Eisenbahn am Ende der Welt - 7: Kein Verkehr in der Buller Gorge

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Montag, 16.3.2026: Greymouth - Greymouth

Heute sollen sie also wieder fahren, die Kohlezüge! Meinte zumindest der Fahrplan.

Das Wetter? Unentschieden. In eine Richtung gut, in die andere Richtung schlecht.

Der Plan? In Otira den Kohlezug vor dem P-Zug abfangen und bis in die Buller Gorge verfolgen.

Also machte ich mich auf den Weg nach Otira, so dass ich rund 1-1.5 Stunden vor dem Kohlezug da war, um auch den Fall einer Verfrühung abgedeckt zu haben. Das Wetter unterwegs wollte noch nicht so recht. Unterwegs sah ich keinen Zug, und so wartete ich erst mal gemütlich mit meinem Buch auf einem Kiesplatz bei einer Brücke, die als Drohnen-Motiv hätte herhalten können. Wenn denn das Wetter mitgespielt hätte, was es nicht tat.

Mein Buch war durchaus unterhaltsam. Das war auch bitter nötig, denn auf den Gleisen gabs keine Unterhaltung, der Zug kam nicht. Ich fuhr mal vor nach Otira, der Bahnhof war leer. Das sagte aber nicht viel, da die Schubloks schon oben sein konnten für den Personenzug. Noch wäre Zeit gewesen für den Güterzug…

… Irgendwann dann nicht mehr. Bald war der Personenzug oben am Pass und dann konnte der Kohlezug nicht mehr kommen. Ich fuhr daher mal zum Pass hoch. Theoretisch hätte ich dabei zwar den Kohlezug überfahren können, das glaubte ich aber weniger, denn eigentlich wurde hier schon geschaut, dass den Personenzügen keine Güterzüge im Weg waren. Und gemäss Fahrplan hätte der schon vor deutlich über einer Stunde durch müssen.

Oben am Pass traf ich dann schon bald die ganzen Schubloks, die im Bahnhof für den Personenzug bereit standen, und der TranzAlpine kam mir auch gleich entgegen. Das war alles wie erwartet, für den war ich einfach zu spät. Ich hatte aber einen anderen Plan: 2h hinter dem Personenzug sollte wieder ein Kohlezug kommen. Der war zwar zu spät für das Programm in der Buller Gorge, aber wenigstens konnte es so mal wieder ein paar Güterzug-Bilder geben. Dieser Kohlezug war auch sonst relativ zuverlässig, daher vertraute ich mal, dass der dann auch auftaucht.

Ich stellte mich mal vor Cass an den Bahnübergang. Die Drohne ging so 15 min vor Planzeit rauf, und kurz nach Plan tauchte der Zug dann auch tatsächlich auf. Nett!

DXC 5304 of KR (KiwiRail) between Craigieburn and Cass


DXC 5304 of KR (KiwiRail) between Craigieburn and Cass


Ich wollte den nun verfolgen, und weit musste ich dafür nicht mal, denn der Zug hielt in Cass an. Kreuzug? Gemäss Plan nicht, also besser beeilen… Und so huschte ich rasch über die Mount White Bridge für ein weiteres Drohnenbild.

DXC 5304 of KR (KiwiRail) between Cass and Cora Lynn


Der Zug hielt vor dem Blocksignal wieder kurz an, und fuhr anschliessend langsam weiter, also wohl Probleme mit der Sicherungsanlage. Dadurch war ein weiteres Drohnenbild möglich mit der Mount White Bridge.

DXC 5304 of KR (KiwiRail) between Cass and Cora Lynn


Nun fuhr er zügig weiter und ich war im Hintertreffen; erst am Pass oben sah ich den Zug wieder. Aber damit war zu rechnen.

Die Otira Gorge runter ging es wieder relativ zügig. In Otira wartete ich kurz, bis der Zug kam. Ich wollte die Frage klären, ob die Kohlezüge bergab auch zusätzliche Loks erhalten, und nein, zumindest dieser nicht. Das war allerdings etwas seltsam, denn im grafischen Fahrplan waren auch für die leeren Kohlezüge bergab Lokzüge zum Positionieren der Schubloks und entsprechende Haltezeiten in Arthurs Pass und Otira drin.

