Eisenbahn am Ende der Welt - 11: Offene Rechnungen wollen beglichen werden!

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Mittwoch, 1.4.2026: Palmerston North - Palmerston North

Der morgendliche Blick aus dem Fenster war erfreulich: Blauer Himmel satt! Ich war ja mit der Strecke nach Napier nach wie vor nicht zufrieden, vielleicht würde sich das heute ändern?

Das Programm war so etwa dasselbe wie schon die letzten zwei Tage. Der GVR-Charter fuhr heute zusätzlich am Morgen von Napier runter, am Mittag wieder hoch, letzteres wie gestern.

So fuhr ich mal wieder in Richtung Woodville. Und was ich da so sah, gefiel mir gar nicht. Von Woodville bis Napier schien es eine durchgehende Wolkendecke zu haben, die man von Palmerston North aus nicht sah, und die auch in den Wetterprognosen so nicht vorgesehen war. Argh, jetzt klappt das Morgenprogramm schon wieder nicht!

Ich wartete mal im Bahnhof von Woodville den Güterzug nach Napier ab, der kam auch ziemlich im Plan. Aber eine Verfolgung machte bei dieser Wolkensituation überhaupt gar keinen Sinn.

Etwas ratlos stand ich nun da. Um an den Main Trunk rüber zu wechseln, war ich zu spät, zumindest für diverse Fotostellen, die mich noch interessiert haben. Nach Wellington runter hatte ich keine Lust, und für den Capital Connection war ich auch zu spät. Aber es gab da ja noch eine zweite Strecke über Masterton, die Wairarapa Line, und was man da so auf Railfanatlas sah, musste die noch nett sein?

Allerdings fand ich keinen Fahrplan dafür. Aber der Fahrplan Palmerston North - Napier hatte einen Zug drin, der morgens in Woodville weg ging und am Mittag wieder kam, der musste auf diese Strecke.

Also fuhr ich mal der Strecke nach bis kurz vor Mauriceville, bis ich auf einen Bahnübergang traf, der… absolut nicht befahren aussah. Also nicht in den letzten 5 Jahren oder so. Aber weiter oben war die Strecke ja definitiv noch in Betrieb?

Also das Ganze wieder zurück! Des Rätsels Lösung fand sich ausserhalb von Pahiatua, es war eine Milchprodukte-Fabrik mit Gleisanschluss.

Nun, der Zug hätte ja eigentlich dort sein müssen, aber ich fand ihn nicht. Ich beäugte das Areal von allen Seiten, und plötzlich sah ich den Zug auftauchen, er kam erst gerade an, so gut 2 Stunden nach Plan. Und was für ein Zug! Sicher über 20 Container, die produzierten ganz schön was hier!

Es begannen auch sogleich die Rangiermanöver, das war aber alles unfotografierbar. Auch für die Rückfahrt nach Woodville hatte ich wenige Hoffnungen, die Strecke sah nicht sehr fotogen aus (ich hatte aber auch nicht wirklich gesucht).

So fuhr ich dann hoch für den GVR-Zug, der am Morgen von Napier nach Ashhurst fuhr. Dieser durchquerte die Manawatu Gorge, und da wollte ich was probieren. Das ging aber nur mit Drohne.
Der Zug kam dann auch relativ pünktlich vorbei. Auch die Wolken waren gerade kooperativ! Nur das Seitenlicht war leider schon etwas vorbei, und am nächsten Tag klappte das noch besser, daher an dieser Stelle noch kein Bild.

Als nächstes musste der zurückkommen. Dafür gab es ausserhalb der Schlucht eine Brücke, die so halb passte. Eine gute Stunde später kam der Zug auch wieder vorbei, mit rund einer halben Stunde Verspätung.

DBR 1254 of GVR (Glenbrook Vintage Railway) between Ashhurst and Woodville


Nun wäre es naheliegend gewesen, diesen Zug wieder zu verfolgen, aber die Wolkensituation gegen Napier war zwar etwas besser als am Morgen, aber noch immer schlecht. Auf diesen Ärger hatte ich gerade keine Lust, und hier war das Wetter ja noch gut.

