Eisenbahn am Ende der Welt - 4: Sonnige Küstenblicke um Kaikoura

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Freitag, 6.3.2026: Kaikoura - Kaikoura

Der heutige Tag begann, wie der gestrige geendet hatte - Mit komplett wolkenlosem Himmel! Das erste Mal in diesen Ferien :)

Für heute hatte ich nur so teilweise einen Plan, aber mit Improvisation kennen wir uns ja aus.

Für das erste Bild wollte ich bei Oaro der Küste etwas gegen Süden folgen. Dort konnte man nicht hinfahren, deshalb war da keine Verfolgung zu wollen, aber der Coastal Pacific kam dort genau zur richtigen Zeit und da gab es sicher noch mehr Gelegenheit für Bilder.

Der Zugang war unproblematisch, ein Weg führte der Bahnstrecke entlang, so nur knapp ausserhalb des Lichtraumprofils. In anderen Ländern wäre das jetzt alles abgesperrt, hier aber gingen die Leute mit ihren Hunden spazieren, daher war das wohl in Ordnung. Der Coastal Pacific kam dann auch wie erwartet vorbei.

DFB 7241 of KR (KiwiRail) between Claverley and Oaro


DFB 7241 of KR (KiwiRail) between Claverley and Oaro


Die nächsten Bewegungen waren nun zwei Güterzüge, die sich in Kaikoura kreuzen sollten. Ich wollte als erstes den Südfahrer nördlich von Kaikoura fotografieren und anschliessend den Nordfahrer verfolgen.

Die ausgesuchte Fotostelle hatte ich vor 10 Jahren schon mal mit Pascal gemacht, damals aber ohne Drohne. Die damalige Einstellung funktionierte so aber auch nicht mehr, denn die Büsche waren gewachsen. Diesmal aber war ja die Drohne dabei, und so konnte der Güterzug pünktlich und mit Schneebergen im Hintergrund auf die Speicherkarte gebannt werden. Was man auf dem Bild nicht sieht: Der Strand war bei Surfern offensichtlich beliebt, er war sehr gut besucht.

DXC 5391 of KR (KiwiRail) between Pines and Hapuku


Dem Nordfahrer wollte ich etwas weiter in der Okiwi-Bucht auflauern. Die Gegend dort war spannend; beim grossen Erdbeben 2016 hatte sich der Boden dort teilweise bis zu 6 Meter angehoben und die Küste hatte sich entsprechend von der Strasse und Eisenbahn weg verschoben! Im folgenden Bild ist der alte Küstenverlauf gut zu erkennen.

Ich wollte eigentlich erst selbst etwas den Hang hoch gehen, was im Prinzip auch ginge, aber bei der hohen Vegetation definitiv kein Spass war. So liess ich es schlussendlich bleiben und wartete mit der startbereiten Drohne auf den Güterzug. Dieser liess sich allerdings etwas Zeit und tauchte erst mit rund einer Stunde Verspätung auf.

DXC 5327 of KR (KiwiRail) between Hapuku and Pines


Die Verfolgung konnte starten. Die nächste Fotostelle hatte ich mit Pascal so auch schon umgesetzt, heute aber mit gutem Licht und quasi perfekter Fernsicht.

DXC 5327 of KR (KiwiRail) between Parikawa and Wharanui


An der nächsten angedachten Fotostelle am Lake Grassmere tauchte der Zug erst mal nicht auf. Das Problem war, dass der Coastal Pacific entgegenkam und diesen wollte man wohl nicht verspäten, so dass der Güterzug relativ früh rausgestellt wurde. Das war jetzt etwas doof, denn eigentlich hätte ich den Coastal Pacific nach Süden verfolgen wollen - das fiel nun aus, denn die Fotostelle hier wollte ich unbedingt umsetzen.

Nachdem der Coastal Pacific von hinten durch war, tauchte der Güterzug dann auch auf.

DXC 5327 of KR (KiwiRail) at Lake Grassmere


In der Folge war es dann mit den Fotostellen etwas schwierig; für die Brücke, welche ich hätte umsetzen wollen, war ich zu spät. Deshalb gab es dann erst in Blenheim wieder ein Bild von der Stadtdurchfahrt.