Nun, das Wetter hier in der Gegend machte keinen Bock auf Fotos, so fuhr ich mal weiter bis an einen Bü hinter Jacksons und wartete dort auf den Zug. Was immer die machten - schnell waren sie nicht, es dauerte ganz schön lange, bis er kam. Zwischendurch war auch die Sonne draussen, aber leider nicht für den Zug. Da die Stelle auch eher mau war, ersparte ich mir das Bild.

Ich fuhr dem Zug aber weiter hinterher bzw. bald voraus bis hinter Moana. Dort hatte ich eine Brücke erspäht, die war mit der Drohne schön umzusetzen und für diesen Zug wunderbar im Licht. Zudem hatte das Wetter hier gerade ein schön grosses blaues Loch für mich platziert! Hier musste ich auch nicht lange warten, bis der Zug kam.

DXC 5304 of KR (KiwiRail) between Moana and Kokiri


Wunderbar!

Nun kam dem Zug aber langsam der Personenzug entgegen. Ich ging davon aus, dass der Kohlezug daher in Kokiri raus gestellt würde, und genau das passierte auch. Ein paar Minuten später kam der Personenzug von hinten. Eine weitere halbe Stunde später kam noch ein Kohlezug von hinten, und irgendwann kam dann auch “mein” Kohlezug wieder in Fahrt.

Das alles fand aber wiedermal ohne Sonnenschein statt, daher keine Bilder.

Ich fuhr dem Zug weiter voraus bis zu einer Brücke hinter Red Jacks, wo die Sonne wieder schön draussen war. Diese Brücke hatte ich mit der Drohne zwar schon fotografiert, aber da gabs Variationsmöglichkeiten.

Ich erwartete, dass ich jetzt relativ viel Vorsprung hätte, daher hatte ich es nicht eilig mit der Drohne. Irgendwann stellte ich diese dann doch rauf. Der Zug kam nicht. Einen ganzen Drohnenakku später (so 25 min) war der Zug noch immer nicht da. Heieieiei was machten denn die wieder?

Ich legte einen zweiten Drohnenakku ein und wartete weiter, doch irgendwann wurde mir das zu blöd. Kam da vielleicht etwas entgegen? Oder kam der Zug gar nicht hierher und wurde in Stillwater gelassen und dort beladen?

Jedenfalls brachte das hier nichts mehr. Die Sonne war inzwischen auch wieder in den Schmodderwolken.

Ich wusste nicht so recht was tun, für Feierabend wars noch etwas früh, um noch irgendwas gescheites zu machen eher zu spät. Ich entschied mich schlussendlich noch nach Reefton zu fahren um zu gucken, ob mir unterwegs irgendwas entgegen kam, aber da kam nix. (Also gut, man sah die Strecke nicht ganz immer, es war schon möglich, da einen Zug zu überfahren).

Nun hatte ich aber endgültig genug und fuhr zurück. Auch dabei fand ich keinen Zug… bis ich in Red Jacks vorbei kam, dort stand nämlich “meiner” ganz unmotiviert herum. Da hätte ich noch lange warten können.

Nun ja, der Tag war inzwischen vorbei, ich war müde, die Sonne in den Wolken, keine fahrenden Züge mehr. Feierabend.

Zurück nach Greymouth, zurück zum Holiday Resort. Übliche Besorgungen. Für einen Spaziergang am Meer reichte es noch, bevor es dunkel wurde, und damit war auch der heutige Tag durch.

Ich will mich ja über den heutigen Tag gar nicht beschweren, aber das, was ich eigentlich wollte (zur Buller Gorge rauf), hat nicht geklappt. Wenn die hier irgendwas machten, statt das, was im Fahrplan stand, dann brauchte ich einen anderen Ansatz. Obs klappt? Wer weiss…



Dienstag, 17.3.2026: Greymouth - Westport

Blick aus dem Fenster: Hmmm naja, teilweise gut, teilweise schlecht. Wie so häufig wusste man es nicht so recht.

