Sommertour 2025 - links und rechts der großen Magistralen - Teil 9
Von Christof Hofbauer
Nach drei Tagen Zwangspause kann es endlich wieder los gehen. Der Wetterbericht hat ein relativ stabiles und über drei, vier Tage andauerndes Sonnenloch für den Osten von Österreich vorhergesagt. Perfekt, liegt doch dort mit der Aspangbahn ein mit alter Technik bestücktes Kleinod, dass schon lange auf meinen Besuch wartet.Sonntag, 24.08.2025
Und so mache ich mich zum zweiten Mal in diesem Urlaub mit gepacktem Koffer auf die Socken oder besser gesagt Reifen. Eile habe ich nicht, denn erst im Laufe des Tages soll sich die Sonne so Schritt für Schritt durchsetzen.
Durch den überraschen lebhaften Verkehr geht es erst gen Süden, bevor hinter Regensburg die Grundrichtung eher in Richtung Osten dreht. Ab jetzt immer mehr oder weniger der Donau entlang bzw. ihrem Verlauf grob folgend.
Straubing liegt hinter mir als es langsam aufreißt. Und so passt es gut, dass sich bei einem technischen Halt für den Fahrer nahe Passau eine gute Chance auf Sonne ergibt und der Fahrplan einen in Bälde nahenden Zug ausweist.
Gut 20 Minuten zwischen Hoffen und Bangen, dann ist das erste Sonnenbild des Teil 2 der Fotoreise im Kasten.
Laut pfeiffend bahnt sich 642 094-6 durch Pfenningbach seinen Weg. Ziel der von Mühldorf (Obb.) kommenden RB 27219 ist die Drei-Flüsse-Stadt Passau.Das hat ja mal gut geklappt. So, nun aber schnell wieder auf die Autobahn, schließlich hab ich noch ein ordentliches Stück Strecke vor mir. Kaum über den Inn und in Österreich angekommen, muss ich mir aber erstmal eine Vignette holen, denn die geschäftstüchtigen Nachbarn wissen, wie man Geld macht. Mit etwas Wehmut klebe ich das Teil feierlich auf die Frontscheibe. Wird es doch das letzte Mal sein, dass mein treues Gefährt mit sowas verziert wird. Spätestens Ende nächsten Monats werden sich unsere Wege trennen. Dann hat der Gute nämlich „Fristablauf“ und zudem mit dann über 500.000 km seine eigentliche Laufkilometergrenze schon längst überschritten.
Aber noch steht er gut im Saft und so machen wir uns auf, auf die nächste Etappe bis zur Mariazellerbahn. Schon lange wollte ich mal wieder an die Strecke. Obwohl, wenn ich ehrlich bin, die Linie hat über die Jahre immer mehr an Reiz verloren. Erst hatten die unglücklichen 4090er die alten Stangenloks abgelöst, was das Nostalgiker Herz geschmerzt und einen Besuch aus damaliger Sicht nicht so notwendig gemacht hatte. Jahre später dann wurde dieser Fehler bitterlich bereut, als ihrer statt die neuen Stadler Triebzüge die Bühne betraten, und dass auch noch in Gold.
Aber wenn man jetzt schon mal da ist, dann kann man auch ein Foto schießen. Leider zeigt sich der Himmel nicht so blau wie erhofft. Dicke Wolkenbänke schieben sich immer wieder ausdauernd vor die Leuchtmurmel. Und so ist es keine Überraschung, dass die erste Zugdurchfahrt im Dunkeln von statten geht.
Weiterfahren oder noch Zeit investieren? Eigentlich sind es die Teile ja nicht wert, aber was solls. Der Platz ist nett und die erzwungene Pause auch geeignet das Mittagessen in Form einer mitgebrachten Brotzeit nachzuholen. Also warte ich ab und auf die Gegenleistung.