Nun hätte gemäss Plan der Milchzug von der anderen Seite kommen sollen, aber der war am Morgen ja viel zu spät. Zudem war ja auch der GVR-Charterzug zu spät. Wenn der Holzzug pünktlich unterwegs war, kam der vielleicht zuerst?

Und so war es dann auch, eine halbe Stunde später kam der Holzzug aus der Schlucht. Das Licht hatte seit dem GVR-Charter aber weiter gedreht und war nun gar nicht mehr schön.

Den Holzzug wollte ich nun aber verfolgen, aber den Milchzug hätte ich gerne zuerst noch gemacht! Die Frage war nun, ob der Milchzug wirklich kam.

Diese Frage liess sich nur im Bahnhof Woodville beantworten, also fuhr ich mal dorthin. Der Holzzug stand vor der Einfahrt von Woodville, das war schon mal ein gutes Zeichen.

Und tatsächlich, keine fünf Minuten später tauchte der Milchzug auf, während der Holzzug noch immer vor dem Einfahrsignal stand. Also kehrte ich zurück zur Fotostelle und ein paar Minuten (und Flüche über vorbeiziehende Wolkenschatten) später war das Bild im Kasten!

DL 9596 of KR (KiwiRail) between Woodville and Ashhurst


Nun ging es aber dem Holzzug hinterher. Kurz hinter Woodville hatte ich ihn eingeholt und noch vor Dannevirke gabs ein erstes erfolgreiches Drohnenbild.

DL 9066 of KR (KiwiRail) between Woodville and Oringi


Das durfte gleich so weitergehen!

Tat es aber nicht.

Hinter Dannevirke bei der Brücke war die Fotowolke zur Stelle. Bei der Brücke hinter Makotuku hatte ich zwar erst Licht, aber der Zug brauchte sehr lange, bis er kam, und bis dann war die Sonne in einem dichten Wolkenband. Dieses Wolkenband begleitete mich bis hoch nach Takapau, wobei kurz vor Takapau die Sonne kurz etwas durchdrückte.

DL 9066 of KR (KiwiRail) between Ormondville and Takapau

In Takapau stand der Containerzug schon bereit, er hatte noch Wagen angehängt bekommen.

Mein persönliches Wolkenband blieb mir dann leider treu, die ganzen Brückenstellen gingen erneut in die Hose. Ein ganz kleiner Sonnenspot war das Einzige, was mir blieb…

DL 9481 of KR (KiwiRail) between Makotuku and Dannevirke


Bis kurz vor Dannevirke. Dort liess das Wolkenband versehentlich etwas Sonne durch! Und das Resultat war ausgezeichnet!

DL 9481 of KR (KiwiRail) between Makotuku and Dannevirke


Diese Wolkentage waren zwar absolut frustrierend, aber manchmal kamen dabei auch einfach tolle Bilder raus!

Ich fuhr durch Dannevirke durch und eierte etwas bei der Strassenüberführung rum, theoretisch hätte die Abendseite auch gehen sollen, aber da kam man nicht gut hin (ohne das Auto exponiert abzustellen). Und ausserdem war mein persönliches Wolkenband wieder da.

Also entschied ich mich für ein Bild in der Fläche, aber der Zug war leider schon bei mir, so dass das jetzt in Stress ausartete. Zum Abschluss des Tages reichte es noch geraaaaaade so für einen Querschuss. Aber eigentlich auch ganz nett!

DL 9481 of KR (KiwiRail) between Oringi and Woodville


Nun war klar, dass der Zug nicht mehr fotografierbar war, die Sonne stand zu tief. Wobei… gleich Anfangs Schlucht vielleicht? Die Strecke führte dort direkt durch einen Steinbruch, das wäre sicher ein tolles Drohnen-Motiv! Aber auch hier war der Zug eine Stunde zu spät, wie auch weiter hinten in der Schlucht.

Damit war der Tag nun abgeschlossen. Einmal mehr mit gewissem Erfolg, aber auch sehr viel Frust, dass wieder viel zu vieles nicht geklappt hat!

