Ulrich Neumanns Werk... (19) - Mit den Deh 4/6 über den Brünig
Von Peter Hürzeler
Ulrich Neumann ist ein Bahnfotograf und Autor aus Wirges im Westerwald/Deutschland. Zu seinen aktivsten Zeiten fotografierte er nicht nur vor der Haustür und in Deutschland, sondern begeisterte sich ab Mitte der 1980er Jahre auch für die Eisenbahnen in der Schweiz. Teilweise mehrmals jährlich führten Ihn seine Reisen zu den Schweizer Bahnen. Dabei entstanden quer durch die Schweiz einige tausend Dia die den Alltag in den entsprechenden Jahren dokumentieren. Dazu gehörten nebst Streckenaufnahmen auch Lok- und Wagenporträts.Im Zuge einer Nachfolgeregelung durfte ich im Jahr 2018 den gesamten Teilbestand an Motiven aus der Schweiz als Dauerleihgabe übernehmen. Zwischenzeitlich kam auch noch der Teilbestand mit Motiven aus dem angrenzenden Ausland (Schwarzwald, Vorarlberg und Tirol) dazu. Damit verbunden ist das entsprechende Publikationsrecht mit der Bitte dies durchaus auch zu nutzen und die Bilder nicht nur in der eigenen Sammlung verstauben zu lassen. (Diesbezügliche Anfragen bitte jeweils an [email protected]).
Verschiedentlich waren Neumanns in den Ferien auch im Bereich der SBB Brünigbahn unterwegs. In den 1980er Jahren waren die Deh 4/6 aus den Jahren 1941 & 1942 - Erstbestand an elektrischen Triebfahrzeugen - noch allgegenwärtig und vorherrschend. Die beiden "Muni" - daher die HGe 4/4 I 1991 und 1992 mit Baujahr 1954 waren angesichts der Höchstgeschwindigkeit von nur 50 km/h meist auf die eigentliche Bergstrecke über den Brünigpasss konzentriert eingesetzt, vermochten aber auch da bei weitem nicht alle Leistungen abzudecken. Auch die beiden HGe 4/4 II Prototypen 1951 und 1952 mit Baujahr 1986 waren höchstens eine Ergänzung zu den Deh 4/6. Erst mit Lieferung der acht Serienmaschinen HGe 101 961 - 968 konnte dann ab 1989/1990 eine spürbare Entlastung der Deh 4/6 erreicht werden. Dies erlaubte es 1991 mit dem Deh 4/6 913 ein erstes Fahrzeug durch die Werkstätte Meiringen zu "entzahnen". Der neu als De 4/4 II 913 (später De 110) bezeichnete Triebwagen war anschliessend nur noch auf den Talstrecken einsetzbar. Durch die neu abgelieferten HGe 101 konnte man aber auf einige bergtaugliche Deh 4/6 verzichten und so musste deren Zahnradantrieb nicht mehr unterhalten werden. Mit ihrer Höchstgeschwindigkeit von 75km/h waren sie aber im Talbetrieb weiterhin ideal einsetzbar. Man baute in der Folge weitere Fahrzeuge um und baute diesen sogar noch eine Fernsteuerung ab neu umgebauten Steuerwagen ein. Die so umgebauten Fahrzeuge schieden als letzte Fahrzeuge der Serie erst Mitte der 2010er Jahre aus dem Fahrplanbetrieb aus. Sämtliche Bilder dieses Beitrages stammen aus den Jahren 1986, 1990 und 1991 als die Fahrzeuge im täglichen Fahrplanbetrieb aber noch unverzichtbar waren. Nachfolgende Bilder zeigen den Alltagsbetrieb in geografischer Reihenfolge, beginnend in Luzern. Der Zeitraum ist in der Hinsicht sehr spannend, als dass der farbliche Wechsel von grün auf rot voll im Gange war.
Deh 4/6 907 unterwegs in Richtung Hausen bei Meiringen, wo er dann nach erfolgter Revision eine Bremsprobe ausführen wird
Deh 4/6 903 hat im Sackbahnhof Meiringen soeben vom Zug abgekuppelt und wartet nun auf die Wegfahrt des Zuges.
Der entzahnte De 4/4 II 913 in Interlaken Ost. Das Fahrzeug entstand aus dem Deh 4/6 913 unter Entfernung des Zahnradantriebes.Damit endet dieser Teil der Reihe. Weitere Bilder aus dem Archiv von Ulrich Neumann gibt es ein anderes mal auf diesem Kanal wenn es wieder heisst Ulrich Neumanns Werk... eine Zeitreise in den Eisenbahnbetrieb der 1980er und 1990er Jahre.


