Und bei deren Erscheinen bahnt sich ein wahrer Krimi an. Man wird es sich denken können. Spitzenlicht am Ende der langen Gerade = Wolke zieht vor die Sonne. Immer wieder geht nun der Blick vom Zug hoch zum Himmel. Langsam schiebt sich die helle Scheibe hinter der Wolke deren Rand entgegen. Langsam, sehr langsam. Und als ich schon die Hoffnung auf ein Sonnenbild aufgebe, strahlen Landschaft und Zug vor mir auf. Kein Volllicht, aber immerhin. Und wie knapp es war, lässt sich vielleicht erahnen, wenn ich sage, dass ich zum Zeitpunkt der Aufnahme noch im Schatten stand.
Jetzt lässt sich ja über Geschmack bekanntlich streiten. Und so kann man auch in diesem Fall trefflich diskutieren, ob so ein kantiger Kasten mit dem typischen Stadler Allerweltsgesicht, und zudem noch in Gülden, soviel Aufregung überhaupt wert wäre.
Ganz ehrlich? Aus meiner Sicht wohl eher nicht. Aber eben, wenn man schon mal da ist. Und es hätte ja sein können, dass er mir in Natura sogar gefällt. Aber ne, tut er nicht! Und so suche ich kurz mal Trost in einer Rückblende in die gute, alte Zeit, in der die Nostalgie auf Schienen noch täglich Brot war.
Meine erste Begegnung mit der Mariazellerbahn war im Jahr 1987. Tagelang hatte ich eine rund einwöchige Tour durch den Osten von Österreich geplant. Stapelweise Eisenbahnmagazine durchgeblättert, Fahrzeiten von interessanten Bahnen in einen kleinen Ringbuchordner geschrieben, Fahrstrecken auf extra dafür gekauften Shell Faltkarten markiert und deren Länge mittels ausgeklügelter Angaben aus Pfeilen und Zahlen ermittelt.
Und nun war ich, über die Zwischenstationen Stern & Hafferl und Ybbstalbahn, hier an der Mariazellerbahn angekommen, wo es nach einem längeren Aufenthalt am Hauptbahnhof von St. Pölten, der Strecke entlang bis nach Mariazell ging. Auf diesem Weg traf ich im Bahnhof Obergrafendorf, also unweit der obigen Fotostelle, auf einen Rollwagenzug. Und wie zu der Zeit üblich, hielt mich auch brutales Gegenlicht nicht davon ab, etwas zu dokumentieren, wenn es nur selten genug war. Und das war für mich die Fuhre gleich im doppelten Sinn.
Nächster Stopp war in Laubenbachmühle. Durchaus gezielt dieses Mal, denn in einer Ausgabe des Eisenbahn Kuriers war zu lesen gewesen, dass sich dort ein ganz besonderes Schmankerl herumtreibt. Und tatsächlich, mit 2093.001, einer dieselelektrischen Lok aus dem Jahr 1927, stand dort ein absolutes Unikat und uriges Fahrzeug. Zusammen mit der sogar noch 18 Jahre älteren 1099 001 ergab sich so ein ganz besonderes Foto.
Zwei wahre Veteranen treffen sich an diesem Spätnachmittag im Bahnhof Laubenbachmühle. Während die 1909 gebaute 1099 001-8 mit einem Personenzug von Mariazell hinunter nach St. Pölten unterwegs ist, ist Einzelgänger 2093 001-2 im Bauzugdienst eingesetzt und hat gerade Pause. 1927 für die Ybbstalbahn beschafft, ist die dieselelektrische Lok nurmehr in Hilfsdiensten unterwegs.Besonders ist übrigens auch eine Kleinigkeit, die wahrscheinlich erst auf den zweiten Blick auffällt. Denn so wirklich hatte man sich wohl mit den neuen Computernummern noch nicht arrangiert. Und so trugen die Loks, neben der EDV gerechten Nummerierung, immer noch den Punkt zwischen Baureihenbezeichnung und laufender Nummer. Ganz wie im alten Schema.