Ziel für heute: Züge in der Buller Gorge!

Idee: Von Greymouth der Strecke lang nach Norden fahren, so hatte ich eine Idee, ob von Süden was kommt. Dann kurz vor Westport darauf warten, dass von Norden was kommt. Und alles, was kommt, fotografieren! Kein komplizierter Plan, und einfach == gut?

Nun, viel zu tun gabs nicht, ich checkte aus dem Holiday Park aus und fuhr mal nach Norden. Red Jacks war leer (dort wurde gestern “mein” Kohlezug abgestellt), also fuhr nachts irgendwas. Die Bewölkung war mal gut, mal schlecht, und als ich in Richtung Zielgegend kam, wieder sehr gut. Schön!

Ein Zug war aber nicht zu finden. Das *musste* nichts heissen, ich konnte hier problemlos Züge überfahren, trotzdem etwas seltsam, denn es hätte einer unterwegs sein müssen.

In der Buller Gorge angekommen fuhr ich erst mal die ganze Strecke ab. Man muss sich bewusst sein: Die Schlucht war durchaus sehr schön und stellenweise spektakulär, aber hatte durchwegs dichte Vegetation, viele Fotostellen gabs daher nicht und ohne Drohne war sowieso nichts zu machen. Aber ein paar interessante Ecken waren schon vorhanden, und es war landschaftlich halt etwas anderes als die vergangenen Tage, daher war ich schon auf ein paar Bilder erpicht.

Am anderen Ende der Schlucht, vor Westport, stellte ich mich hin und wartete mal, bis was kam. Es kam aber nichts, ausser hunderte von Stechviechern, die das Warten ganz schön unangenehm machten. Im Auto warten war auch nicht, dafür war es an der Sonne zu heiss.

So ging das rund vier unangenehme Stunden lang, komplett sinnfrei, bei bestem Wetter, ohne jeglichen Verkehr. Und das obwohl der Fahrplan eigentlich einen Zug in der benötigten Richtung versprach.

Irgendwann hatte die Sonne so weit gedreht, dass ich, wenn schon, einen Zug in der Gegenrichtung verfolgen musste. Inzwischen konnte da ja auch etwas im Anmarsch sein. Ich fuhr daher mal wieder ans andere Ende der Schlucht und etwas weiter, in diesem Bereich hatte man die Strecke von der Strasse aus durchgehend im Blick. An einem Bahnübergang stellte ich mich auf und wartete weiter, auch hier unter permanenter Belagerung durch Stechviecher. Aber auch hier tauchte über Stunden hinweg nichts auf.

Als letzten Versuch fuhr ich noch bis Reefton runter, aber auch der dortige Bahnhof und die Verladung waren leer.

Irgendwie war da nicht nur gestern der Wurm drin, sondern auch heute. Die Züge am Pass am Morgen fuhren wohl einfach nicht, und entsprechend fehlten die hier hinten dann am Nachmittag. Doof.

Es war ja zu befürchten, dass mich dieses Problem auch morgen begleiten würde, aber morgen war das Wetter vermutlich eh nicht gut, da war das nicht so tragisch.

Schon den ganzen Nachmittag zog das Wetter etwas zu, Siffschichten bildeten sich. Gegen Abend war die Situation nicht komplett aussichtslos, aber jedenfalls nicht mehr ideal, und wie schon angemerkt waren sowieso keine Züge unterwegs. Irgendwann strich ich daher die Segel und beendete die sinnlose Warterei.

Für die Übernachtung habe ich mir ein Motel in Westport ausgesucht. So ersparte ich mir wenigstens viel sinnlose Fahrerei. Auch hier gabs den üblichen Tankstellen- und Supermarkt-Besuch. Bock auf grosses Abendessen hatte ich nicht, so gabs einen Chicken Pie von der Tanke und ein Dessert vom Supermarkt, und zum Abschluss des Tages einen Spaziergang zum Hafen und Bahnhof. Letzterer war abgesehen von zwei abgestellten Kohlewagen leer, und auch das Zufahrtsgleis sah gar nicht aus, als würde da regelmässig etwas fahren. Die Kohlezüge umfuhren Westport über eine Verbindungskurve.

