Eisenbahn am Ende der Welt - 10: Unterwegs von Ost nach West

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Freitag, 27.3.2026: Picton - Palmerston North

Heute hatte ich einmal mehr nicht viel vor, ausser die Fähre nach Wellington zu nehmen. Das Wetter gab auch nichts her, daher war das kein Verlust.

Das Hotel hatte leider kein Frühstück für mich (weil wegen gibts nicht… nennt sich aber “Hotel”), aber gestern hatte ich im Supermarkt vorgesorgt.

Pünktlich gings zur Fähre, und der Check-In klappte einwandfrei. Das Wetter war zwar stark bewölkt und zwischendurch regnete es etwas, aber nicht stürmisch. So war die Überfahrt nicht unangenehm, aber zum Fotografieren und draussen geniessen auch nur bedingt geeignet.

Ziemlich pünktlich kamen wir in Wellington an. Ich hatte ja keine wirklichen weiteren Pläne; wenn das Wetter gut gewesen wäre, hätte ich mir mit den Fotostellen etwas Mühe gegeben, aber so war das eher sinnlos. Bei der Brücke in Paremata stellte ich mich kurz raus für eine S-Bahn, aber die machten so als Querschuss leider nicht viel her.

FP 4570 of KR (KiwiRail) between Paremata and Mana


Ich guckte mir noch ein paar weitere Fotostellen am Meer an, in der Gegend da gingen schon noch ein paar Dinge! Dummerweise waren viele davon Morgenstellen mit einem relativ engen Zeitfenster zwischen “Sonne ist da” und “kein Seitenlicht mehr”. Mal gucken, vielleicht finden wir eine Gelegenheit dafür.

Das Tagesziel war Palmerston North, weil morgen die Glenbrook Vintage Railway wieder unterwegs war, und Palmerston North war dafür kein schlechter Startpunkt.

Im Hotel angekommen gabs zu Fuss ein Abendessen und Einkauf, und anschliessend kümmerte ich mich wieder um das Rückflug-Problem.

Die Hotline war einmal mehr auch nach über einer Stunde Wartezeit nicht erreichbar. Ich klickte aber mal die Alternativen durch, und einen Tag später als ursprünglich geplant gabs da eine Verbindung bei Qatar mit Umstieg in Melbourne, aber ansonsten recht attraktiv und besser als über Kuala Lumpur. Wahrscheinlich war das jetzt zwar etwas teurer als der Restwert der ursprünglichen Buchung, aber so nach 5 Stunden erfolglosen Versuchen, die Hotline zu erreichen (wohlverstanden bei ungewissem Ausgang, ob die dann irgendwas gescheites Umbuchen können und wollen, und wieviel es dann kostet), entschied ich mich dafür, das jetzt so einfach zu buchen.

Gesagt, getan. Im Hintergrund lief derweil noch die Warteschlange weiter. Und keine Minute, nachdem der neue Flug gebucht war, nahm tatsächlich jemand ab! Wie sinnlos!

Stattdessen stornierte ich halt die alte Buchung (das klappte prompt) und damit war das Thema erledigt… oder?

Die Frage war nun noch, ob ich für Australien ein Visum brauchte. Grundsätzlich ging der Transit in Melbourne für viele Nationalitäten visafrei, aber nur, wenn ich das Gepäck nicht abholen und neu aufgeben musste. Und zu der Frage, ob das der Fall war, war natürlich keine klare Antwort aufzutreiben.

Ich versuchte es mal mit einer Anfrage für ein Transitvisum, nur um nach über einer Stunde Formulare ausfüllen und Dokumente scannen festzustellen, dass ich irgendwo vor Ort auftauchen müsste, um biometrische Daten zu erfassen. Das wurde einem aber nicht von Anfang an mitgeteilt, sondern da kam erst nach dem ganzen Prozess ein Mail mit dieser Information… Es gab da auch eine App dafür, aber die war für meinen Fall irgendwie nicht nutzbar. Oh man, was für ein sinnloses Bürokratie-Theater!

Beim nochmal durchlesen des Bestätigungsmails von Qatar fand ich aber dann doch noch den Hinweis, dass man ein Visum bräuchte, falls man nicht für einen visafreien Transfer zugelassen sei. Daraus schloss ich mal, dass man *kein* Visum brauchte, wenn man für visafreien Transfer zugelassen war. Also waren meine ganzen Visa-Versuche wohl unnötig. Hoffentlich.