In Mariazell angekommen, wurde dort eine Übernachtung gesucht. Das ging noch mit schauen, reingehen und fragen, ob was frei ist. Nix Handy, nix booking. Am nächsten Morgen Frühstück mit Wurst, Käse, Ei und dann schnell zum Bahnhof, die Morgenzüge verarzten.
Der Meister auf Rundgang um 1099 008-3. Noch schön im grauen Arbeitsmantel und vorschriftsmäßig mit Helm.Nach diesen Bildern führte mich die Rundreise weiter in Richtung Süden, hinunter nach Kapfenberg. Auf dem letzten Stück begleitet von der heute längst verschwundenen Thörlerbahn der SLB, einer in bosnischer Spur ausgeführten Schmalspurbahn von Kapfenberg nach Seebach-Thurnau.
Aber das ist eine andere Geschichte, die vielleicht später mal in voller Gänze erzählt werden wird. Heute heißt es wieder aufbrechen und weiter dem eigentlichen Ziel der Tour entgegenfahren, der Aspangbahn. Eine der wenigen verbliebenen Strecken mit dem Charme vergangener Zeiten, im ansonsten modernisierten und betonierten Eisenbahnbetrieb unseres südlichen Nachbarn. Hat sich doch dort bis heute die alte Infrastruktur noch fast unverändert erhalten. Läutewerke an Bahnübergängen mit Kurbelschranken, Seilzüge mit freistehenden Holzstellwerken, mechanischen Signale und mittlerweile auch schon in die Jahre gekommener Triebwagen der Reihe 5047. Die Baureihe, die ab Ende der 1980er viele Vor- und Nachkriegsreihen aufs Abstellgleis gedrängt hatte und nun selber mit großen Schritten dem Einsatzende entgegen geht.
Es ist kurz vor 16.00 Uhr, als ich mich am kleinen Bahnhof von Tattendorf umschaue, um mich zu orientieren. Flügelsignale, Wasserkran, Gegengewichte, Sandbahnsteig. Alles da, was des Eisenbahnromantikers Herz so begehrt.
Für das erste Bild baue ich mich am Einfahrtssignal aus Richtung Wiener Neustadt auf. Schließlich ist genau diese Infrastruktur Grund für mein Hiersein.
Ein Stück weiter hinten haben sich zwei weitere Fotografen aufgebaut. Zumindest lässt es sich vermuten, denn wer steht sonst mit Leitern auf einer Wiese. Obwohl ich weit genug weg bin, um nicht zu stören, fahre ich doch mein Auto so weit wie möglich in eine ausgetrocknete Wiese um es so, genau wie mich, mittels eines einzelnstehenden Busches aus dem Sichtfeld der Beiden verschwinden zu lassen.
5047 059-0 dieselt als R 7471 vorbei am Einfahrtssignal der Station Tattendorf in Richtung Wiener Neustadt.Ach herrlich! Hier bleib ich. Also ich mein an dieser Strecke. Für den Gegenzug geht es nämlich zurück in den Bahnhof. Sandbahnsteig, Lagerhaussilo vom Landhandel, einfach toll. Lokalbahn halt. Dabei war die Strecke eigentlich als erster Abschnitt einer Verbindung gedacht, die als Ziel Thessaloniki hatte. Think big! Große Pläne im ausgehenden 19. Jahrhundert, einem Zeitalter in dem es in Sachen Eisenbahn keine Grenzen zu geben schien.
Während ich solchen Gedanken nachhänge, rollt auch schon der Triebwagen von Wiener Neustadt her ein.
5047 091-3 abfahrbereit im Bahnhof Tattendorf. Als R 7474 geht es weiter nach Traiskirchen Aspangbahn Bahnhof.Somit sind beide Fahrzeuge von heute erstmal im Kasten. Für mich Gelegenheit etwas der Strecke entlang in Richtung Traiskirchen zu fahren und nach Fotostellen Ausschau zu halten. So wirklich Schlaues für heute Nachmittag ist allerdings nicht dabei. Aber für morgen hab ich schon das ein oder andere im Auge.
