Sommertour 2025 - links und rechts der großen Magistralen - Teil 8

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Heute soll also der Hochsommer, mit blauem Himmel und Sonnenschein, nach etwas mehr als einer Woche erstmal enden. Und damit vielleicht auch meine diesjährige Fototour? Sieht fast so aus, denn was die diversen Wetterlügies für die kommenden Tage vorhersagen, ist nicht dazu geeignet, deutschlandweit noch an Sonnenbilder zu glauben. Und auch darüber hinaus, also auch bei den Nachbarn, zeigen sich die Vorhersagen eher trüb.


Dienstag, 19.08.2025


Wehmütig denke ich an das tolle Frühstücksbuffet der letzten Tage zurück, während ich meine Semmeln Marke „aufgebacken“, belegt mit Wurst und Käse aus der Folie in mich hinein mampfe. Nicht dass das Frühstück schlecht wäre, es ist halt so reizlos und standardisiert wie in allen Businesshotels in diesem Land.

Aber ich bin ja nicht hier wegen der Kulinarik, sondern zum Eisenbahn fotografieren. Also mach ich mich gesättigt auf den Weg. Ziel ist ein Abschnitt hinter Landstuhl an der Hauptbahn in Richtung Saarbrücken. Eigentlich hatte ich ja eher in den Talabschnitt gen Osten gewollt. Nur hat da der gestrige Streckenguck mittels Luftbild nichts Brauchbares ergeben. Und auch nach Westen sieht es in der näheren Umgebung nicht prickelnd aus. Blieb also nur der Abschnitt bei Landstuhl. Kein Brüller, aber weiter nach Westen konnte/sollte es aufgrund der anrückenden Front auch nicht gehen. Standartverkehr an einer Allerweltsstelle hat. Daher zeig ich auch nicht alle Fotos.

Immerhin fahren hier noch fleißig Regional-Quietschies als S-Bahn und dass ist ja schon mal was. Den Beginn des Reigens macht aber eine Grinsekatze von DB Regio.




1440 009 mit der morgendlichen RB 12521 aus Merzig (Saar).





425 123 und 752 haben sich von Homburg (Saar) aus, mit Ziel Mosbach (Baden), auf den Weg gemacht.





Im RE Dienst zwischen Mosel, Saar und Rhein verkehren im SÜWEX Netz Triebzüge der Reihe 429 aus dem Hause Stadler. 429 616-6 mit 429 123-3 als RE 4102 nach Mannheim Hbf.





Grinsekatze, Quietschie, Flirt ….. regelmäßig im Takt, mal von links, mal von rechts. Modern, effizient und auf die Dauer ermüdend und langweilig. Zumindest für den Eisenbahnfotografen. Gut, dass es zwischendrin wenigstens den ein oder anderen Ausreißer gibt, wenn auch der Güterverkehr extrem unterrepräsentiert ist.




„Zug schläft“! 642 542 ist quasi schlafwandlerisch als Leerfahrt auf dem Weg nach Kaiserslautern.





Die Hausfarben von ELL sind wohl eine der langweiligsten Lackierungsvarianten aller Vectronen. 193 244 als Lz vor Landstuhl auf dem Weg nach Osten.





Noch bis nach Frankreich hinein, muss sich ICE 9556 mit der Altbaustrecke zufrieden geben. Dann erst kann 407 502-4 auf der Hochgeschwindigkeitstrasse seinem Ziel Paris Est mit Höchsttempo entgegen jagen.





Spätestens nach dem nächsten Takt mit 425ern ist es Zeit sich etwas anderes zu suchen. Das Problem ist nur, hier in der Gegend sieht alles ziemlich gleich aus, was es so an Streckenblick gibt. Und die Schlieren, die den Himmel immer mehr bevölkern und den nahenden Wetterumschwung schon ankündigen, machen es, wie schon vermutet, sinnlos großräumig weiter nach Westen zu versetzen. Trotzdem möchte ich es mal probieren und wenigstens einige Kilometer in die Richtung fahren. Auf dem Luftbild gab es so ein zwei Stellen, wo man sich alternativ hinpflanzen könnte. Nicht unbedingt wegen der Optik, zumindest aber wegen des Gewissens. Man hat es ja versucht.