Ich übernachtete einmal mehr in Palmerston North, morgen wollte ich das Programm *noch* einmal durchziehen! Und das war auch nicht ganz zufällig, denn morgen sollte das Wetter *noch* besser sein. Wer’s glaubt?



Donnerstag, 2.4.2026: Palmerston North - Taihape

Heute sollte also der Tag mit dem schönen Wetter sein, sagte die Werbung! Der Blick aus dem Fenster bestätigte das zunächst mal. Also, auf zur Strecke nach Napier, zum vierten Mal! Natürlich erst nach dem Frühstück.

Einmal mehr stellte ich mich in Woodville beim Bahnhof hin, und heute hatte es diesseits der Hügelkette auch keine Wolken. Es schwaderte zwar noch etwas Nebel rum, aber der war sich schnell am auflösen.

Einmal mehr musste ich nicht lange warten, bis der Containerzug auftauchte, ziemlich gut im Plan, sehr gut! Da konnte die Verfolgung gleich starten!

Die Strassenüberführung wollte ich natürlich nicht nochmal fotografieren, da entschied ich mich für ein Drohnenbild in der Hügelkette zwischen Woodville und Dannevirke. Zur Abwechslung mal von weit oben! So sieht man im Hintergrund noch gewisse Nebelfelder und die Hügelkette, welche zwischen Palmerston North und Woodville liegt, und in den letzten Tagen meist eine Wettergrenze war.

DL 9671 of KR (KiwiRail) between Woodville and Oringi


Dann konnte es ja zu den Brücken gehen! Die erste hatte vorgestern schon so halb geklappt, deshalb heute eine leicht andere Perspektive.

DL 9671 of KR (KiwiRail) between Dannevirke and Makotuku


Die Brücke hinter Ormondville hatte kein Seitenlicht mehr, dafür hätte der Zug früher sein müssen. Aber der Bahnhof von Ormondville war eine hervorrangende Alternative! Dieser war schön hergerichtet, mit Bahnhofsgebäude, Schuppen und einigen zumindest optisch aufgearbeiteten Güterwagen. Dieses schöne Ensemble wollte ich nicht übergehen!

DL 9671 of KR (KiwiRail) at Ormondville


DL 9671 of KR (KiwiRail) at Ormondville


Die Brücke hinter Ormondville wurde, wie gesagt, übersprungen, aber die nächste klappte wieder hervorragend!

DL 9671 of KR (KiwiRail) between Ormondville and Takapau


Der Zug fuhr nun erst mal bis Takapau, dort wurde wieder rangiert. Kurz vor Takapau gab es nochmal ein Drohnenbild.

DL 9671 of KR (KiwiRail) between Ormondville and Takapau


In Takapau stand nun wieder der GVR-Charterzug bereit in der Gegenrichtung. Ich entschied mich, diesen weiter zu verfolgen. Wobei das etwas viel gesagt war, denn der war ziemlich komplett aus dem Licht bis nach Woodville runter, erst in der Manawatu Gorge drehte er ins Licht. Und das war mir gar nicht unrecht, denn das Bild von gestern litt sehr unter fehlendem Seitenlicht, und heute war der Zug rund 50 Minuten früher. Und da ich unterwegs keine Fotos machte, war ich auch rechtzeitig da.

Und so gabs heute ein wunderbares Bild aus der Manawatu Gorge!

DC 4818 of GVR (Glenbrook Vintage Railway) between Woodville and Ashhurst


Die nächste Bewegung sollte der Holzzug sein. Ich pokerte mal darauf, dass der etwas früher unterwegs war, und stellte mich am Westende der Schlucht an die dortige Flussbrücke (bzw. die Hügel darüber). Das ging sogar wunderbar ohne Drohne!

Nur, der Holzzug war leider nicht vorzeitig. Irgendwann war das Licht so weit rausgedreht, dass weiter zu warten wenig Sinn machte. Ich lief daher zurück zum Auto und wechselte zur bekannten Strassenüberführung nördlich von Woodville.