Beim Rückweg zum Motel hupte ein Zug in der Verbindungskurve. Danke, das nützte jetzt auch nichts mehr.

Morgen? Am Vormittag gabs noch Hoffnung auf Sonne, also wollte ich es nochmal versuchen. Am Nachmittag sollte das Wetter schlechter werden. Wie immer: Gucken wir mal!



Mittwoch, 18.3.2026: Westport - Christchurch

Der morgendliche Blick aus dem Fenster verhiess nichts Gutes - nicht wirklich eine Überraschung, aber die gestrigen Prognosen sahen schon so aus, als könnte es am Morgen noch Sonne haben. Nun, das war definitiv nicht der Fall.

Die zweite Frage war, was der Verkehr so machen würde. Schon zwei Tage war jetzt der Wurm drin. Aber heute war eh nichts zu wollen, da konnte ich auch einfach mal etwas an die Strecke sitzen und gucken, was passiert.

Und so fuhr ich mal raus an den Anfang der Buller Gorge und guckte, ob sich was bewegt.

Inzwischen hatte sich mein Informant bei KiwiRail gemeldet. Es gebe wohl in der Gegend ein Problem mit einer Brücke; später bekam ich noch mehr Details, es gebe diese Woche Baufenster, nur wenige Züge in Randstunden/nachts würden fahren. Na toll.

Für heute hielt mich nichts mehr hier. Aber da ich auch nichts besseres zu tun hatte, fuhr ich nochmal nach Denniston, dort gabs noch mehr zu sehen! Unter Anderem das untere Ende der Incline. Die Bilder habt ihr aber schon gesehen, sorry gäll :)

Ich fuhr auch nochmal hoch und schaute mir noch ein paar weitere Minen-Relikte an, aber das Wetter wurde wieder sehr ungemütlich (die gestrigen Prognosen waren für hier in der Gegend eigentlich nicht sooo schlecht, das tatsächliche Wetter war deutlich schlechter).

Nun ja, irgendwie hielt mich hier in der Gegend momentan nichts mehr, aber was tun?

Die Wetterprognosen waren tendenziell diesseits der Alpen besser, aber auch nicht einfach nur gut. Und wenn hier Kohlezüge fehlten, fehlten diese auch um Greymouth und am Pass, was ich ja schon am Samstag und Montag festgestellt hatte; einfach wieder nach Greymouth war also auch mässig sinnvoll.

Doch nach Dunedin runter? Die Wettervorhersage für dort war auch nicht so prickelnd.

Die Frage war auch noch, was ich nächste Woche machen wollte. Eigentlich war ja mal die Idee, am nächsten Montag die Fähre zu nehmen. Aber vielleicht wollte ich stattdessen nächste Woche die Buller Gorge nochmal probieren? Dafür hätte man halt wissen müssen, ob der Verkehr dann wieder richtig läuft, und dazu hatte ich bisher keine Antwort erhalten…

So oder so: Jetzt auf dieser Seite der Alpen zu bleiben machte keinen Sinn, egal ob ich nächste Woche nochmal hier war oder nicht, daher entschied ich mich, mal nach Christchurch rüber zu fahren. Ich hätte ja gerne ein gescheites Hotel gehabt mit Frühstück und so, war aber nicht im Angebot, daher musste ein Motel reichen.

Die Fahrt führte diesmal über den Lewis Pass, welcher auf der Südostseite landschaftlich durchaus spektakulär war - Insgesamt würde ich aber den Arthurs Pass empfehlen, es ist die interessantere Route.

Unterwegs gabs noch Pause mit Abendessen beim Burgerbrater und das Motel war dann auch schnell erreicht.



Donnerstag, 19.3.2026: Christchurch - Greymouth

Nachdem die letzten zwei Tage ja nicht gerade viele Resultate hervorgebracht hatten, begann der heutige Tag mit ziemlich geringen Erwartungen.

Für das Morgenprogramm war die Brücke bei Springfield vorgesehen, und zwar für einen Kohlezug vom Pass her. Das wäre nämlich eine ziemlich schöne Ansicht, so mit Brücke und Bergen im Hintergrund!

