Sommertour 2025 - links und rechts der großen Magistralen - Teil 6

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Und schon heißt es auch schon wieder Abschied nehmen von Karlsruhe und meinem schönen Zimmer mit perfektem Ausblick auf die Bahn. Sicher nicht das letzte Mal, dass ich hier Quartier genommen hab, auch wenn die Fallhöhe immer höher wird, denn die Enttäuschung, wenn es beim nächsten Aufenthalt nicht mit diesem Zimmer klappt, möchte ich mir gar nicht vorstellen.


Donnerstag, 14.08.2025

Nachdem ich meine sieben Sachen gepackt und alles im Auto verstaut habe, geht es erst gemütlich frühstücken und dann hinüber zum Hauptbahnhof für eine kurze Runde durch die Halle und über den Vorplatz. Nochmal schauen, ob was geht.

Die Halle ist überraschend leer. Aber immerhin ergibt sich so wenigstens eine vernünftige Perspektive, um einen Zug in Verbindung mit der Stahlarchitektur abzulichten. Und der Kontrast zu dem nicht unbedingt schönen, dafür aber formenstarken Mireo bietet durchaus ein nettes Motiv.




463 035-6 zusammen mit einem Schwesterfahrzeug abfahrbereit in der Halle von Karlsruhe Hbf.





Da das, was auftaucht entweder falsch zur Sonne zum Stehen kommt oder genau im Bereich der ach so fotogenen Baustelle hält, gibt es im Anschluss nur noch ein Foto von den letzten Gleisen. Spannend hier das Nebeneinander von Bahngesellschaften, Baureihen und Philosophien. Arverio, Albtalbahn, DB Regio, Vollbahn- und Stadtbahnzüge.




Drei Fahrzeugtypen, drei Bahngesellschaften. Neben einer Grinsekatze von DB Regio und mehreren Mehrsystemtriebzügen der AVG, steht ET 4.09 von Arverio, der gerade für seinen nächsten Einsatz durch eine weitere Garnitur verstärkt worden ist.





Nachdem es hier nichts mehr zu holen gibt, geht es raus auf den Vorplatz. Vielleicht hab ich ja dort mehr Glück. Dazu würde schon ein Foto eines Zweisystemers der 1. Generation beitragen. Doch leider lässt sich auch heute keiner blicken. Na gut, dann nehmen wir das, was kommt.




Triebzug 363 verlässt mit 328 die Haltestelle Karlsruhe Bahnhofsplatz.





Zweisystemtriebzug 450 838-8 macht sich vom Vorplatz des Karlsruher Hauptbahnhofs auf den Weg nach Germersheim.





Auch bei Triebzug 843 handelt es sich um ein Zweisystemfahrzeug der Bauart Duewag GT8-100/2S-M.





Triebzug 369 biegt, vom Altbtalbahnhof kommend, auf den Bahnhofsvorplatz ein.





Wie man vielleicht erkennen kann, bin ich beim letzten Bild schon wieder auf dem Weg zurück zum nahen Hotel. Auschecken und ab geht’s.

Was steht heute eigentlich auf dem Tagesprogramm? Erstmal an die Dieselpisten in der Westpfalz. Im Laufe des Nachmittags kommen dann Freunde von mir nach und die Eisenbahn wird erstmal zur Nebensache. Ruhe genießen und die Köstlichkeiten, die Pfälzer Küchen und Weinkeller so hergeben. Kein Wunder, dass der Treffpunkt auch bei einem Weinhändler hier in der Region liegt, wo Nachschub für die heimischen Bestände gebunkert werden soll.

Aber vor dem Vergnügen, die Arbeit. Oder wohl eher, das Vergnügen der anderen Art. Und weil mir nichts Besseres einfällt, wird es wieder die Brücke bei Steinweiler, auf der ich mich postiere.




Nach dem Halt in Steinweiler beschleunigt 643 011 für das kurze Stück bis nach Winden (Pfalz). Ziel für die RB 12447 ist Karlsruhe Hbf.





Heute ist mir das Glück auch hold und ich erwische einen 628.4, der in den Kaiserslauterner Talent Plänen mitschwimmt. 628 475 ist es, der als RB 12408 unterwegs ist.