Aber entweder waren die Zäune auf dem Blick von oben nicht zu sehen oder beim Satellitenüberflug noch nicht da, was allerdings unwahrscheinlich ist. Ist auch egal, das Ergebnis bleibt so oder so dasselbe. Ich komme nicht an die Gleise.

Also wieder zurück und auf die andere Seite der Brücke gestellt, neben der ich bis eben schon gestanden bin. Nicht dass es da jetzt schöner ist, halt etwas anders. Und ich kann in Ruhe abwarten, ob etwas Spannendes kommt und überlegen, wie es weitergeht. Zumindest der TGV soll noch verarztet werden. Zudem kann man hier, wenn auch nur kompromissbehaftet, auch Züge aus der anderen Richtung ablichten.

Die nahen Straßenbauarbeiter sind nur ganz kurz von meiner Anwesenheit irritiert und wenden sich schnell wieder ihrer Tätigkeit zu und das Auto steht im Schatten der Brücke der A 62, über die der Verkehr oberhalb von mir lärmend rauscht. Voll gemütlich hier. Muss ich schon sagen.




Mangels Schnellfahrstrecke geht es für TGV 9551 via Altbaustrecke nach Frankfurt (Main). Gestartet ist Triebzug 4709 in Paris Est.





Als Leerfahrt rollt 193 269, aus Richtung Saarbrücken kommend, Landstuhl entgegen.





425 554-3, zusammen mit 425 072-6, als S 1 unterwegs nach Homburg (Saar).





Als RE 4106 ist 429 115 unterwegs von Koblenz über Trier, Saarbrücken und Kaiserslautern nach Mannheim.





Und als würde die Kombination aus Landstraße, Autobahn, Baustelle und Eisenbahn nicht schon genug Dezibel in meine Ohren drücken, lässt nun auch noch ein sonores Brummen und Mahlen die Luft vibrieren. Auf der nahen Airbase Ramstein gestartet, zieht eine Lockheed C-130 der US Air Force über mich hinweg.









Schon immer wieder faszinierend, dass so ein Teil überhaupt fliegen kann. Ich schaue dem Vogel so lange nach, bis er aus meinem Sichtfeld verschwunden ist, dann kündigt das nahe Signal auch schon wieder die nächste Zugfahrt an. Und siehe, da! Es ist nach rund 3 Stunden tatsächlich der erste Güterzug auf dieser Ost-West Magistrale.




188 068-1 von CFL Cargo vor einem Autozug in Richtung Westen.





In Merzig (Saar) gestartet, hat 1440 001 als RB 12527 gleich den nächsten Halt Landstuhl erreicht.





Wie man sieht, wolkt und schmiert es mittlerweile von Saarbrücken her immer stärker, während der Himmel in der anderen Richtung noch blau ist. Gut, auch da hängt der feine Hitzeschleier über allem, aber immer noch besser wie Schlonz und Wolken.

Kurz überlege ich, nur um mich dann, etwas geschmerzt wegen des Abbruchs, auf den groben Weg in Richtung Heimat zu machen. Erster Zwischenstopp dahin, nochmal die Alsenzbahn. Zumindest so lange, bis die Wolken auch dort ankommen.

Einen Standort habe ich auch schon im Auge. Eine Brücke oberhalb von Enkenbach, gleich bei Eselsmühle. Angekommen muss ich aber feststellen, dass die Sonne doch schon weiter rum ist, wie vermutet. Ein Nasenschuss auf den nächsten vlexx Zug geht sich aber aus.




Von Mainz her kommend, ist 622 439 auf der Alsenztalbahn unterwegs. Ziel des RE 12386 ist Kaiserslautern Hbf.





In Enkenbach biegt die Verbindungsbahn nach Kaiserslautern fast im 90° Winkel ab und liegt somit ideal im Licht. Allerdings läuft auch diese ab der Straße und meist in dichtem Wald. Gleich hinter Ort könnte etwas von der Chaussee her gehen. Aber dort, wo die Eisenbahn nicht mehr verbuscht ist, ist die Straße schon ordentlich weit weg. Zudem ist sie mittlerweile zum Rad- und Fußweg umgewidmet worden. Und um nur auf Verdacht da eine ganze Ecke hin zu laufen, fehlt mir die Lust.