Einen solchen Kohlezug sah der Fahrplan sogar vor, und es sollte angeblich auch einer sein, der fährt. Dummerweise war dieser gemäss Fahrplan mindestens eine halbe, eher eine ganze Stunde zu früh an der Fotostelle. Aber beim aktuellen Durcheinander hinter dem Pass musste das ja alles nichts heissen.

So verliess ich das Motel rechtzeitig, so dass ich auf Sonnenaufgang bei der Brücke war. Dann konnte ich drei Drohnenakkus verballern und darauf hoffen, dass irgendwas auftauchte. Irgendwann würde dann der Personenzug von hinten kommen und dann war dieser Versuch eh vorbei.

Soweit der Plan. Das rausfahren zur Fotostelle klappte, ich war noch vor Sonnenaufgang dort. Vor Ort musste ich aber feststellen, dass diverse Bäume die Brücke verschatteten; erst so eine gute halbe Stunde nach Sonnenaufgang gab es halbwegs Licht auf der Brücke.

Mit Betonung auf halbwegs, denn die Wolken waren am rumwabern. Mal Licht, mal keins.

Das alles war aber alles nur noch theoretisch relevant, denn plötzlich tauchte ein Kohlezug auf - von hinten! Der war eine Stunde vor dem Personenzug unterwegs; das war der Zug, der mir am Samstag fehlte, und für den ich diverse Ideen hätte!

Das war zwar so überhaupt nicht die Idee des heutigen Tages, aber wen interessierte das schon?

Von diesem Zug selbst gabs kein Bild, denn die Drohne war gerade verstaut wegen Keinlicht. Aber bis am Pass oben hätte ich den bestimmt wieder.

So fuhr ich mal da rauf. Wie ich inzwischen feststellen konnte, reichte es wohl für die Güter- wie auch Personenzüge mit 5-10 Minuten Vorsprung ohne Geschwindigkeitsübertretungen auf der Strasse, aber man musste sich schon ranhalten und die ganzen Touristen, die Traktoren und LKWs überholen… Das ging zum Glück relativ gut.

Die Fahrt auf den Pass liess leider böses ahnen, denn es hatte überall Nebel, und auch bis ganz oben löste sich dieser nicht auf. Aber ich war rechtzeitig da und konnte in Cass gerade zuschauen, wie ein Kohlezug in Gegenrichtung in die Ausweiche gestellt wurde. Der nützte mir leider nichts.

Ich stellte mich mal bei der Mt White Bridge auf für ein Drohnenbild, aber die Nebelsituation war leider völlig aussichtslos. Nach kaum 10 Minuten Wartezeit kam der Zug im Dunkeln vorbei.
Aber ich hatte ja noch ein paar Chancen!

Auf der Passhöhe wechselte das Wetter schlagartig, wie das schon häufiger der Fall war. Von dichtem Nebel auf dichte Bewölkung. Autsch.

Das wurde jetzt auch in Otira nicht besser, so fuhr ich mal weiter bis vor Moana und wartete da auf den Zug. Hier gab es Auflockerungen in der Wolkendecke, aber für mehr als ein Halblichtbild nach ca. 15 Minuten Wartezeit reichte es nicht. Immerhin eine Steigerung gegenüber dem letzten Kohlezug hier im Keinlicht. Vielleicht nächstes Mal richtig?

DXC 5419 of KR (KiwiRail) between Rotomanu and Moana


In Moana machte der Zug Pause, Personalwechsel. Von der Fussgängerüberführung konnte man zuschauen, Bild war schwierig. Das zweite Gleis in Moana wurde offensichtlich nicht regelmässig genutzt.

Vor Stillwater stellte ich mich wieder an die Strecke, wieder gabs nur Halblicht.

DXC 5419 of KR (KiwiRail) between Kokiri and Stillwater


Hinter Stillwater wurde die Situation nicht besser, hier hatte es nicht nur Wolken, sondern auch vielerorts kein Seitenlicht mehr, denn der Zug war für die Morgenstellen eigentlich zu spät unterwegs.