Als nächstes betritt 643 507 die Bühne, auf dem Weg als RB 81415 ins französische Wissembourg.





Keine 20 Minuten später erscheint der RE 12021 nach Karlsruhe Hbf, gebildet aus 643 024 und 643 008.





Wollte ich nicht eigentlich noch an das Einfahrtssignal von Karlsruhe herumsetzen? Das hatte ich zwar schon mal probiert, aber das Licht war da so semi. Nun fürchte ich, dass mir die Idee heute auch schon wieder zur ungünstigsten Zeit gekommen ist.

Und so ist es auch. Die Sonne ist zuweit oder noch nicht weit genug rum. Das kann man sich jetzt nach Belieben aussuchen. Ein Nasenschuss und drei Querschüsse, von denen zwei gezeigt werden soll, gehen sich aber trotzdem aus. Nur halt ohne Signal. Schade!




643 017 hat in Winden (Pfalz) die pfälzische Maximiliansbahn verlassen. Nun geht es für die RB 12449 erstmal eingleisig weiter nach Karlsruhe Hbf.





Von Wörth her kommend, hat 643 511 als RB 12444 von Karlsruhe Hbf nach Neustadt (Weinstraße) gleich den Abzweigbahnhof Winden (Pfalz) erreicht.





Farblich eher ein Flickenteppich ist der führende 643 508-4. Hier zusammen mit 643 524-1, als RE 12018, kurz vor Winden (Pfalz).





Auch wenn man es auf den Fotos nicht so sieht, von Süden her wird der Dunst am Himmel immer dichter. Und da der Lauf der Leuchtmurmel über den Himmel diese dummerweise auch noch durch diesen Schmodder führt, ist es wohl Zeit, die Zelte hier abzubrechen und weiter nach Norden zu verschieben. Passt auch ganz gut, wollte ich mir doch den ersten Teil der Strecke von Landau (Pfalz) nach Pirmasens sowieso mal anschauen.

Einmal quer durch die Botanik geht es durch hügliges Land, vorbei an schier endlosen Weinfeldern und durch malerische Orte. Angekommen im Zielgebiet ist es nicht so leicht ein nettes Motiv zu finden. In Albersweiler bietet sich dann eins, mit Tunnel und Kirchenblick. Nur den hohen Ausleger der Lichtzeichenanlage hätte vielleicht jemand vorher netterweise ab flexen können. Der stört dann doch ein wenig. Dafür macht eine, nahe dem Bahnübergang stehende Informationstafel das Warten recht kurzweilig. Mit Bildern versehen, wird auf ihr ausführlich die Geschichte der Bahn und deren Schicksal im 2. Weltkrieg und in der Nachkriegszeit erzählt.




Als RB 12335 von Pirmasens Hbf nach Landau Hbf hat 643 506 gerade den 93 m Langen Kirchberg Tunnel erlassen. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Tunnel zwischen September 1944 und März 1945 insgesamt 23 mal von alliierten Flugzeugen angegriffen, um die damals zweigleisige Bahnlinie als Nachschubweg zu unterbrechen. Konkret zielten die Angriffe darauf, den Tunnel zum Einsturz zu bringen, was aber nicht gelang. Neben beschädigten oder zerstörten Häusern, gab es auch etliche Tote unter der Zivilbevölkerung zu beklagen. 1946 wurde dann das zweite Gleis als Reparationsleistung an Frankreich abgebaut.





Für mich heißt es sich nun langsam in Richtung Treffpunkt aufmachen. Dazwischen sollte ich auch noch etwas in Sachen Nahrungsmittelbeschaffung tun. In Bad Bergzabern gibt es die entsprechenden Möglichkeiten und den Essensplatz im Schatten der Bäume am Fußballplatz in Barbelroth. Ja genau da, wo ich noch Tage zuvor die beiden Trainierenden gestört hatte. Heute ist der Platz verweist und so kann das Wunschmotiv „Talent und Tornetz Ton in Ton“ umgesetzt werden.




Vorbei an der Ton in Ton gehaltenen Sportanlage der SpVgg Oberhausen-Barbelroth rollt 643 010, vom Kurort Bad Bergzabern kommend, laut pfeifend als RB 12473 nach Winden (Pfalz).