Dort tauchte der Zug aber auch nicht auf, auch 10 Minuten nach Plan nicht. Natürlich hiess das noch gar nichts, aber ich hatte nun ein Problem: Falls der Holzzug nicht fuhr, konnte der Containerzug aus Napier in Takapau deutlich früher weg, und das würde meinen ganzen Plan zerschiessen, ebendiesen Containerzug zu fotografieren. Auch wenn der Holzzug deutlich zu spät war, könnte die Kreuzung verlegt werden (wie Montags), was meine Pläne ebenfalls kaputt machen würde.

Ich wollte daher das Risiko minimieren und fuhr direkt mal nach Takapau hoch, um zu gucken, was der Containerzug so treibt. Und der war da am rangieren, wie das auch sein musste.

Ich stellte mich nun südlich von Takapau an die nördlichste der paar Brücken, und schaute mal, was passierte. Den Holzzug von hinten konnte ich mit Drohne fotografieren, den Containerzug von vorne mit der grossen Kamera. Zunächst passierte mal länger nichts, aber irgendwann tutete es von hinten - Der Holzzug kam doch, etwas verspätet.

DL 9066 of KR (KiwiRail) between Ormondville and Takapau


Mit dem Holzzug machte ich jetzt eine kleine Verfolgung nach Takapau hoch.

DL 9066 of KR (KiwiRail) between Ormondville and Takapau


DL 9066 of KR (KiwiRail) between Ormondville and Takapau


Zeit, sich für den Containerzug aufzustellen. Der war inzwischen deutlich zu spät, fast eine Stunde. Das war hier in der Gegend aber nicht weiter schlimm. Zum Auftakt gabs ein Bild in einer Aussenkurve, das nicht ganz so dynamisch wurde, wie ich mir das erhoffte.

DL 9671 of KR (KiwiRail) between Takapau and Ormondville


Nun wurde es stressig. Die erste Brücke wollte mit der grossen Kamera fotografiert werden!

DL 9671 of KR (KiwiRail) between Takapau and Ormondville


Die lange Brücke bei Ormondville war als nächstes dran. Das ganze Programm hier so war nur möglich, weil es diverse 25 km/h-Langsamfahrstellen gab und diese Brücke konkret mit kaum 15 km/h befahren wurde. Hier musste aber wieder die Drohne ran.

DL 9671 of KR (KiwiRail) between Takapau and Ormondville


Sehr schön! Das Ziel, ein Bild dieser Brücke - erfüllt! Der Rest war jetzt nur noch Zugabe unterwegs.

DL 9671 of KR (KiwiRail) between Makotuku and Dannevirke


Und als Abschluss ein Bild in der Ortsdurchfahrt von Dannevirke.

DL 9671 of KR (KiwiRail) at Dannevirke


Ich hätte nun sicher noch irgendwo ein Bild in der Plätte machen können, aber das schenkte ich mir, um in Dannevirke etwas essen zu gehen. Ich wollte noch knapp zwei Stunden nach Taihape hoch fahren, und das war müde, hungrig und gestresst nicht die beste Idee. Im Restaurant zur Goldenen Möwe hatten andere dieselbe Idee, aber schlussendlich konnte ich mich doch noch verpflegen. Die Fahrt nach Taihape hoch wurde zwar etwas dunkel, war aber problemlos.

Ein toller Tag, trotz des Schönheitsfehlers mit dem Holzzug, den ich später als erhofft erwischte. Die Strecke nach Napier gab mehr her, als ich ihr beim Blick auf die Karte zugetraut hatte. Dass dafür vier Tage nötig waren, war zwar etwas doof, aber immerhin war ich nun glücklich und zufrieden mit der Ausbeute!



Freitag, 3.4.2026: Taihape - Taihape

Im Gegensatz zu den letzten Tagen im schönen Hotel in Palmerston North gab es heute kein Frühstücksbuffet, aber zum Glück hatte ich mit Vorräten vorgesorgt.