Also etwas weiter nochmal einen Seitenweg angeschaut. Doch auch hier ist die Trasse vorbildlich und dicht begrünt. Und da wo mal etwas frei wäre, haben freundliche und fleißige Mastbauer, Mist gebaut und einen Mast hingebaut.

Also nochmal ein Stückchen weitergefahren und jetzt schon bereits auf dem Stadtgebiet von Kaiserslautern, geht es nochmal in den Wald. Dort führt sogar, laut Karte, ein Weg parallel zur Bahn. Und den darf man sogar offiziell befahren. Also mal flott dorthin abgebogen.

Was nur niemand gesagt hat, der Weg steigt rasant stark an. Und bis man es sich versieht, ist man auch schon 6 bis 8 Meter über Gleisniveau. Zudem ist das freie Streckenstück, na sagen wir mal, kurz. Und von dem Teil davon, der von der Sonne beschienen wird, möchte ich jetzt hier erst gar nicht sprechen.

Da der Blick aber irgendwas hat und ich sowieso keine Alternative mehr, stehe ich nun auf meiner wacklig in den Hang und auf Brombeergestrüpp gestellten Kiste, in maximaler Streckung und Verdrehung balancierend und jederzeit Gefahr laufend, nach unten abzurauschen. Ich würde mich fast dazu versteigen, meinen Einsatz heroisch zu nennen. Oder aber einfacher ausgedrückt, nur dumm. Denn wenn ich hier den Weg in die Tiefe antrete, stehen die Chancen gut, dass ich nicht nur von Dornengestrüpp aufs Übelste zerkratzt werde. Nein, zum krönenden Abschluss plattiert mich anschließend noch die Eisenbahn.




Gleich hat 642 609 sein Ziel Kaiserslautern Hbf erreicht. Von Bingen (Rhein) als RB 12728 kommend, rollt er bei Eselsfürth durch den Pfälzer Wald.





Wie man sieht, hat es aber geklappt. Auch wenn es durchaus ein Nervenspiel war. Nicht nur, dass ich die wabblige Unterlage ständig ausgleichen musste und das Herannahen des Zuges mehr erahnen wie sehen konnte, die aufgezogenen Wolken verdunkelten während der schier endlosen Minuten des Wartens die Szenerie in immer kürzeren Abständen.

Ich sage nach dem Bild Tschüss zur Pfalz, nicht ohne vorher dem Weg noch ein Stückchen entlang gefahren zu sein, um zu sehen ob nicht weiter vorne doch noch was geht, und schwinge mich auf die Autobahn. Hier noch länger zu bleiben, macht keinen Sinn. Während des Wartens auf den Desiro bin ich mal so die Möglichkeiten entlang des Heimwegs durchgegangen. Der Raum um Sinsheim wäre doch ganz interessant. S-Bahn Mireo in Weiß, die ehemals für die ÖBB vorgesehenen Talent 4 und die Straßenbahnzüge der Albtalbahn von Heilbronn her, böten wohl genug Zeitvertreib.

Vom Grundsatz her ein guter Plan. Aber es ist heute halt ein gebrauchter Tag. Und so weist mich, nachdem ich mich durch den dichten Verkehr gekämpft habe, kurz vor dem Ziel ein Hinweis aus dem Radio darauf hin, dass vor mir Stau ist. Also schon eine Abfahrt eher runter und mal wieder über Land. Kostet ja alles keine Zeit.

In Hoffenheim angekommen und nach links abgebogen erweist sich das Tal, bis zu dessen erster Biegung ich vor zwei Jahren geschaut hatte, dahinter längst nicht mehr so fotogen wie gedacht oder erhofft. Zudem haben, laut Navigator, die Züge irgendwie alle Verspätung.

Also geht es immer weiter der Strecke entlang, bis zum Abzweigbahnhof nach Meckesheim. Vielleicht gibt es da ja wenigstens eine nette Szenerie.

Gut, einen Bahnhof gibt es. Zumindest lässt sich das von meiner Position aus erkennen. Mehr aber auch nicht. Stehe ich doch in einer endlosen Schlange vorm ersten Bahnübergang, gleich bei der Streckengabelung. Und über den müsste ich dringend drüber, wegen Sonnenstandes und so. Wenn der nicht schnell wieder aufgeht, verpass ich noch den nächsten Zug. Aber warum ist er überhaupt zu? Und warum ist die Schlange so lang?