Jetzt war nur noch die Frage, ob ich die Autovermietung überzeugen konnte, mir das Auto noch etwas länger zu leihen. Sonst gab es dann halt einen autofreien Tag in Auckland, auch ganz OK.

Immerhin, die Rückreise war jetzt organisiert, jetzt konnte ich entspannt(er) die letzten anderthalb Wochen auf der Nordinsel angehen. Gute Nacht!



Samstag, 28.3.2026: Palmerston North - New Plymouth

Nachdem ich gestern den ganzen Abend damit verbracht hatte, meine Rückreise irgendwie in den Griff zu bekommen, hatte ich für heute nicht so eine Ahnung, was ich machen wollte. Das Einzige, was klar war, war die erste Fotostelle des Tages, und dass ich dort die “East West Rail Tour” der Glenbrook Vintage Railway fotografieren wollte. Diese kam heute von Ohakune runter bis Marton und fuhr anschliessend nach New Plymouth hoch. Es war auch gut, dass der fuhr, denn heute war ja Samstag und der Güterverkehr daher dünn - nach New Plymouth hoch fuhr am Wochenende regulär gar nichts.

Im Hotel gabs erstmal Frühstück, dann fuhr ich raus in Richtung Norden. Die Fahrt war ziemlich mühsam. Bei Mangaweka ging gerade vor mir der Bahnübergang runter, und ein Güterzug tauchte auf. Blöd, auf der anderen Seite des Bahnübergangs hätts sogar ein nettes Bild geben können… Das war natürlich auch der erste und letzte Güterzug des Morgens.

Irgendwann war die Morgenstelle dann doch noch erreicht. Ich hatte dort schon zwei Schlechtwetterbilder gemacht, obs diesmal mit Sonne klappt? Die Wolken und der Siff liessen mich mal dagegen wetten, auch wenn zwischendurch die Sonne draussen war.

Ein Holzzug wie letztes mal tauchte leider nicht auf, der fuhr am Samstag nicht. Aber irgendwann tauchte der erwartete Charterzug auf. Die Wolken machten es spannend, aber nur Sekunden vor dem Zug gab es dann doch noch Sonne!

DBR 1254 of GVR (Glenbrook Vintage Railway) between Ngaurukehu and Mataroa


Die nächste Fotostelle, die sich geradezu aufdrängte, war das Makohine Viaduct, welches mich bei der Hinfahrt geradezu anlachte. Frontlicht war leider noch nicht, aber Seitenlicht gabs genug. Das klappte dann auch einwandfrei!

DBR 1254 of GVR (Glenbrook Vintage Railway) between Mangaweka and Mangaonoho


Zwischendurch hatte ich auf Google Maps und Railfanatlas ein paar Fotostellen an der Strecke nach New Plymouth hoch raus gefriemelt, und so hatte ich ein paar Ideen, wo ich hinfahren konnte. Zunächst ging es aber nach Marton, um das Umfahren für den Richtungswechsel zu fotografieren (das war wohl auch der Hauptgrund, weshalb der Zug mit zwei Loks bestückt wurde). In Marton verwirrte mich der Perronzugang etwas, aber es stellte sich heraus, dass man mit dem Auto direkt auf den Perron fahren konnte! Dafür war der Perronzugang aus der Unterführung abgesperrt. Musste man nicht verstehen.

DC 4818 of GVR (Glenbrook Vintage Railway) at Marton


DC 4818 of GVR (Glenbrook Vintage Railway) at Marton


Ein paar Minuten später ging es dann aus Marton raus.

DC 4818 of GVR (Glenbrook Vintage Railway) at Marton


Nun ging es aber ganz fest in die Quellwolken rein, und die nächsten drei Fotostellen gingen daher im Wolkenschatten unter. Erst hinter Normanby klappte es wieder.

DC 4818 of GVR (Glenbrook Vintage Railway) between Normanby and Eltham


Die Ecke nördlich von Midhirst klappte ebenfalls einwandfrei.

DC 4818 of GVR (Glenbrook Vintage Railway) between Stratford and Inglewood


Das letzte Bild in der Ausweiche von Lepperton klappte nur so halb. Immerhin die Loks waren im Licht.