Die grosse Unbekannte heute war das Wetter, denn die Prognosen waren so nach dem Motto “vielleicht ein bisschen". Wobei, ehrlich gesagt war das Tagesprogramm ebenfalls eine grosse Unbekannte, denn ausser dem ersten Bild hatte ich noch nicht wirklich eine Ahnung, was ich tun wollte.

Das erste Bild war aber klar in Mataroa vorgesehen, deshalb übernachtete ich auch in der Nähe. Ich hatte dort zwar schon den GVR-Charterzug (einigermassen) im Licht, aber ein gescheiter Güterzug wäre halt auch nett!

Die Stelle war nur 10 Minuten weit weg, und schon bald stand ich bereit. Es dauerte aber noch eine ganze Weile, bis die Sonne überhaupt so teilweise die Strecke erreichte. Sonne… also wenn sie mal zwischen den Wolken durch schaute. Noch bevor die Fotostelle so richtig im Licht war hörte ich einen Zug anrollen, aber die Fotowolke war wieder sehr bereit und so gab es hier keine Chance auf Licht. Ich fuhr dem Zug voraus zurück zur Hauptstrasse, dort hätte ich mit der Drohne etwas machen können, aber dafür gabs ebenfalls kein Licht. Der Auftakt des Tages war schon mal grandios gescheitert.

Nun war ja zwar Freitag, aber eben Karfreitag, und das war auch hier ein Feiertag. Die Frage war nun, was die exakten Auswirkungen auf den Fahrplan waren.

Der Containerzug fuhr jedenfalls, aber damit hatte ich gerechnet. Nun hätte gemäss Plan ein Holzzug folgen sollen, aber da vermutete ich Ausfall, da die Verladung etwas weiter nördlich in Tangiwai wohl heute nicht arbeitete. Zur Sicherheit fuhr ich kurz zu ebendieser hoch, da stand zwar ein voller Holzzug, aber weit und breit kein Leerzug und keine Lok. Die Theorie schien also korrekt.

Als nächsten Programmpunkt hatte ich an das Makohine-Viadukt gedacht. Dafür musste ich wieder ein rechtes Stück gegen Süden fahren, aber Züge sollten keine Unterwegs sein, daher war das etwas egal.

Das Wetter spielte aber nach wie vor nicht mit, schlussendlich stellte ich mich in der Ortsdurchfahrt von Hunterville auf und wartete mal auf den Personenzug. Zu meinem Erstaunen kam der aber nicht, dafür 10 Minuten nach dessen Trasse der Containerzug, etwas vor Plan. Das war zwar jetzt etwas irritierend, aber auch nicht weiter tragisch.

Tragisch hingegen war die Situation am Himmel. Es hatte inzwischen eine geschlossene Wolkendecke. Daher gab es hier in Hunterville kein Bild und auch das Bild am Makohine-Viadukt hatte Ausfall. Trotzdem verfolgte ich mal den Containerzug.

Etwas weiter nördlich wartete ich wieder auf den Zug, denn hier hatte es Auflockerungen in den Wolken. Der Zug brauchte rund 20 Minuten länger als ich (die Strecke kehrte da etwas rum), aber das nützte nichts, trotz Aufhellungen waren die Wolken zuverlässig zur Stelle.

Die weitere Verfolgung dieses Zuges war etwas doof, denn dieser war jetzt bis kurz vor Nationalpark nicht wirklich fotografierbar. Aber was anderes fuhr ja nicht.

Weiter nördlich wurden die Wolken zwar wieder etwas weniger, aber Licht für die angedachte Drohnenstelle hatte es trotzdem keins. Ich guckte nun kurz beim Bahnhof vom Nationalpark vorbei, dort traf ich den Zug und der LF brauchte offensichtlich eine Pause.

Eigentlich hatte ich ja keinen Bock auf eine Verfolgung weit in den Norden, aber was besseres zu tun hatte ich eben auch nicht, also fuhr ich mal zu den Kehren von Raurimu. Die hatte ich zwar schon mal fotografiert, aber vielleicht gings ja noch besser und mit weniger Hochlicht?

Tatsächlich waren die Wolken hier sehr kooperativ! Eher nicht so kooperativ war der abgeschossene Lack und die Nicht-Sauberkeit der beiden Loks… Hjänu.