Die Frage war jetzt noch, ob er durch die Buller Gorge fuhr oder nicht. Diese Frage wurde in Reefton beantwortet, als die Loks abgehängt wurden… Der wurde in Reefton beladen. Nicht, dass es eine Rolle gespielt hätte. Die Prognosen sagten zwar hier oben durchaus gute Chancen auf Sonne voraus, die Realität hatte aber nur Wolken im Angebot.

Wenn das Wetter schon nichts hergab, wollte ich wenigstens herausfinden, wie der Betrieb heute so lief. So fuhr ich mal wieder durch die Buller Gorge, ohne einen Zug zu sehen (gut, den hätte man auch problemlos überfahren können), durch Westport durch und weiter rauf Richtung Ende der Strecke. In Sergeants Hill stand, wie gestern schon, ein Zug in der Ausweiche und tat nichts.

Hinter Waimangaroa war dann auch der vermutliche Grund für die Störungen hier in der Ecke auszumachen: Eine Brückenbaustelle. Der Zug in der Ausweiche Sergeants Hill kam wohl nachts dorthin, wartete den ganzen Tag bis Feierabend und machte dann eine Runde zur Verladeanlage in Ngakawau.

Genau zu dieser Verladeanlage fuhr ich jetzt rauf. Die Anlage selbst war zwar eingezäunt, aber man konnte überall gut rein schauen, und da war alles leer, was zur Theorie passte.

Damit das jetzt nicht alles komplett vergebens war, besuchte ich ein weiteres Industrie-Relikt, die Überreste der Millerton Incline. Diese funktionierte anders als die Denniston Incline, hier wurden direkt an Seilen hängend die Loren über die Steigung befördert. In der Mitte gab es eine Ecke, wo man sich das anschauen konnte.

At Millerton Incline


At Millerton Incline


At Millerton Incline


At Millerton Incline


At Millerton Incline


Sogar durch die Tunnels hätte man durchgehen können, es war nix abgesperrt! Es wurde aber deutlich davon abgeraten.

Ich besuchte auch noch das obere Ende der Incline. Hier wurde vor noch nicht allzu langer Zeit ausgeholzt; vor ein paar Jahren war das wohl noch alles im tiefen Wald verborgen. Irgendwie kurios, es war alles zugänglich, aber ohne jegliche Organisation, wie man das sonst von Touristenattraktionen kennt. Keine klare Ausschilderung der Parkplätze, keine Fahrverbote, keine Abschrankungen, keine Gehwege, überall Stolperfallen… alles war einfach irgendwie da zum anschauen.

At Millerton Incline


At Millerton Incline


At Millerton Incline


Auch das untere Ende besuchte ich noch kurz, dort gabs ein geschlossenes Museum und ein paar abgestellte Wagen.

Q wagon at Granity


Während meinem Besuch rumpelte der Kohlezug vorbei. Die Theorie stimmte wohl. Die Frage war jetzt nun, wie lange die wohl für die Beladung brauchten? Der grafische Fahrplan meinte rund zwei Stunden.

Die Sonne war zwar hier noch immer hinter den Wolken, aber die Situation hatte sich massiv gebessert. Ich ging daher in einem Imbiss eine Ladung Fish&Chips holen und fuhr zur Verladung, um zu essen und den Eisenbahnern zuzugucken.

DXC 5293 of KR (KiwiRail) at Ngakawau


Dort wurden auch fleissig Kohlewagen hin und her geschoben. Es stellte sich heraus, dass die mit so 2 km/h durch die Verladung fahren konnten; entsprechend schnell war der Zug beladen. Bzw. die beiden Hälften, denn der Zug war zu lang, um als Ganzes in die Anlage zu passen.

Nur eine gute Stunde später sah das Manöver beendet aus und noch bevor der Zug weg fuhr, machte ich mich auf den Weg zur ersten Fotostelle. Und diese war tatsächlich nicht mehr in den Wolken! Kaum 5 Minuten später war der Zug auch schon da.

DXC 5293 of KR (KiwiRail) between Ngakawau and Sergeants Hill


Sehr schön!