Als es zeitlich für den aus Traiskirchen zurückkehrenden 5047 091 schon knapp zu werden beginnt, find ich hinter Trumau einen netten Bahnübergang. Schnell in den Feldweg abgebogen, da rollt er auch schon von der nahen Autobahnbrücke heran. Flinke Reifen und eine Langsamfahrstelle machen aber noch Bilder möglich.
Von Traiskirchen Aspangbahn Bahnhof kommt R 7473 nach Wiener Neustadt. Laut pfeiffend passiert 5047 091-3 einen Feldwegübergang vor Trumau.Da im weiteren Streckenverlauf keine wirklichen Möglichkeiten bestehen, vor Traiskirchen noch vernünftig ein Foto zu machen und die Sonne hier gerade günstig steht, bleib ich auch für den Gegenzug hier. Es ist erwartungsgemäß wieder der 059.
R 7476 hat vor wenigen Minuten Trumau verlassen. Jetzt dieselt 5047 059-0 dem Ziel Traiskirchen Aspangbahn Bahnhof entgegen.Beim Warten auf den Zug hatte ich Zeit, mir einen Plan für morgen zurecht zu legen und auch auszuknobeln, was ich heute Abend noch machen könnte. Das Hotel in Wiener Neustadt ist gebucht und es geht auf sechs zu. Also noch gut eine Stunde, die man für Bilder verwenden könnte. Da aber hier anscheinend immer nur zwei Triebwagen pendeln ist die Idee aufgekommen, zur GySEV zu wechseln. Vor meinem geistigen Auge sehe ich einen Triebzug im Abendlicht durch Felder und Weinstöcke rollen. Hatte ich da nicht Bilder noch aus der Dampflokzeit gesehen, wo genau so eine Szenerie war?
Also nicht lange überlegt und ab durch die Mitte. Zugegeben, auch diesmal treibt mich die Nostalgie. GySEV! Die einzige Privatbahn im Osten, geführt von österreichischen und ungarischen Gesellschaftern, teils exotischer Fahrzeugpark und der Lizenz zu queren, sprich den Eisernen Vorhang an zwei Stellen zu passieren. Dazu noch mit einem Bahnhof Wulkaprodersdorf, in dem sich GySEV und ÖBB treffen und dessen Namen man, einmal gehört, nie wieder vergisst.
Und genau dort lande ich auch, weil sich auf dem Weg von der Schnellstraße nichts anfahrwürdiges erspähen lässt und die Wolken mir mittlerweile absprachewidrig doch gefolgt sind.
Kaum in Richtung Ortskern und Bahnhof abgebogen, senken sich auch schon die Schranken. Kurz scharf rechts in einen Seitenweg abgebogen und mit der Kamera bewaffnet aus dem Auto gesprungen, rollt es auch schon vor mir auf den Schienen und ein Zug Richtung Eisenstadt passiert meinen Standort.
Hierbleiben oder zum Bahnhof fahren? Letzteres macht wenig Sinn. Ebenso wie außerhalb noch etwas suchen, steht doch die Sonne schon tief und ein Blick über die linke Schulter offenbart, dass jedes heute noch kommende Sonnenbild pures Glück ist. Mittlerweile hat sich das Gewölk nämlich derart verdichtet, dass mehr und mehr nur kleine Sonnenlücken zu erwarten sind. Also fahre ich einfach die Seitenstraße ein Stück hinein, dorthin wo man nahe am Gleis Aufstellung nehmen kann.