DL 9227 of KR (KiwiRail) between Nationalpark and Raurimu


DL 9227 of KR (KiwiRail) between Nationalpark and Raurimu


DL 9227 of KR (KiwiRail) between Nationalpark and Raurimu


DL 9227 of KR (KiwiRail) between Nationalpark and Raurimu


Nun war die Foto-Situation bis hinter Taumarunui wieder schwierig, also platzierte ich mich wieder an den Bahnübergang nördlich von Taumarunui, der schon etwa vier mal nicht geklappt hatte.

Die Wolkensituation liess schwer vermuten, dass es auch dieses Mal nicht klappen würde - Und tatsächlich, der sonnige Fleck zog weg statt zu mir, bis der Zug um die Ecke dröhnte.

Aber etwas weiter vorne hatte ich noch andere offene Punkte. Eine der Stellen war ein Drohnenbild von einem Parkplatz aus, mit Fluss und Eisenbahn im Hintergrund. Und hier spielten die Wolken mit! Leider war die Fotostelle dann nicht ganz so toll, wie ich mir das vorgestellt hatte, da der Fluss viel zu weit von der Bahnlinie entfernt war, und das mit der Bildkomposition eher ein Bildkompromiss wurde.

DL 9227 of KR (KiwiRail) between Okahukura and Ongarue


Nun hatte ich es arg stressig, denn der Zug war in diesem Abschnitt relativ fix unterwegs und die nächste Fotostelle nicht weit. Ich versuchte ja normalerweise, nicht wie der letzte Henker zu fahren, aber jetzt gabs mal für ein paar Minuten eine Ausnahme.

Immerhin, ich erreichte die nächste Fotostelle gerade rechtzeitig mit rund 10 Sekunden Reserve, und gut ausgeleuchtet war sie auch!

DL 9227 of KR (KiwiRail) between Ongarue and Waimiha


Zwei neue Fotostellen abgehakt, trotz des Wolkenfrusts am Morgen!
Weiter verfolgen wollte ich den Zug aber nun nicht. Einerseits war das Wetter nicht soooo gut, dass Sonne garantiert gewesen wäre, andererseits hatte ich weiter nördlich keine offenen Fotostellen. Und schlussendlich hatte ich einfach keinen Bock, wieder den ganzen Tag gestresst den Zügen nachzuhetzen.

Aber: Der Zug rauf war jetzt eine Stunde zu früh, vielleicht war der runterzu, der in Te Kuiti kreuzen sollte, das auch? Wenn ja, hätte das noch einige neue Möglichkeiten eröffnet!

Zunächst gabs aber in Taumarunui ein Spätnachmittagessen und anschliessend stellte ich mich erneut in Raurimu an die Kehren. Das Wetter spielte richtig gut mit, die Sonne war dauernd da, und die Wolken lösten sich langsam auf - nicht überall, aber dort, wo sie mussten!

Nur der Zug kam nicht. Das mit der Verfrühung war Wunschdenken, oder vielleicht war der Zug auch komplett Ausfall wegen Karfreitag, alles möglich (im Sonntagsfahrplan fuhr der Zug nicht). Irgendwann gegen 1900 war die Sonne dann weg und ich anschliessend ebenfalls.

Ich fuhr zurück nach Taihape, denn morgen wollte ich mindestens das Vormittagsprogramm nochmal probieren. Es gab zwar keine Garantie, welche Güterzüge genau fuhren, aber immerhin sollte um die Mittagszeit der GVR-Charterzug gegen Norden fahren, der passte ziemlich gut.

Nachdem die Supermärkte heute geschlossen waren (Feiertag zählte wohl mehr als Sonntag!) mussten die Besorgungen an der Tankstelle erledigt werden und damit war der heutige Tag auch beendet.



Samstag, 4.4.2026: Taihape - Taumarunui

Der Plan für heute: Die Morgenstelle bei Mataroa nochmal versuchen, anschliessend irgendwas Schlaues mit dem GVR-Zug machen, der morgens gegen Norden fuhr.