DXC 5327 of KR (KiwiRail) at Blenheim


Weiter wollte ich den Zug nicht verfolgen, denn in Richtung Picton war das mit dem Fotostellen eher schwierig.

Hier lief erst mal nichts mehr und ich hatte Zeit, etwas essen zu gehen und einzukaufen. Irgendwann sollte wieder ein Güterzug gegen Süden fahren, dieselbe Fahrlage wie gestern. Das war zwar eigentlich wieder zu spät, aber ein, zwei Ideen hatte ich da noch.

Ich fuhr wieder zum Lake Grassmere und lauerte dem Zug mit der Drohne auf. Aber heute war er deutlich später als gestern unterwegs, und irgendwann waren die Drohnenakkus alle leer, so dass ich die Übung abbrach. Etwas schade, aber über den heutigen Tag konnte ich mich trotzdem nicht beschweren!

Wie gestern fuhr ich zurück nach Kaikoura, bei BP gabs noch einen Frühstücks-Muffin und schon bald begrüsste mich mal wieder ein Motel-Zimmer.



Samstag, 7.3.2026: Kaikoura - Kaikoura

Auch heute war das Wetter wieder wunderbar, völlig wolkenlos. Das Programm heute Samstag war ziemlich genau gleich wie gestern, inkl. allen Güterzügen. Aber da das mit den Güterzügen gestern eigentlich ziemlich gut geklappt hatte, wollte ich heute versuchen, den Coastal Pacific zu verfolgen.

Das Problem bei diesem Zug war, dass er am Morgen eher zu spät unterwegs war und an diversen potentiellen Fotostellen kein Seitenlicht mehr hatte; am Nachmittag war er dann zu früh und hatte vielerorts noch kaum Frontlicht… Zudem war er schneller als die Güterzüge, was die Sache nicht einfacher machte.

Den Anfang machte ich wieder in Oaro, diesmal ohne weiter nach hinten zu laufen - dafür fehlte die Zeit. Und ziemlich pünktlich kam der Coastal Pacific vorbei. Auch zwei sehr schöne Varianten!

DFB 7241 of KR (KiwiRail) at Oaro


DFB 7241 of KR (KiwiRail) at Oaro


Bei der nun startenden Verfolgung brauchte ich erst etwas Zeit, um den Zug überhaupt wieder einzuholen, aber hinter Kaikoura war ich definitiv vor dem Zug. Unterwegs war nichts zu finden, wo das Seitenlicht gepasst hätte. Zwar drehte die Strecke ein paarmal, diese Ecken waren aber entweder unzugänglich oder unfotografierbar. Am Schluss endete ich beim Lake Grassmere auf dem Hügel, das ging um diese Zeit gut.

DFB 7241 of KR (KiwiRail) at Lake Grassmere


DFB 7241 of KR (KiwiRail) at Lake Grassmere


Um wieder von dem Hügel runter zu kommen brauchte ich natürlich etwas Zeit, und so wurde das mit der weiteren Verfolgung wieder schwierig, denn im folgenden Abschnitt bis Blenheim war der Zug relativ schnell. So fehlten dann für ein Bild vor Blenheim am Schluss 15 Sekunden.

Trotzdem, gelohnt hatte sich das auf jeden Fall!

Wie gestern schon war in Blenheim Zeit für ein Mittagessen, anschliessend stellte ich mich für den Güterzug auf, der dem Coastal Pacific folgen sollte. Allerdings war ich für die Planzeit etwas zu spät, aber die letzten beiden Tage war er ja auch jeweils rund eine Stunde nach Plan?

Heute tauchte der Zug aber nicht auf, also war er vermutlich eben doch planmässig unterwegs und ich hatte ihn verpasst? Doof jetzt. Aber auch nicht sooo schlimm mit dem teilweise-Hochlicht.