Nun hatte ich etwas eilig, denn die Brückenbaustelle wollte ich mit der Drohne umsetzen und die war nur so 3 km weiter. Aber der Zug war zum Glück nicht schnell unterwegs, so klappte auch das wunderbar!

DXC 5293 of KR (KiwiRail) between Ngakawau and Sergeants Hill


Und noch ein paar km weiter gabs an einem Bahnübergang das nächste und letzte Bild.

DXC 5293 of KR (KiwiRail) between Ngakawau and Sergeants Hill


DXC 5293 of KR (KiwiRail) between Ngakawau and Sergeants Hill


Vermutlich fand nun in Sergeants Hill wieder eine Kreuzung statt, aber die nun schon sehr tief stehende Sonne und die noch bevorstehende Fahrt nach Greymouth (ich hatte dort im Verlauf des Tages ein Hotel reserviert, ohne zu wissen, dass Westport evtl. schlauer wäre; die Unterkunfts-Verfügbarkeit war noch immer schwierig und ich wollte daher nicht bis zur letzten Minute warten) hielten mich davon ab, so fuhr ich in Westport kurz zum Einkaufen und schlussendlich zu meiner Unterkunft in Greymouth.



Freitag, 20.3.2026: Greymouth - Greymouth

Die Nacht im Hotel Copthorne war guuut, das Frühstück so mittel, und das Wetter passend zum Frühstück. Aber was hiess das schon.

Jaja, der Plan. Was sollte ich schon planen, es passierte am Schluss eh einfach irgendwas?

Fürs Erste fuhr ich mal der Strecke entlang nach Otira. Die Idee (Hoffnung) war, einen Zug in Richtung Westport aufzugabeln, aber da war nichts unterwegs (oder zumindest nichts sichtbares). In Otira hatte ich nun ganz viel Zeit, denn wieder passierte nichts, bis irgendwann um 1100 der Personenzug auftauchte.

Der Blick auf den Wetterradar verriet: Auf der anderen Seite der Berge war alles komplett dicht, und zwar ab Passhöhe. Rüber fahren war also komplett sinnlos. Hier hatte es zwar Wolken, aber auch einiges an Sonne.

Nun, für den Personenzug hatte ich eine Idee beim Arnold River-Kraftwerk, wo ich vor ein paar Tagen war. Dafür musste ich 15 Minuten nach hinten laufen, daher düste ich jetzt gleich ab, als ich den Personenzug sah. Ich schätzte mal, dass das reichen sollte.

Beim Kraftwerk angekommen machte ich mich sofort auf den Weg und war auch nach ein paar Minuten an der Stelle, wo ich die Drohne starten konnte. Auch da waren allerdings die Wolken, die ziemlich beständig mindestens einen Teil der Fotostelle verschatteten. Die Drohne ging trotzdem mal in Position.

Nur gut 10 Minuten warten musste ich, bis der Personenzug kam. Leider grösstenteils im Schatten, das Resultat machte keine Freude.

Nun musste ich natürlich erst mal 15 Minuten zurück laufen, der Personenzug war entsprechend weg. Mangels anderer Ideen fuhr ich mal nach Stillwater und wartete dort auf Verkehr.

Ich musste kaum 10 Minuten warten, da dieselte es schon. Der Zug aus Mai Mai tauchte auf, erkennbar an den speziellen Containern. Dieser Zug war leider lichttechnisch in die falsche Richtung unterwegs, deshalb hatte ich den auch immer etwas ignoriert, aber ein paar Ecken mit gut Seitenlicht gabs doch und wenn sonst nix fuhr - wieso nicht?

Eine der Ecken war die Brücke vor Moana. Dort waren zwar die Wolken sehr präsent, aber das Bild wurde dann doch einigermassen ansehnlich.

DFB 7239 of KR (KiwiRail) between Kokiri and Moana


Die nächste Station war der Bahnhof Moana. Dort wollte nicht nur wegen dem Foto hin, sondern auch, um sicher zu sein, dass nichts kreuzt. Das klappte auch einwandfrei. In Moana war auch die Polizei unterwegs - gut zu wissen, dann fuhr ich nachher anständig ;)

DFB 7239 of KR (KiwiRail) at Moana


Hinter Rotomanu kam mir ein Kohlezug entgegen - das gab wohl eine Kreuzung in Rotomanu. Dieser Kohlezug war eigentlich gar nicht schlecht, dem konnte ich nachher nachfahren.