Keine Zeit, das herauszufinden. Nach einigen langen Minuten manövriere ich mich aus der Schlange, drehe um und fahre zum nächsten Bahnübergang, welcher in der Bahnhofsmitte gelegen ist. Hier sieht es aber ähnlich aus. Schranken unten und von allen Seiten stauen sich die Fahrzeuge. Über die Gleise geht auch hier nichts, aber zumindest biegt vorne in der Schlange immer wieder jemand rechts ab, so dass ich aufrücke. Schnell auf die Karte geschaut, es gibt noch einen dritten Bahnübergang und da wollen alle hin. Wenn die wirklich die Schranken so früh vor Zugankunft zu machen, vielleicht ist dann da noch offen. Nach gefühlten Stunden bin ich endlich vorne, holpere die Bahnhofstraße entlang. Wenn jetzt die Schranken vor mir runter gehen, schreie ich! Noch 50 m, noch 40 m, noch 30 m, ich werde sowas von brüllen, noch 20 m, noch 10, hurra, drüber!

Jetzt können sie machen, was sie wollen. Ich bekomme mein Bild …… nicht. Warum? Der Bahnhof ist einfach unfotografierbar. Also Plan B.

Der besteht daraus, nun auf dieser Seite wieder zurück an die Strecke zu fahren. Vielleicht geht ja was. Und tatsächlich, am Ortsausgang finde ich ein Plätzchen. Man steht zwar tief, aber mit Apfelbäumen neben den Gleisen ergibt sich trotzdem ein netter Blick. Nur der Zug fehlt.

Ein Blick auf den Navigator lässt mich verzweifeln. Stellwerksstörung! Nichts geht mehr im gesamten Großraum Sinsheim! Darum auch der Stau an den Bahnübergängen, da diese sich auch nicht mehr öffnen ließen.

Komisch ist nur, dass für vereinzelte Züge in der Region immer noch Zeiten angezeigt werden. Und da der nächste Zug der Albtalbahn eben genau so einer ist, fahre ich mit dem letzten Fünkchen Hoffnung nach Steinsfurt. Nur um hier, dumm an der Strecke wartend, endgültig Klarheit zu bekommen, dass sich hier nun so schnell kein Rad mehr dreht.

Ordentlich gefrustet geht es wieder auf die Autobahn. Nun aber nichts wie heim. Drohen doch zu allem Überfluss jetzt die Flaschenhälse um Heilbronn und bei Crailsheim. Abschnitte die immer für Stau und Totalsperrung gut sind.

Als ersterer passiert ist, ist auch die erste Wut verraucht und die Frage taucht auf, ob es nicht möglich wäre, eine der stündlichen hier auf der Strecke verkehrenden, Desiroleistungen umzusetzen. Schwierig nur, dass sich Autofahren, Fahrplanlesen und Kartenstudium mit Stellensuche so schwer unter einen Hut bringen lassen, wenn man alleine unterwegs ist. Also schnell mal raus, Lage gecheckt und siehe da, es könnte sich ausgehen.

In Neuenstein geht es runter von der Autobahn und dann über Seitenstraßen und Landwirtschaftswege, und vorbei am Klumpenhof, an die Strecke. Das Timing ist perfekt, steht doch die nächste Leistung nach Heilbronn in wenigen Minuten an. Nur der Bewuchs lässt auch hier nur eine kleine Lücke. Doch für einen Desiro sollte es allemal reichen.




Im Sommer werden die stündlichen Regionalexpress Züge der Hohenlohe Bahn durch Triebzüge der Reihe 642 gebildet. In der Abendverbindung läuft 642 609 von Crailsheim nach Heilbronn Hbf.





Na wunderbar, da steigt doch die Laune wieder. Beschwingt geht es wieder zurück zur Autobahn. Jetzt noch ein Zwischenstopp an der E-Piste bei Ratzendorf und dort eine der Ersatzgarnituren erwischen, die dort für Arverio in den RE Plänen nach Stuttgart laufen, dann könnte der Tag doch noch rund werden.

Könnte! Denn wie befürchtet ist die Autobahn kurz danach mal wieder dicht. Das gibt es doch nicht. Drei Totalsperren bei den letzten vier Malen, als ich die Strecke fuhr. Hoffentlich gab es nur Blechschaden!

