich nicht, die Züge außerhalb der städtischen Bebauung aufzunehmen. Erst recht nicht, wenn diese Stelle auch noch einfach mit dem Auto anzufahren sein soll.

Kaum nahe beim Haltepunkt Bruchsal-Stegwiesen angekommen, rauscht auch schon die erste S 3 vorbei.




425 266-4 und 518-8 auf dem Weg nach Karlsruhe Hbf.





Wenig später zeigt sich auch die zweite Baureihe, die auf dem Netz der S-Bahn Rhein-Neckar zugange ist. 463 085-1 und ein Schwesterfahrzeug, beide im BaWü Design, nahe dem Haltepunkt Bruchsal-Stegwiesen auf dem Weg nach Norden.





425 016-3, ein Fahrzeug aus der 1. Bauserie, zusammen mit 425 251-6 auf dem Weg nach Süden.





Ist ja nett, der Rote, aber leider fährt er mir die AVG Leistung ziemlich zu, die parallel aus Norden kommt. Und gerade auf die hatte ich doch gewartet. So gibt es nur ein etwas Mast lastiges Foto. Aber hey, wer weiß, ob ich nochmal die Gelegenheit haben werde, diese Fahrzeuge vor ihrem Ende zu fotografieren.




Von Odenheim bzw. Menzingen kommend, erreichen die AVG Triebzüge 908 und 805 als S31/S32 den Haltepunkt Bruchsal-Stegwiesen. Schön kann man hier die Unterschiede der beiden Fahrzeugserien erkennen.










Etwas blöd ist, dass die AVG Züge auf dem dritten Gleis verkehren und dass ist von meinem Standort aus eher etwas suboptimal. Also gehe ich ein kurzes Stück zum Haltepunkt hin. Der ist leider nur an der AVG Strecke. Zu den Gleisen hin steht ein Metallzaun, davor ein unebener Graben, hoch mit Brennnesseln zugewachsen. Da irgendwo die Cola Kiste wackelig hindrapiert und halb mit Kopf und Schulter über den Zaun hängend, nehme ich Aufstellung. Auf Dauer alles andere als bequem, aber das Maximum, was ich hier rausholen kann. Und einmal mehr Dank an meine Kiste, ohne die das hier nicht möglich wäre.

Drüben am Bahnsteig sammeln sich derweil die nächsten Fahrgäste und kurz darauf lässt sich am Ende der Geraden auch die AVG Garnitur erkennen. Voran der Albino 836, den ich gestern schon in der Abstellung im Karlsruher Hauptbahnhof gesehen hatte.




836 und 823 als S31/S32 beim Halt in Bruchsal-Stegwiesen.










Weiter auf der wackeligen Stellage balancierend, harre ich die nächsten 10 Minuten aus. Immerhin, gutes Training für die Koordination und die tiefere Beinmuskulatur. Dann ist es soweit und die Leistung aus der Gegenrichtung nähert sich, voran ein Triebzug der 2. Generation. Sehr zu meinem Bedauern. Aber nicht zu ändern. Dann gibt es auf den hinteren eben einen etwas unattraktiveren Pflichtschuss. Immerhin kann man bei dieser Kombination auch wieder gut die äußerlichen Unterschiede der beiden Varianten erkennen.




Triebzug 876 erreicht zusammen mit dem älteren 811 die Haltestelle Bruchsal-Stegwiesen. Daneben die beiden Gleise der DB Strecke in Richtung Heidelberg.





Ausfahrt für 811 und 876 aus Bruchsal-Stegwiesen. Ziel der S32/S31 ist Karlsruhe Hbf.





Es ist mittlerweile 18:00 Uhr durch und für mich wirft sich die Frage auf: bleiben oder fahren? Mittlerweile hadere ich etwas mit meiner Entscheidung, nicht doch noch eine Nacht im Hotel geblieben zu sein. Der Gedanke kam mir heute Morgen. Doch da der Wetterbericht seit gestern durchgehend mit absoluter Überzeugung vermeldet hat, dass es nachmittags zu regnen beginnen würde, wollte ich keine Übernachtung mehr investieren. Nun ist es Abend, ja, es ist dunstig, aber von Regen oder dichten Wolken noch keine Spur. Anderseits, was hätte ich gewonnen? Vielleicht noch eine Stunde oder maximal zwei mehr, das wäre es dann aber auch gewesen. Also lieber zeitnah nochmal her fahren.

Zurück beim Auto gibt es dann noch das Abschlussbild von dieser Kurztour. AVG mit grünem Rahmen. Leider auch hier wieder in der „verkehrten“ Reihung.




Noch bis Ubstadt Ort sind 830 und 882 vereinigt unterwegs sein. Dann geht es für den Führenden als S32 nach Menzingen, während der hintere Triebzug als S31 Odenheim zum Ziel hat.










Das wars für heute. Rauf geht es auf die Autobahn. Völlig ungewöhnlich für die Strecke ist die Heimfahrt sogar nahezu verzögerungsfrei, sodass ich beizeiten auf der heimischen Couch sitze.

War doch mal wieder Einiges dabei. Auch wenn es nur sehr begrenzt 628er gab und auch der Sonntag dem Wetter zum Opfer fiel.

Eines ist sicher, die Ecke sieht mich bald wieder. Müssen doch die gelb-roten Flitzer noch ausgiebiger gewürdigt werden, bevor sich Schweizer Neufahrzeuge dort breit machen. Und auch ein Typ der Karlsruher Straßenbahn, den ich diesmal bewusst zum ersten Mal gesehen habe, möchte noch ins Archiv aufgenommen werden.

Ja und wenn dann erstmal der Mischbetrieb mit den Akkuzügen und/oder die Regiolis laufen! Man merkt, auch nach diversen, anstehenden Abschieden, die Gründe in die Pfalz und nach Karlsruhe zu fahren, gehen Einem nicht aus.