Dieser Plan bekam schnell einen leichten Dämpfer, da es draussen Nebel hatte. Dieser schien aber nicht besonders dicht zu sein. Vielleicht war das auch gar nicht schlecht, denn wenn es Nebel hat, ist das Wetter darüber meistens gut?

So fuhr ich zuerst mal in Richtung Mataroa. Weit kam ich aber nicht: Kaum war ich von der Hauptstrasse weg, sah ich oben am Hang drei Scheinwerfer durch den Nebel ziehen. Gefolgt von ganz vielen leeren Flachwagen. Und zuhinterst noch ein paar Containern.

OK, soviel zu dem Thema. Der Holzzug fuhr heute sowieso nicht, sprich es blieb eh nichts anderes übrig, als gleich diesen Zug zu verfolgen.

Ein erstes Bild gab es in Mangaweka gleich beim Hauptstrassen-Bahnübergang. Wieso genau? Keine Ahnung, ich hatte einfach Bock, ein Nebelbild zu machen.

DL 9262 of KR (KiwiRail) at Mangaweka


Wie man sieht, waren die Loks wieder das dreckige Päärchen von gestern. Aber bei der Nicht-Beladung war der Zug eh nicht besonders fotogen.

Trotzdem, besseres hatte ich ja nicht zu tun, daher gab es noch ein Bild, diesmal mit Sonne, in Hunterville.

DL 9262 of KR (KiwiRail) at Hunterville


Auf der Suche nach weiteren Fotostellen fuhr ich mal an Marton vorbei und der Strecke entlang in Richtung Halcombe, da war ich noch nie. Und prompt fand sich da eine Oben-Träger-Brücke. Auch ein zweiter Eisenbahnfotograf war da gerade anwesend. Kam da etwa… ein Dampfzug?!? (Nein, es kam kein Dampfzug).

DL 9262 of KR (KiwiRail) between Greatford and Rangitawa


Ich fuhr zum anderen Ende der Brücke und studierte etwas rum, ob ich da ein Bild des GVR-Charterzuges machen wollte. Ich wurde durch das brummen von 20 EMD-645-Zylindern jäh aus meinen Gedanken gerissen - Der GVR-Charterzug war schon da, deutlich vor Plan! Für ein Bild reichte es mir hier nicht mehr, aber dafür in Hunterville oben am gleichen Bahnübergang wie vorher, einfach in Gegenrichtung.

DBR 1254 of GVR (Glenbrook Vintage Railway) at Hunterville


Mein eigentlich gewünschtes Hauptmotiv in der Gegend war aber das Makohine-Viadukt. Zum Glück lief es mit dem Verkehr gerade recht geschmeidig, denn viel Zeit hatte ich nicht - der Zug war ganz schön zügig unterwegs und reizte die Streckengeschwindigkeiten gut aus! Lediglich auf dem Viadukt wurde langsam gefahren - gut für die Aussicht!

DBR 1254 of GVR (Glenbrook Vintage Railway) between Mangaonoho and Mangaweka


DBR 1254 of GVR (Glenbrook Vintage Railway) between Mangaonoho and Mangaweka


Nun ging es durch Taihape zur nächsten angedachten Fotostelle. Die Strecke kehrt hier etwas hin und her, um an Höhe zu gewinnen. Ich hatte da ein kleines Tal im Sinn, wo die Strecke neben dem Fluss verläuft. Das sah von unten ganz nett aus, von oben mit der Drohne war es dann weniger spektakulär als erhofft, aber trotzdem nett.

Der Zug machte allerdings irgendwo Pause, denn es dauerte eine gute halbe Stunde, bis er auftauchte. Trotzdem war er aber noch immer eine halbe Stunde vor Plan.

DBR 1254 of GVR (Glenbrook Vintage Railway) between Ngaurukehu and Hihitahi


Diese Verfrühung war nun ganz gut, denn es gab ja da noch das Makatote-Viadukt, das Keinverkehr-Viadukt aus Teil 3, das eigentlich kaum zu fotografieren war. Die Güterzüge am Morgen waren eine Stunde zu früh, die Güterzüge am Mittag ohne Seitenlicht unterwegs und die Güterzüge am Abend eine Stunde zu spät. Das waren doch keine Zustände, macht mal was, KiwiRail!