Doch zuerst stellte ich mich nochmal für den Zug aus Mai Mai auf. Ich musste nicht lange warten, die Kreuzung ging wohl relativ fix.

DFB 7239 of KR (KiwiRail) between Jacksons and Aickens


Diesen Zug weiter zu verfolgen machte nun gar keinen Sinn mehr, weder war er irgendwo im Licht noch hatte es überhaupt Licht hinter dem Pass. Ich wechselte daher auf den soeben gekreuzten Kohlezug. Natürlich hatte dieser nun einigen Vorsprung, aber er wurde in Kokiri rausgestellt, um den Personenzug zu kreuzen, und kurz danach hatte ich ihn eingeholt.

Ich stellte mich mal an die Fotostelle gleich nördlich von Red Jacks, obwohl ich dort schon ein einwandfreies Foto gemacht hatte. Primär wollte ich sicher sein, dass der Zug tatsächlich kam, denn da wurden ja auch schon Züge einfach stehen gelassen.

Und tatsächlich dauerte es rund eine Stunde, bis der Zug auftauchte. Da gabs wohl eine längere Pause. Das war nicht komplett unerwartet, denn eigentlich hätte er da den Mai Mai-Zug kreuzen müssen, doch der war zu früh - Offenbar hat man nun einfach die Zeit abgewartet.

Nun, ein Bild an der Fotostelle gabs trotzdem, diesmal mit Drohne statt grosser Kamera.

DXC 5022 of KR (KiwiRail) between Red Jacks and Totara Flat


Da konnte ja die Verfolgung so richtig losgehen!

Also, wie auch schon erwähnt, ein Stress wars ja nicht. Mit dem Auto konnte man die Züge komfortabel verfolgen. Als nächstes machte ich nochmal die Flussbrücke vor Ahaura.

DXC 5022 of KR (KiwiRail) between Red Jacks and Totara Flat


Nun folgte ein Bild im “Bahnhof” (also den ungenutzten Gleisanlagen) von Ikamatua.

DXC 5022 of KR (KiwiRail) at Ikamatua


Kurz vor Mai Mai hatten sich die Wolken versammelt. Ein Bild gabs trotzdem.

DXC 5022 of KR (KiwiRail) between Mawheraiti and Mai Mai


Nun hätte ich gerne ein Bild mit dem attraktiven Bahnhofsgebäude von Reefton gemacht, aber da war kein Licht. Bei der Brücke hinter Reefton auch nicht wirklich. Daher gabs erst bei der nächsten grösseren Flussbrücke über den Awarau wieder ein Drohnenbild.

DXC 5022 of KR (KiwiRail) between Cronadun and Inangahua


Ein paar Minuten später ein schnelles Bild an der Strasse.

DXC 5022 of KR (KiwiRail) between Cronadun and Inangahua


Das eigentliche (Zwischen?)Ziel war aber die Flussbrücke über den Buller River. Die war etwas weiter von der Strasse weg und auf dem “Landweg” unerreichbar, aber mit der Drohne konnte man hinfliegen. Die Wolkenschatten waren leider wieder präsent…

DXC 5022 of KR (KiwiRail) between Inangahua and Tiroroa


Nun erst erreichte der Zug die Buller Gorge, da wo ich *eigentlich* Fotos machen wollte! Aber es war natürlich inzwischen viel zu spät… ausser für eine Brücke am anderen Ende der Schlucht, die hatte theoretisch noch Licht! Der Zug wäre dann auch rechtzeitig dort gewesen, leider machten mal wieder die Wolken einen Strich durch die Rechnung. Das war jetzt schade, aber trotzdem konnte man sich einmal mehr nicht beschweren!

Wie gestern schon ging es nun via Küste zurück nach Greymouth, ins gleiche Hotel wie letzte Nacht - gab ja nichts auszusetzen.

Gute Nacht!