DC 4818 of GVR (Glenbrook Vintage Railway) at Lepperton


Der Zug fuhr bis Puke Ariki, ein Haltepunkt kurz vor dem Hafen Taranaki hinter New Plymouth. Der Haltepunkt wurde offenbar gerne für Tourpassagiere genutzt. New Plymouth (wie auch so ziemlich alle anderen Orte an dieser Strecke) hatte keinen eigentlichen Personenbahnhof mehr, es fuhren wohl auch schon seit Jahrzehnten keine Personenzüge mehr. Die Situation in Puke Ariki war aber nicht so wirklich fotografierbar, daher guckte ich nur zu, wie der Zug anschliessend zurück geschoben wurde in den Güterbahnhof von New Plymouth, wo wohl wieder umgespannt und übernachtet wurde.

Damit war nun das Tagesprogramm beendet. Wochentags hatte es auf dieser Strecke durchaus Güterverkehr, am Wochenende fuhr aber gar nichts, nicht mal nachts. Für mich ging es daher ins Hotel und zum Abendessen, und das war es dann auch schon für heute.



Sonntag, 29.3.2026: New Plymouth - Palmerston North

Der morgendliche Blick aus dem Fenster verriet: Eine dichte Siffwolkenschicht hatte vermutlich die ganze Nordinsel im Griff, und definitiv meine Region.

Das Programm auf den Schienen bestand heute aus dem Glenbrook Vintage Railway-Zug, der als Charter etwas gegen Süden nd anschliessend wieder zurück nach New Plymouth fuhr. Nicht besonders spannend.

Meteoblue war der Meinung, dass es in der Gegend Ohakune - Taumarunui etwas Sonne haben könnte. Mit Betonung auf *könnte*.

Ich fuhr als erstes mal zur Tankstelle, denn das hatte ich gestern vergessen, und guckte mir die Optionen nochmal an. Hier bleiben für den GVR-Zug? Keine Lust, die Gegend war mässig spannend und den Zug hatte ich gestern eigentlich ganz gut fotografiert. Nach Taumarunui hoch? Da gabs keine gescheite Strasse, und tendentiell wollte ich heute Abend in Palmerston North unten sein, da war das etwas die falsche Richtung. Also nach Ohakune rüber. Dort sollte ich eine halbe Stunde vor den beiden nordwärts fahrenden Zügen (den einzigen fotografierbaren des Tages) sein, knapp, aber OK.

Also fuhr ich mal nach Ohakune rüber. Die Wettersituation wurde aber nicht wesentlich besser. Also es gab zwar ein paar blaue Bereiche in der Siffschicht, aber die zu Treffen wäre quasi unmöglich und selbst wenn ich diese getroffen hätte, dann wäre der ganze Bildhintergrund nur Siff gewesen. Und das in dem Abschnitt, in dem ich schon Fotos gemacht hatte. Irgendwie war das alles sinnlos.

Ich entschied mich daher stattdessen für ein Touristen-Programm und fuhr die Ohakune Mountain Road den aktiven Vulkan Ruapehu hoch. Der Kontrast von Urwald unten zu blanker Steinwüste auf kürzester Distanz war schon spannend, aber fotomässig bei dem aktuellen Wetter leider unattraktiv. Eine kleine Wanderung zu den Waitonga Falls gab es aber noch.

At Waitonga Falls


At Waitonga Falls


Irgendwann hatte ich genug rumgetüdelt und entschied, wie angedacht nach Palmerston North runter zu fahren. In Palmerston North gings wieder ins Copthorne, Abendessen beim Chinesen nebenan und Abendspaziergang im Stadtpark.

Für Morgen waren zwei Dinge im Angebot: Die Strecke nach Napier hatte Güterverkehr, und ein Zug von Steam Incorporated Limited (möglicherweise Dampfzug) fuhr von Paekakariki (so wies Aussieht der Haupt-Stützpunkt von SIL) nach Woodville mit den “Mad Hatters” (die “verrückten Hutträger”, tönt nach einer tollen Sauftour!), ich konnte mich also schon beschäftigen. Aber ob das Wetter mitspielt…?



Montag, 30.3.2026: Palmerston North - Palmerston North

Der heutige Tag begann noch bei Dunkelheit. Ich wollte mich für den Güterverkehr nach Napier aufstellen, und der erste Zug dorthin verliess Palmerston North schon um 07:00, also zumindest gemäss Werbung.

Nun, die Züge waren eher langsam, so dass ich den auch problemlos noch etwas später aufgabeln konnte. So gabs erstmal Frühstück und so gegen 07:30 ging es los. Die erste Fotostelle fand ich gleich hinter Woodville, dort konnte man sich schön auf eine Strassenüberführung stellen.