Zug durch, Essen verputzt, jetzt geht’s eine Ortschaft weiter zum Treffpunkt. Dort angekommen muss ich noch etwas warten, dann können die Freunde begrüßt und die diversen Weinkartons im Auto verstaut werden. Anschließend ab nach Ilbesheim, Unterkunft bezogen und in den Innenhof gesetzt. Bei einem kühlen Rosé heißt es jetzt nur mehr vorbereiten auf das Abendessen, was dann später auch mit der rechten Muse und Genuss eingenommen wird. Start in den etwas anderen Urlaub.


Freitag, 15.08.2026 bis Sonntag, 17.08.2026

Nach einem gemütlichen und ausführlichen Frühstück auf der sonnenbeschienenen Terrasse brechen wir am späten Vormittag auf in Richtung Wissembourg. Dieses kleine, beschauliche Städtchen, gelegen am Flüsschen Lauter, mit seinem malerischen Ortskern ist immer einen Ausflug wert. Und sind es nicht die Gebäude, der an der Lauter gelegene Park oder die Reste der Stadtmauer, dann mit Sicherheit die Konditoreien, die mit allerlei süßen Verführungen aufwarten können.

Was auch nicht fehlen darf, ist ein kurzer Blick auf den einst bedeutenden Bahnhof, der als Kopfbahnhof ausgeführt ist und Teil der früher wichtigen Magistrale von Neustadt (Weinstrasse), damals noch Neustadt an der Haardt, nach Straßburg/Strasbourg ist. Längst sind die großen Zeiten vorbei, als hier Schnell- und schwere Kohlezüge die Route befuhren. Heute herrscht ausschließlich Regionalverkehr, wobei dieser auch noch, bis auf Ausnahmen, hier gebrochen wird. Der Grund, die fehlende Zulassung der Regiolis TFA, ist hier ja bereits mehrmals thematisiert worden.

Beim heutigen Bahnhofsguck hab ich auch gerade alle Zugfahrten verpasst, sodass sich nur ein abgestellter Triebzug die Ehre gibt. Zumindest ist es der B 83501 und somit nominell der Erste seiner Baureihe.



In der Mittagshitze wartet B 83501 im französischen Grenzbahnhof Wissembourg auf den nächsten Einsatz in Richtung Strasbourg.





Nach der notwendigen und kurzzeitig erfrischenden Dusche wird diesmal auf der Terrasse vor den Zimmern gechillt, bevor der Abend wieder mit einem guten Essen, einem Spaziergang durch den Ort und einem schönen Rotwein erst spät ausklingt.

Der Samstag ist komplett Eisenbahn frei. Naja fast. Während wir unser Kulturprogramm mit einem Besuch auf dem für die deutsche Geschichte durchaus relevanten Hambacher Schloss abspulen, gibt es von der Aussichtsterrasse aus Bilder einer Zugvorbeifahrt unten in der Ebene. Heute sogar ein aus einem 628.4 Doppel gebildeter RE, den ich gerne am Gleis stehend vor die Linse bekommen hätte.

Der Blick von hier oben ist recht nett. Schade nur, dass der Dunst die Fernsicht erheblich einschränkt und zudem die Sonne falsch steht. So fallen die beiden roten Triebzüge in der Landschaft auch kaum auf und das Bild bleibt verborgen in den Tiefen einer Festplatte. Aber die Stelle sollte man sich mal für einen klaren Spätnachmittag auf den Zettel schreiben.

Nach einem Besuch auf der Burg Landeck mit Flammkuchen und Schorle geht es wieder zurück in die Herberge und auf eine Runde durch den Ort. Morgen müssen die Beiden leider schon wieder gen Heimat abreisen und für mich geht’s weiter entlang der Eisenbahn.

Aber Moment, müssen sie wirklich. Eigentlich ja nicht, denn sie haben am Montag noch Urlaub. Also wird spontan beschlossen, wenn es in Sachen Zimmer geht, verlängern wir noch einen Tag. Und so geschieht es dann auch. Zwar müssen wir umziehen, aber die Zusatznacht geht klar und wir haben noch einen ganzen Tag.