Rund 20 Minuten sind es bis zur nächsten Zugfahrt, also Zeit für einen Flashback, zurück in das heute bereits schon erwähnte Jahr 1987. Damals war man hier gefühlt am Ende der Welt. Und damit will ich die Region auf keinen Fall abwerten, aber unweit von Wulkaprodersdorf verlief die Grenze zu Ungarn und damit der Eiserne Vorhang. Und so, wie in den heimischen Gefilden auch, gehörte diese Gegend nicht gerade zu den boomenden Teilen des Landes. Etwas abgelegen und abgehängt, mit einem Hauch von Ungarn, was aufgrund der Historie auch nicht verwundert, und mit einer Eisenbahn, wie von einem anderen Stern. Und nichts deutete darauf hin, dass nur rund zwei Jahre später, unweit von hier, Weltgeschichte seinen Beginn und Lauf nehmen würde.
In diesem Jahr 1987 gab es zwei Strecken, auf denen planmäßig ungarische Fahrzeuge durch den Eisernen Vorhang schlüpften. Beide betrieben von der GySEV, der Raaberbahn, die alle Irrungen und Wirrungen des 20. Jahrhunderts überstanden hatte und längst zu einem Anziehungspunkt für Eisenbahnfreunde geworden war. Standen hier doch noch lange aus Russland zurückgekehrte 52er mit ihren charakteristischen russischen Rauchkammertüren im täglichen Güterzugdienst, ebenso wie die ein oder andere altungarische Baureihe. Später in den 80ern Loks der Reihe M62, M44 und M47 sowie ABbmot und Bamot. Bei den letzten Beiden handelte es sich zudem um die letzten Vertreter ihrer Art bzw. um Unikate.
Meine erste Begegnung mit der Raaberbahn hatte ich im Bahnhof von Ebenfurth. Dort beginnt die Linie hinüber nach Sopron und dort stand an diesem Abend auch der, mit seinen vergitterten Frontfenstern, der Achsfolge (1B)2‘ und seinem dumpf dröhnenden Motor schon fast archaisch zu nennende, ABbmot 2 bereit. Am Haken eine weitere rare Spezialität, nämlich ein zweiachsiger Spantenwagen in Triebwagen Lackierung. Dieser lief im Rahmen des privilegierten Durchgangsverkehrs im Transit durch Ungarn weiter nach Oberpullendorf.
Der ABbmot 2 steht im Bahnhof Ebenfurth bereit, um als grenzüberschreitender Nahverkehrszug nach Sopron aufzubrechen. Der urige Triebwagen mit der auffälligen Achsfolge (1B)2' gehört zu einer Kleinserie, die zwischen 1955 und 1956 in einer Stückzahl von 40 Fahrzeugen produziert, an die MAV, die CSD und die GySEV ausgeliefert wurde. Bei den Staatsbahnen im Städteschnellverkehr eingesetzt, kamen die GySEV Fahrzeuge hauptsächlich im Nahverkehr zum Einsatz. Angehangen ist übrigens ein, im Triebwagendesign, lackierter Spantenwagen der ÖBB. Dieser lief im Rahmen des privilegierten Durchgangsverkehrs, im Transit über das ungarische Sopron, von Ebenfurth nach Oberpullendorf unterwegs.Neben dieser traumhaften Garnitur waren auch zwei M62 zu sehen. Eine hatte einen Güterzug nach Ungarn bespannt, die andere erreichte von eben dort kommend den Bahnhof.
Für mich ging es nach einigen Fotos und bilderlosen Zwischenstopps in Neufeld an der Leitha, einst bereits im Königreich Ungarn gelegen, und Müllendorf weiter zum Übernachten in die burgenländische Hauptstadt Eisenstadt.
Kaum hatte am nächsten Morgen die nette Wirtin den Teller mit Schmelzkäse, Marmelade und Schinken auf dem Tisch abgestellt, war ich auch schon am Säbeln meiner Semmel. Welch eine Dynamik ich doch in damaligen Zeiten noch hatte. Anschließend schnell hinaus in den noch kühlen, sonnigen Morgen und das kurze Stück zu dem Bahnhof gefahren, der wohl einen der schönsten Stationsnamen trägt: Wulkaprodersdorf.