Das Wetter? Grauslig. Aber ich wollte erst mal sehen, wann der Zug überhaupt kam, und weiter gegen Napier gabs dann schon noch Gelegenheit für besseres Wetter.

Zunächst kam aber kein Zug, sondern vom nahen Bauernhof ein Quad vorbei, dessen Fahrer mein Auto beäugte. Etwas später guckte ein anderer Quadfahrer, was ich da machte, und nochmal etwas später kam ein dritter und wollte etwas quatschen. Ja, der Zug sollte bald kommen, meinte er. Ob ich denn Influencer sei und so…

Also es hatte niemand irgendwas dagegen, dass ich hier rum stand, aber offensichtlich fiel es auf 🙂

Was aber nicht auftauchte, war der Zug. Ich war ja etwa eine halbe Stunde vor Planzeit hier (ja, trotz Abfahrt in Palmerston North eine halbe Stunde *nach* Plan), und inzwischen eine Stunde am Warten.

Dumm war jetzt: Der konnte natürlich auch schon durch sein. Das Wetter gab gerade sowieso nichts her, ich entschied daher, deutlich weiter in Richtung Napier zu fahren.

Unterwegs guckte ich mir ein paar Ausweichstellen an, aber da war nirgends auch nur ein Hauch von einem Zug zu sehen.

Schlussendlich stellte ich mich in Waipawa an die Flussbrücke. Inzwischen hatte es sogar recht viel Sonne, nur dummerweise hatte ich hier nur noch eine halbe Stunde Seitenlicht. Dass der Zug hier schon durch war, war sehr unwahrscheinlich, denn inzwischen musste ich ihm über eine Stunde voraus sein.

Und wieder passierte nichts. Nach knapp anderthalb Stunden beschloss ich, mich langsam für den zweiten Zug umzuplatzieren. Als ich gerade am wegfahren war, tauchte der erwartete Zug auf, hier ungefähr im Plan. Er war also wohl eine knappe Stunde zu spät ab Palmerston North und hat dann einiges aufgeholt (zwischendurch hätte der Zug gemäss Plan mal eine halbe Stunde Pause gehabt, die fiel wohl aus).

Eine Verfolgung war nun aber sinnfrei, denn weiter in Richtung Napier waren die Fotostellen nicht im Licht. Immerhin wusste ich jetzt, was Sache ist.

Ich fuhr nun also zurück in Richtung Palmerston North und stellte mich wieder nördlich von Woodville zunächst an einen Bü, später auf dieselbe Strassenüberführung wie am Morgen, einfach anderen Gleisseite. Das Wetter hatte hier sehr viele Wolken, aber auch längere sonnige Abschnitte, mit sehr tollem dunklem Hintergrund!

Nur, der zweite Zug des Tages tauchte einmal mehr nicht auf. Zumindest die 1.5 Stunden vor Plan nicht. Und eine Stunde nach Plan ebensowenig.

Das Wetter wurde immer schlechter, und zwischendurch zog etwas Regen durch. Ich verkroch mich daher ins Auto und wartete dort weiter. Rund 1.5 Stunden nach Plan tauchte der Zug dann doch noch auf, ein Holzzug.

Ich fuhr mal nach Ormondville, dort hatte ich ein paar Brücken rausgesucht. Die Bewölkung wurde unterwegs wieder lockerer, leider zog nun weiter oben eine dichte Siffschicht rein. Als ich bei den Brücken ankam, hatte es noch ein wenig Licht, aber die Siffschicht wurde derart dicht, dass es ziemlich schnell nur noch dunkel wurde. Nach ein paar Minuten kam der dritte Zug des Tages vorbei, der Containerzug aus Napier, der eigentlich erst nach dem Holzzug hätte kommen sollen. Aber der Holzzug war wohl soviel zu spät, dass die Kreuzung verlegt wurde.

Das nützte beim Keinlicht natürlich alles nichts mehr. Als letzten Versuch fuhr ich noch nach Waipukurau zur dortigen Flussbrücke, aber die taugte nicht viel (Drohne war nicht wegen nahem Flugplatz) und der Siff war inzwischen derart undurchdringbar, dass das alles nicht nur sinnlos, sondern auch komplett aussichtslos war.

Als Abschluss des Tages gab es daher einen kleinen Spaziergang dem Fluss entlang und anschliessend fuhr ich zurück nach Palmerston North. Denn, wie man am Fehlen jeglicher Fotos leicht erkennen kann, war das heute nicht gerade ein Erfolg. Vielleicht klappt es morgen ja besser?