Erst als wir nach dem Essen und der obligatorischen Runde wieder auf der Terrasse sitzen, vor uns leckeren Traubenextrakt, kommt mir ein Gedanke. Morgen ist ja dann schon wieder Sonntag. Das heißt, die Wale kommen wieder nach Deutschland. Vielleicht wirklich die letzte Chance nochmal ein Bild zu machen.

Dementsprechend verlasse ich das Frühstücksbuffet auch schon etwas früher und mache mich auf, na, wer errät es, klar, nach Steinweiler. Zugegeben, nicht besonders kreativ die Wahl, aber schnell zu erreichen und auch von der Situation her ganz gut. Trödelt doch eine Wolkenfront, während der Nacht bereits über die Region gezogen ist, ganz ordentlich und will den Himmel nicht frei geben. Also will ich zum einen nahe an der Strecke stehen und zum anderen nicht erst mühsam zu einer Stelle krabbeln, die dann sowieso im Dunkeln absäuft.

Als erstes taucht der Ausflugszug nach Bundenthal-Rumbach auf, den wir auch schon in Teil 2 gesehen haben. Ich muss wieder feststellen, die SüWex Lackierung steht den Desiros gut.




Als sonntägliche RB 12318 ins im Pfälzer Wald liegende Bundenthal-Rumbach ist 642 181 unterwegs. In Landau wird der Zug Kopf machen und die Pfälzische Maximiliansbahn verlassen, um auf die Linie in Richtung Pirmasens wechseln.





Während oben am Himmel der Kampf Wolken gegen Sonne tobt und der Rand der Front nur zögerlich, aber dann doch näher rückt, rollt es unter mir im gewohnten Takt. Und eine ein kleines Schmankerl wird geboten, welches ich gerne mitnehme, auch wenn zu dem Zeitpunkt Licht noch Mangelware ist.




Immer wieder schwimmen Kaiserslauterner 628.4 in den Plänen der 643er mit. So auch an diesem Tag, an dem 628 655 als RB 12407 unterwegs ist.






Über die Pfälzische Maximiliansbahn rollt 643 018 als RB 81410, aus dem französischen Wissembourg kommend, in Richtung Neustadt (Weinstraße).





X 73904 und 73908, unterwegs als RB81413 von Neustadt (Weinstraße) nach Strasbourg.





RB 12442 dieselt bei Steinweiler in Richtung Neustadt/Weinstraße.





Dass genau zur Durchfahrt der beiden Wale die Sonne nochmal absäuft ist ärgerlich, aber nicht zu ändern. Ich verbuche es mal unter „hätte schlimmer kommen können, bei dem Gewölk am Himmel“. Der Himmel, der eine Viertelstunde davor noch völlig zu war und eine Viertelstunde danach blau und wie leer geputzt.

Alles in allem aber eine erfolgreiche Stippvisite. So geht es auch gut gelaunt zurück in den kleinen Weinort. Dort gibt es eine Rund hoch auf die Kleine Kalmit und wieder durch den Ort, dann chillen, Traubensaft trinken, Essen, Verdauungsspaziergang und den Abend mit einem Roten ausklingen lassen. Man kennt es mittlerweile.

Dann ist auch dieser Tag vorbei und die Wege trennen sich tags darauf wieder. Für die Beiden geht es heim, für mich weiter auf Tour. Doch nicht mehr lange. Schlechtes Wetter rückt an und wird sich wohl auch einige Tage halten. Daher streiche ich meine angedachte Weiterfahrt, hoch zu den zweiteiligen Talenten rund um Aachen. Auch die Stippvisiten zur S-Bahn Rhein-Ruhr und nach Belgien und/oder Luxembourg fallen ins Wasser.

Übrig bleibt der Montag, den ich wohl an der Alsenzbahn verbringen werde und so viel vom Dienstag, wie mir die heranrückende Schlechtwetterfront Zeit lässt, bevor es zurück gen Heimat geht. Dort werde ich dann nämlich erstmal mein Quartier aufschlagen, das trübe Wetter aussitzen und per rund um Blick schauen, wie und wo es weitergehen könnte. Eine Idee hab ich schon, dazu später aber mehr.

Jetzt erstmal wieder gute Nacht!