Also Übergang zum Nachmittagsprogramm, dem Coastal Pacific nach Süden. Ecken mit Frontlicht gab es nicht viele, daher musste ich erst mal mit etwas viel Strasse im Bild vorlieb nehmen. Immerhin kam im richtigen Moment kein Verkehr - mit etwa 15 Minuten Verspätung tauchte der Coastal Pacific auf.

DFB 7241 of KR (KiwiRail) between Wharanui and Parikawa


Nun hatte ich einigermassen Glück mit dem Verkehr, so reichte es relativ knapp fürs nächste Bild.

DFB 7241 of KR (KiwiRail) between Pines and Hapuku


Jetzt damit war nun aber das Glück mit dem Verkehr aufgebraucht, und so dauerte die Fahrt bis Kaikoura etwas. Aber in diesem Abschnitt hatte der Zug relativ viele langsame Abschnitte, so dass es über die längere Distanz dann doch gut ging. Am Südende der Ebene von Kaikoura gab es eine Brücke mit Hügel, da wollte ich mich aufstellen. Ein Weg führte da zum Tunnelportal, denn ich musste auf die andere Seite. Kurz vor dem Ziel stellte sich mir aber ein geschlossenes Tor in den Weg, aber glücklicherweise konnte man sich ausserhalb des Zauns durchs Gras hangeln… trotz dieser Komplikation stand ich rechtzeitig bereit.

DFB 7241 of KR (KiwiRail) between Kaikoura and Oaro


Nun benötigte ich aber wieder 5, 6 Minuten zum Auto - Ich vermutete schon, dass ich diese nicht mehr aufholen konnte. Trotzdem fuhr ich dem Zug noch etwas hinterher, denn eine Brücke wollte ich mir noch anschauen. Die Brücke war dann vor Ort nicht so prickelnd und vom Zug war auch keine Spur mehr zu sehen (nur noch ein rotes Signal), womit die Verfolgung dann auch offiziell beendet war.

Nach einem kleinen Snack (der Käse wurde an der Wärme nicht besser…) gings dann gemütlich zurück nach Kaikoura, diesmal nicht in eines der Motels, sondern ins Hotel Sudima. Dieses war so richtig gut, allerdings mir normalerweise deutlich zu teuer - diesen Abend war aber Kaikoura ansonsten ziemlich komplett ausgebucht und echt nichts mehr günstigeres aufzutreiben (teurer hätts noch gehabt), und auch die Optionen weiter südlich waren absolut nicht vorhanden. Bis Christchurch wollte ich nicht fahren, denn die Wetterprognosen für morgen versprachen zwar eine Verschlechterung, wobei es hier in der Gegend noch am besten sein sollte.

Das Abendprogramm bestand noch aus einem längeren Spaziergang der Küste entlang, und das war es dann auch von diesem Tag.



Sonntag, 8.3.2026: Kaikoura - Kaikoura

Der Blick aus dem Fenster meines schönen Hotelzimmers war zunächst vielversprechend: Wolkenloser, blauer Himmel. Das passte auch zu den Wetterprognosen, welche tendentiell gegen Abend Wolken vorhersagten.

Allerdings dauerte es nicht lange, bis sich Nebelschwaden bemerkbar machten.

Ich ging zunächst mal zum Frühstück - dieses war exzellent, wenn auch mit 15 CHF teuer. Aber mal eine schöne Abwechslung zur Schokomilch und Süsskrams von der Tankstelle.

Der Fahrplan für heute war dünn: Lediglich der Coastal Pacific sollte fahren und abends ein einziger Güterzug südwärts. Dieser war aber früher als üblich, was es natürlich auszunutzen galt, denn das eröffnete einige neue Möglichkeiten.

Für den Coastal Pacific selbst hatte ich wenige gute Ideen, aber das Wetter gab sowieso den Takt an. Bis Oaro hatte es inzwischen durchgehend Nebel, also fuhr ich eine Viertelstunde vor dem Zug der Küste entlang gegen Norden. Erst kurz vor Parikawa hörte der Nebel auf. Dort hatte es auch eine ganz gute Fotostelle. Leider dauerte es nur ein paar Minuten, bis der Nebel auch da rein zog; ich wartete den Zug daher nicht ab, sondern fuhr noch etwas weiter.