Dort, wo auch Züge der ÖBB wendeten, musste man auch dann nicht lange auf Action und ein ergiebiges Morgenprogramm warten.
Mit ordentlich Qualm setzt sich M62 903 im Bahnhof Wulkaprodersdorf in Bewegung. Am Haken hat er ABbmot 2. Links davon wartet 5145 014-6 der ÖBB auf die Ausfahrt in Richtung Eisenstadt.
Während M62 903 mit dem ABbmot 2 im Bahnhof Wulkaprodersdorf rangiert, steht die Ausfahrt für 5145 014-6 in Richtung Eisenstadt bereits.
M44 301 hat mit dem morgendlichen Nahgüterzug den Bahnhof Wulkaprodersdorf erreicht. Während sich der Lok- und Zugführer zusammen mit der Rangiermannschaft in die Bahnhofsgaststätte zum Frühstücken zurück ziehen, blubbert die GANZ Diesellok unrund vor sich hin. Immer wieder erzittert der Lokkasten, wenn die schwankenden Drehzahlen soweit gesunken sind, dass der Motor droht stehen zu bleiben. Rechts spitzt noch M62 903 ins Bild, die auf ihren nächsten Einsatz wartet.
Mit einem in Ebenfurth übernommenen Güterzug rollt M62 908 in den Bahnhof Wulkaprodersdorf. Im Gegensatz zur im Hintergrund stehenden Schwesterlok, trägt sie schon die neueste Lackierungsvariante.Abrupt reißt mich das Läuten des Bahnübergangs aus meinen Gedanken an die gute alte, längst vergangene Zeit und der REX in Richtung Eisenstadt macht Anstalten, Wulkaprodersdorf in Richtung Eisenstadt zu verlassen. Derweil kommt es daneben zur Koppelung des ÖBB Desiro Mainline mit seinem ungarischen Bruder. Beide werden nur wenig später ebenfalls den Weg an mir vorbei antreten.
Richtung der Landeshauptstadt Eisenstadt verlässt der REX 7878 den burgenländischen Bahnhof Wulkaprodersdorf. Da die Pannoniabahn bis Eisenstadt mit der, von der GySEV verwendeten, Spannung 25 kV / 50 Hz elektrifiziert ist, setzt die ÖBB hier mit den Reihen 4746 und 4124 Zweisystemfahrzeuge ein, so wie den 4124 037-4, der an diesem Abend Dienst hat.
Österreichisch-ungarische Zusammenarbeit. 4746 027-3 aus Eisenstadt und 4744 304-8 aus Deutschkreuz laufen ab Wulkaprodersdorf im Verbund. Während es für den ÖBB Triebzug später als REX 7831 solo weiter nach Wien Hbf geht, ist das Ziel der GySEV Garnitur als REX 7631 Bratislava Petrzalka.Mittlerweile ist es fast 19:00 Uhr und die Sonne hat sich, wenn überhaupt noch zu sehen, bereits merklich abgeschwächt und dem Horizont genähert. Zeit aufzubrechen.
Lang ist es nicht, dann steh ich auch schon vor dem Hotel. Bei Stadion und Sportflugplatz gelegen, am Rande eines Gewerbegebiets und mit Sicht auf die weit hinter einer ausgedehnten Brache liegende Hauptstrecke, werde ich also nun die nächsten Nächte ruhen. Solange bis mich das schlechte Wetter auch hier wieder vertreibt. Viel zu früh, wie den Prognosen nach zu befürchten ist.
Ich mache mich über die Reste meines Proviants her, war doch auf der Anfahrt kein verlockendes und verkehrsgünstig gelegenes Lokal zu erspähen gewesen. Nebenher werden die Bilder von heute gesichert und nochmal die Wunschstellen für morgen auf der Karte angesehen, dann geht es nach etwas Fernsehen auch schon ins Bett.
Dann mal gute Nacht und bis Morgen!