Ich tingle mal wieder über die Dörfer und komisch, die ein oder andere Ecke kommt mir seltsam vertraut vor.

Mit Laune wieder am Boden schlag ich auf der Wiese bei Ratzendorf auf. Aufstellung nach dem Motto „wenn ich schon mal da bin“, Perspektive „extrem kurzbeiniger Frosch in der Grube sitzend“, Zug „Ersatzgarnitur“. Na immerhin!




Ersatzgarnitur bestehend aus 146 522-8 von SRI und Wagen von TRI unterwegs als RE 26785 von Stuttgart Hbf nach Nürnberg Hbf.





Ersatzgarnitur bestehend aus 146 522-8 von SRI und Wagen von TRI unterwegs als RE 26785 von Stuttgart Hbf nach Nürnberg Hbf.





So, es reicht. Es ist gleich halb acht und die Sonne versinkt mehr und mehr im Schmodder, was das Licht von Minute zu Minute noch komischer macht. Ein krönender Abschluss von Teil 1 der Sommertour? Wohl eher nicht.

Aber war das schon Teil 1 und ist das schon der Abschluss der Sommertour 2025?


Mittwoch, 20.08.2025


Nein, war es nicht. Denn als ich am Tag darauf gut erholt in meinem eigenen Bett aufwache, präsentiert sich hinter den Rollos eine durchaus sonnige Welt. Schlierig, aber sonnig. Ganz hat es das schlechte Wetter also doch noch nicht bis in den Osten Bayerns geschafft.

Gut, dann wollen wir das Restlicht aber auch nutzen. Womit? Berechtigte Frage. 218er wären im Angebot. Die fahren aber am Wochenende auch und haben daher nicht Prio eins, wenn man schon mal unter der Woche frei hat. Also dann ist es doch klar. Die Nahgüterzüge in der Region. Da gibt es am Vormittag drei Leistungen. Die von Schwandorf nach Sulzbach-Rosenberg Hütte und Schnaittenbach, die Leistung von Kulmbach nach Schwandorf und die vom sächsischen Reuth her. Ich nehme Variante eins, da ich mal den Blick auf Gebenbach umsetzen will. Und da vorher auch noch die Rückleistung aus Sulzbach-Rosenberg gehen sollte, wenigstens sofern der Zug sich an den Fahrplan hält, würde das auch zwei Bilder ergeben.

Schnell mal auf der Karte geschaut und schon ist ein Ziel gefunden. Altmannshof. Da passt die Sonne und vielleicht kann man auch noch das mechanische Vorsignal des Bahnhofs Luitpoldhütte mit aufs Bild bringen.

Pünktlich stehe ich da, erwartungsvoll, denn hier hab ich tatsächlich noch kein einziges Foto gemacht. Bin schon gespannt, wie das dann am Bild kommt. Ganz leicht träum ich von einer 294er in noch leuchtendem Rot, aber auch mit einer neuen 4185 könnte ich zur Not leben. Diese modernen, und für meine Meinung nach für die hiesigen Dienste überdimensionierten, Maschinen haben nach anfänglichen Problemen, die gute, alte V90 mittlerweile fast völlig verdrängt.

Die geschätzte Durchfahrtszeit kommt, die geschätzte Durchfahrtszeit geht, und nichts passiert. Hm, schwierig jetzt. Kommt die Fuhre etwas später? Oder ist sie gar schon durch? Vielleicht war ja keine Last nach Hütte zu bringen und die Leistung auf diesem Ast ist einfach ausgefallen? Dann kann es natürlich sein, dass der Zug nach Schnaittenbach deutlich vor Plan unterwegs ist. Erst Recht, da es sich hier um eine reine Güterstrecke handelt. Man muss sich also in keinen Takt quetschen.

Schnell ist zusammengepackt und das keine Minute zu früh. Denn kaum an der Wunschposition oberhalb von Gebenbach angekommen, pfeift es schon kräftig unten im Ort. Sprich, der Zug ist da und schleicht über die etlichen unbeschrankten Bahnübergänge.