Wie gestern schon erwähnt war das Licht für diesen Zug schwierig, aber bei der Waima-Flussbrücke sollte es noch knapp Seitenlicht haben, und so wartete ich dort auf den Zug. Dieser kam auch wie erwartet vorbei. Beim Seitenlicht musste allerdings Photoshop leicht nachhelfen…

DFB 7213 of KR (KiwiRail) between Wharanui and Taimate


Beim Aufstieg nach dem Lake Grassmere gab es eine ganz gute Fotostelle, die ich schon 2015 mit Pascal umgesetzt hatte, damals aber mit Güterzug.

DFB 7213 of KR (KiwiRail) between Lake Grassmere and Seddon


Den Abschluss machte der Bahnübergang vor Blenheim, an dem ich gestern den Zug ganz knapp verpasste. Da ich diesmal schneller beim Auto war, klappte es nun ganz gut.

DFB 7213 of KR (KiwiRail) at Vernon


Nun geschah bis zur Rückkehr des Personenzuges nichts mehr, daher gabs einmal mehr Mittagspause in Blenheim.

Für den Personenzug, aber vor allem für den folgenden Güterzug stellte ich mich am Weld Pass auf, dem kleinen Pass südlich von Blenheim.

Der Personenzug kam vorbei, aber das Licht war noch gar nicht schön. Etwa anderthalb Stunden vor dem Güterzug war es dann etwa so gut, wie es nur sein konnte - Später hätte man schon Schatten auf dem Gleis gehabt. Der Güterzug war sehr schön mit zwei Loks bespannt, vorne die DXR 8022. Diese schien ein Einzelstück zu sein? Jedenfalls haben wir immer nur diese Nummer erwischt.

DXR 8022 of KR (KiwiRail) between Vernon and Seddon


Beim Lake Grassmere gab es das nächste Bild, diesmal in Gegenrichtung zu den sonstigen Aufnahmen.

DXR 8022 of KR (KiwiRail) at Lake Grassmere


Im Finalen Abstieg zur Küste runter hatte ich da einen Sendemast erspäht, der einen schönen Ausblick versprach. Und tatsächlich, vor Ort enttäuschte das nicht!

DXR 8022 of KR (KiwiRail) between Taimate and Wharanui


Das nächste Bild ging dann in die Hose, ich zögerte zu lange bei der Suche des richtigen Standortes und war am Schluss 10 Sekunden zu spät unterwegs. Aber etwas weiter südlich gab es weitere Gelegenheiten an der Küste.

DXR 8022 of KR (KiwiRail) between Wharanui and Parikawa


Nun wurde es aber schwierig. Es war ja auch schon 1800, die Schatten lang und die Strecke vielerorts direkt am Fusse von steilen Hängen, sprich im Schatten. Das letzte Bild entstand daher vor Kaikoura, wo eine Strasse abschnittsweise oberhalb der Bahn verlief.

DXR 8022 of KR (KiwiRail) between Hapuku and Kaikoura


Ein schöner Abschluss! Damit war nun aber das Programm für heute vollständig durch. Und der Tank des Autos auch leer (angezeigte Restreichweite 12 km, effektiv wären es wohl mehr gewesen, aber ausprobieren wollte ich es nicht), da ich vergessen hatte, in Blenheim zu tanken…

Das Abendessen bestand aus Convenience-Food in der Motelzimmer-Küche und der heutige Tag war damit auch sehr erfolgreich beendet. Was sich wieder mal nicht bewahrheitet hatte, waren die Wetterprognosen - Es blieb den ganzen Nachmittag durch sonnig, und der Küstennebel war am Vormittag da statt am Abend… War mir sehr recht.

Das Programm für Morgen? Weiter nach Christchurch. Das Wetter war für die nächsten Tage nicht wirklich vielversprechend, aber gegen Mittwoch sollte es wieder besser werden. Eine offene Frage war nach wie vor, ob die Autovermietung nun das Auto tauschen wollte - Ich hatte noch immer keine Bestätigung erhalten, dass das in Christchurch passieren sollte. Es blieb spannend ;)