Dienstag, 31.3.2026: Palmerston North - Palmerston North

Heute hatte ich dasselbe vor wie gestern - einfach diesmal mit Erfolg! Also die Wetterprognosen waren jetzt nicht soo gut, dass dieser Erfolg garantiert gewesen wäre, aber es sollte zumindest besser sein als gestern.

Nach dem Frühstück (Hotel hatte schon Vorteile gegenüber den Motels…) ging es daher wieder raus an dieselbe Hauptstrassenüberführung wie gestern. Rund 40 Minuten vor der Planzeit stand ich bereit (gestern kam der Containerzug ja mehr als eine halbe Stunde nach Plan).

Das Wetter hatte zwar viele Wolken bereit, aber meine Fotostelle war quasi dauernd im Licht, da konnte ich mich nicht beschweren. Und zu meiner Freude tauchte der Zug nach einer knappen halben Stunde Wartezeit auch tatsächlich auf, rund eine Viertelstunde vor Plan. Sehr schön!

DL 9671 of KR (KiwiRail) between Woodville and Oringi


Natürlich verfolgte ich den Zug jetzt, und hinter Dannevirke stellte ich mich bei einer Brücke auf. Unerfreulich war, dass sich ein Schleierwolken-Feld schön bei mir gebildet hatte. Während der Wartezeit hatte es mal mehr, mal weniger Licht. Als der Zug dann kam, hatte es eher mehr Licht, aber so ganz 100%ig war das leider nicht, daher musste Photoshop etwas nachhelfen.

DL 9671 of KR (KiwiRail) between Dannevirke and Makotuku


Die nächste Brücke hinter Ormondville hatte ich schnell erreicht, hingegen der Zug brauchte erstaunlich lange. Da gab es wohl eine Reihe von Langsamfahrstellen und so wie es aussah, mussten auch Fahrstrassen per Funk angefordert werden; die Züge hielten zumindest gerne mal vor den Ausweichstellen an.

Dumm war aber, dass mein persönliches Sifffeld auch gerade präsent war, und so war alles ganz schön dunkel. Keine Freude.

Ich wollte weiter nach Takapau hoch fahren, doch da hatte man eine Baustelle eröffnet, und der Verkehr wurde auf undefinierte Zeit angehalten. Nach etwa fünf Minuten ohne Regungen entschied ich mich umzudrehen und hinten raus zu fahren. Das war leichter gedacht als getan, denn in Ormondville war die nächste Querverbindung ebenfalls eine Baustelle und nicht passierbar. Erst in Makotuku kam man wieder zur Hauptstrasse rüber.

Dieses Manöver hatte mich jetzt gut und gerne eine Viertelstunde gekostet, aber da die Züge ja nicht so schnell unterwegs waren, machte mir das keine besonderen Sorgen. Der nächste angedachte Punkt war die Brücke in Waipawa. Den Zug sah ich unterwegs nicht, und so war ich ziemlich sicher, dass ich vor ihm war. Ausserdem hatte der Zug theoretisch in Takapau und Waipukurau je eine halbe Stunde Aufenthalt, wobei mir das seltsam vorkam und ich nicht darauf vertraute, dass diese Aufenthalte stattfanden.

Jedenfalls stellte ich gleich mal die Drohne raus, denn ob ich genügend Vorwarnzeit hatte, war nicht so klar. Zunächst passierte aber einen ganzen Akku lang nichts. Nach Akkuwechsel wartete ich weiter, aber es passierte wieder nichts. Da ich den inzwischen schon dritten Akku nicht ganz leeren wollte, nahm ich die Drohne runter, liess sie aber startklar am Boden.

Und diese Taktik zahlte sich aus, denn kaum 10 Minuten später hupte es um die Ecke. Drohne rauf, es reichte problemlos, und das Bild klappte einwandfrei!

DL 9671 of KR (KiwiRail) between Waipukurau and Waipawa


DL 9671 of KR (KiwiRail) between Waipukurau and Waipawa


Nun hatte ich natürlich dasselbe Problem wie gestern: Weiter gegen Napier war lichttechnisch schwierg.

Aber heute gab es ein Alternativprogramm, denn vor dem Holzzug verkehrte noch der Glenbrook Vintage Railway-Charter nach Napier. Und wenn ich jetzt gerade ginge, war ich nur fünf Minuten zu spät in Woodville!