Anhand des Klangs vom Horn versuche ich zu erraten ob klassische Bundesbahn oder Cargo. Da ich nicht weiß, wie das eine oder das andere klingt, ein sehr sinnloses unterfangen. Dann weht kurz ein Fetzen des Motorklangs zu mir herüber und ich bin mir einen Moment sicher, es ist eine V 90. Aber nur kurz, denn die Front, die sich dann hinter den Bäumen ins Blickfeld schiebt, gehört eindeutig zu einer modernen DE 18.




Laut pfeiffend hat sich 4185 141 den Weg durch Gebenbach "gebahnt", jetzt dieselt sie mit dem EZK 53919 die Steigung zum Scheitelpunkt der Strecke Amberg - Schnaittenbach herauf.





Nur wenig Mühe hat 4185 141, die drei Knickkessel, aus denen der EZK 53919 an diesem Tag besteht, über die Steigung herauf zu bringen.





Wie bereits erwähnt, finde ich die DE 18 mit ihren 1.800 kW als Ersatz für die V 90, die 1.000 kW Leistung aufweisen, reichlich überdimensioniert. Glaubt man aber den Gerüchten, dass man perspektivisch die 232/3 im Streckendienst damit ersetzen will, ergäbe es durchaus Sinn. Quasi eine Maschine für alle Einsatzbereiche.

Dafür müssten aber die Vossloh Loks in Diensten von DB Cargo eindeutig stabiler laufen. Zwar hat sich die Lage, wie oben gesagt, gebessert, die Schadanfälligkeit ist aber trotzdem noch ganz signifikant. So stehen ständig Maschinen in Weiden geparkt und warten auf den Einlass zur OWS. Eigentlich verwunderlich, laufen die Loks doch auch bei anderen Bahngesellschaften schon seit Längeren.

Theoretisch könnte man dem Zug jetzt hinterher und unterwegs noch ein Bild schießen oder ihn beim Rangieren in den Anschlüssen nochmal ablichten. Ich breche jetzt aber hier ab, weil das Licht nun doch immer fahler wird, und fahre nach Hause. Dort zeigt sich der Himmel leicht sauberer, sodass es kurz nach Mittag wieder raus geht an die Strecke, diesmal an die Hauptbahn von Weiden aus nach Regensburg. Erwartet wird die mittägliche Übergabe, die von Kulmbach kommend, in Weiden zusätzlich Müllwagen aufgenommen hat, um dann so verstärkt den Weg nach Schwandorf anzutreten. Und auch hier stellt sich die Frage V90 oder DE18.




Hauptsächlich aus Müllwagen besteht EZK 53910, den 4185 128 von Weiden nach Schwandorf bringt.





Fast erwartungsgemäß hat sich das Moderne heute durchgesetzt. Einerseits schade, andererseits bin ich froh, dass sich die Wolken zurückgehalten haben und der Schmodder nur dezent war. Da nehm ich auch gerne eine 4185, von der mir sowieso noch ordentliche Streckenaufnahmen fehlen. Außerdem kommt die Lackierung durchaus gut.

Würde man jetzt durchziehen, wäre der nächste Anlaufpunkt die nachmittägliche Übergabe von Schwandorf nach Burglengenfeld und zurück. Auch die Nebenstrecke nach Burglengenfeld, die in Maxhütte-Haidhof von der Hauptbahn Schwandorf – Regensburg abzweigt, wird nur mehr im Güterverkehr bedient und bietet mit dem Bahnhof am Endpunkt und der kurz davor gelegenen Naabbrücke durchaus nette Fotostellen, aber es zieht leider rapide zu. Die Schlechtwetterfront nähert sich nun unerbittlich und beendet jegliche vernünftige Fototätigkeit.

Für die nächsten Tage heißt es nun ausharren und immer wieder mittels Wetterseiten einen Rundumblick machen, wo es wie aufreißen könnte. Harz, Zittauer Gebirge, Oberrheintal, Tschechien, Niederösterreich/Burgenland. Diese und mehr Wunschkandidaten sind im Spiel. Und endlich, am Samstagmorgen ist es soweit. Für die Ecke rund um Wiener Neustadt wird ab Sonntag für einige Tage ein stabiles Hoch angesagt. Und das kann nur eines bedeuten: Ab zur Aspangbahn!

Also Koffer packen! Auto tanken! Fotoausrüstung klar machen und ab durch die Mitte! Aber das ist schon wieder ein anderer Teil der Geschichte.