Jedenfalls: Der GVR-Zug war nun dank der Verfrühung noch mit halbwegs Seitenlicht unterwegs - Sofern er diese denn behielt!

Und so gings hoch zum Viadukt, wieder zum Sessel im Gebüsch, der als Standort diente. Die Drohne wurde auch positioniert. Allerdings war die Fotowolke zur Stelle. Ich schickte ein paar Flüche gegen den Himmel (“Old man yelling at clouds”) und das nützte - Die Wolke verschob sich tatsächlich gerade weit genug weg! Ein paar Minuten später tauchte ein weiterer Fotograf auf, der sich als freiwilliger Helfer der GVR entpuppte; er fuhr parallel zum Zug mit einem grossen Dieseltank auf einem Anhänger mit. Er meinte, der Zug sollte bald kommen, denn die Loks liefen gut und die Mannschaft habe kein Bedürfnis, langsam zu fahren. Und so war es dann auch! Definitiv eines der Highlights dieser Ferien!

DBR 1254 of GVR (Glenbrook Vintage Railway) between Horopito and Makatote


DBR 1254 of GVR (Glenbrook Vintage Railway) between Horopito and Makatote


Nächste Station: Kehren von Raurimu? Bei genauerer Studie der Karte stellte sich heraus, dass diese zu dieser Zeit etwas schwierig umzusetzen waren. Ich hatte zudem keine Zeit, um in die Kehren rauf zu fahren. Ich entschied mich daher, diese auszulassen und stattdessen zum Piriaka Lookout vorzufahren.

Dieser entpuppte sich dann aber leider als nicht so geeignet für Eisenbahnfotos, denn dafür hatte es einfach zuviele Bäume am Gleis. Ich stellte mich dafür in Piriaka selbst an die Strassenbrücke. Diese wollte ich schon vor ein paar Wochen mal umsetzen, aber mir fehlten immer die Züge zur richtigen Zeit - Der GVR-Zug hingegen kam jetzt gerade richtig!

DBR 1254 of GVR (Glenbrook Vintage Railway) between Mangaweka and Manunui


Nun ging es nach Taumarunui rein. Dort hätte man auf der Rückseite des Bahnhofs Fotos machen können, aber der Zug war derart schnell unterwegs, dass das zeitlich nicht mehr reichte - Zudem waren hier erneut die Fotowolken da.

Trotzdem fuhr ich dem Zug noch hinterher bzw. bald wieder voraus. Doch bei der nächsten anvisierten Fotostelle war die Fotowolke wieder präsent, und bei der nächsten Ecke war der Zug schon da, als ich gerade die Drohne auspackte. Je weiter ich fuhr, desto dichter wurden die Wolken, und irgendwann stellte sich mir die Sinnfrage. Für eine gescheite Verfolgung war der Zug zu schnell und das Wetter hier zu schlecht, daher brach ich die Übung hier ab und fuhr zurück nach Tamarunui. Dort stellte ich mich einmal mehr an den fünfmal-probiert-und-jedesmal-verkackt-Bahnübergang, denn gemäss Samstagsfahrplan hätte eigentlich noch ein Containerzug kommen müssen.

Inzwischen wurde aber auch hier das Wetter eher schlechter. Zwischendurch hatte es aber noch immer etwas Sonne. Das war aber alles egal, denn der Güterzug tauchte nicht auf. Hatte ich ihn irgendwo dumm verpasst? War er Ausfall weil Ostern? War er einfach viel zu spät? Hjänu, das war jetzt auch egal, ein gescheites Bild gab es hier heute keins mehr. Aber das konnte die Freude über die Erfolge mit dem GVR-Zug nun auch nicht mehr trüben!

Damit war das Programm für heute auch quasi beendet. Abendessen, Tanken, Hotel, Spaziergang dem Fluss entlang, Einkauf, gute Nacht!