Aber Googles Schätzungen waren auf der Hauptstrasse hier eher konservativ. Es gab zwar dauernd irgendwelche 80-90 km/h “Schleicher” (gefühlt aktuell mehr, könnte mit den höheren Spritpreisen zu tun haben - die rasenden Pick-Ups waren zumindest deutlich weniger geworden), aber man hatte genügend Überholmöglichkeiten und gefühlt schien es über Mittag auch weniger Verkehr zu haben.

Und so war ich dann statt 5 Minuten zu spät drei Minuten zu früh am angedachten Bahnübergang in Woodville. Wobei, kam war ich da, hupte auch schon der Zug um die Ecke, effektiv wars wohl eher eine knappe Minute zu früh. Auch das Wetter war gerade kooperativ!

DBR 1254 of GVR (Glenbrook Vintage Railway) between Woodville and Oringi


Nun hatte ich natürlich eine weitere Chance für die ganzen Brücken hinter Dannevirke. Zunächst gab es aber ein schnelles Drohnenbild an einem Bahnübergang südlich von Dannevirke.

DBR 1254 of GVR (Glenbrook Vintage Railway) between Woodville and Oringi


Anschliessend fuhr ich die erste Brücke nördlich von Dannevirke an und stellte die Drohne raus. Hier war aber die Fotowolke pünktlich 30 Sekunden vor dem Zug zur Stelle.

Die Brücke bei Makotuku hatte aber ebenfalls kein Licht, da musste ich es mit der Drohne gar nicht versuchen. Und die Brücke hinter Ormondville war ebenfalls total im Wolkenschatten. Das war jetzt alles komplett für garnichts. Noch bevor der Zug kam, drehte ich um und fuhr zurück. Zu allem Überfluss hatte der Zug dann bei einer Brücke, die ich übersprungen hatte, sogar kurz Licht, aber da konnte ich nur noch zuschauen, denn dafür war ich zu spät. GRRRRRRRRR.

Das mit den Wolken war aber nicht einfach Pech, sondern die Quellwolken gingen hier gerade in eine lückenlose Wolkenschicht über. Und dasselbe blühte mir wohl auch weiter in Richtung Napier.
Das war jetzt wieder eine Situation, da konnte man einfach nicht wissen, was man tun soll. Personenzug weiter verfolgen? Oder zurück nach Woodville und auf den Holzzug warten?

Anstatt (vermeintlich sinnlos) Kilometer zu schrubben, entschied ich mich, zurück nach Woodville zu fahren und dort auf den Holzzug zu warten. Falls das Wetter wieder besserte, konnte ich den verfolgen, und wenn das Wetter nicht besser wurde, konnte ich die Übung abblasen.

Das Wetter wurde aber nicht besser, im Gegenteil. Die Wolken waren dicht und zwischendurch regnete es.

Ich stellte mich daher nicht mehr für den Holzzug auf, sondern schaute mir das Ostende der Manawatu Gorge an. Die Bahn führte durch diese Schlucht, und die Bahnstrecke war hier sogar erstaunlich wenig zugewuchert. Die Strasse führte mal hier durch, wurde aber durch eine Art Autobahn aussen herum ersetzt.

Ganz doof war aber: Die alte Strasse durch die Schlucht existierte noch, wurde aber abgeriegelt, so dass man sie auch zu Fuss nicht mehr begehen konnte! (Also, man konnte schon, musste aber über die Absperrung klettern). Das war ja mal völlig idiotisch und unnötig hier!

Nun, rein von den Fotomöglichkeiten her war das nicht sooo schlimm, denn mit der Drohne ginge trotzdem was. Dumm war nur: Licht aus war um 17:30, der Abendzug war planmässig aber erst ca. 18:15 hier. Blöd jetzt.

Ich machte noch kurz eine Wanderung zu einem Aussichtspunkt hoch, aber dieser war so weit über dem Tal, dass das fotomässig nichts brachte.

Leicht gefrustet von den ganzen Brücken-Fehlschlägen und dem sinnlosen Nachmittag fuhr ich zurück nach Palmerston North, Frustessen bei Wendy’s (ja das gabs hier), Einkaufen und schlussendlich wieder ins bekannte Hotel.

Im Nachhinein betrachtet war der Frust natürlich etwas unangebracht, denn es gab ja doch ein paar nette Eisenbahnbilder, so etwa sechs mehr als die letzten beiden Tage zusammen!

Morgen sollte das Wetter besser sein als heute, und am Donnerstag dann sogar richtig gut. Vermutlich hatte ich also noch Gelegenheit, die fehlenden Motive nachzuholen. Gute Nacht!