Sommertour 2025 - links und rechts der großen Magistralen - Teil 1

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Wohin im Sommerurlaub? Gute Frage. Wobei, eins war schon klar, eine große Fernreise würde es aus diversen Gründen auch in diesem Jahr nicht werden. Dazu sind die Zeiten einfach zu wild und viele Dinge im Privaten noch zu sehr im Fluss. Nächstes Jahr dann vielleicht wieder.

Soweit so gut, aber was macht man nun genau. Da war doch noch das ein oder andere aus dem letzten Jahr offen. Dem Jahr, dass so viel verändert hat. Die Kanalzüge der ersten Generation zum Beispiel. Oder die Aspangbahn in Österreich. Die SNCF Wale mit den Flügelsignalen in Winden (Pfalz) und die Strecken im nördlichen Elsass.

Aber auch so Klassiker wie Harz, wegen der hohen Waldbrandgefahr aktuell mit Dieselbespannung auf den Brocken. Die Zittauer Bahnen oder der Molli. Die Dieseltalent in ihren drei Varianten. Wale auf der Wutachtalbahn. Die letzten Leistungen der ÖBB 1142er, und und und ……

Viel zu viel um es in drei Wochen zu packen! Also ging es ans Sortieren und Strukturieren.

Erstmal musste nämlich der Urlaub arbeitsbedingt um drei Wochen nach hinten geschoben werden. Dadurch kollidierte er mit einem verlängerten Wochenende mit Freunden in der Pfalz, dass nun sinnvoll mit eingebaut werden musste. Somit stand schon mal ein Zielgebiet fest: Die 643er auf der pfälzischen Maximiliansbahn plus die Wochenendleistungen von SNCF und DLB. Dazu könnte man noch ins Elsass fahren. Und da als Übernachtungsort wieder das Intercity Hotel in Karlsruhe vorgesehen war, einfach weil gut und mit der Aussicht auf den Hauptbahnhof genial, könnte man ja auch die Hochrheinstrecke mit 218er, 641er und vor allem 644er mit einbauen. Danach ab ins Weinwochenende, von da aus rüber zu den Kanalzügen und zum Schluss über Belgien zu den zweiteiligen Talenten der Reihe 643.2, die sich westlich von Köln herumtrieben.

Klingt nach einem Plan. Wenn das Wetter einigermaßen mitspielt. Also erstmal Hotel gebucht für die ersten fünf Nächte und Nordfrankreich mit den Kanalzügen wieder aus dem Programm geworfen.

Wie jetzt? Warum? Das klang doch alles sehr gut? Ja, klang es. Aber mein treues Auto nähert sich mit großen Schritten den 500.000 km. Ein Ersatzkauf vor der bald notwenigen Abstellung hat mangels Angebots vor dem Urlaub nicht mehr geklappt. Zwar läuft es noch ganz gut und problemlos, trotzdem muss man immer damit rechnen, dass man einen Schaden hat und liegen bleibt. Bei meinen mehr als rudimentären Französischkenntnissen nichts, was man unbedingt haben möchte. Also lieber gesondert nochmal in Angriff nehmen, sobald der neue fahrbare Untersatz zur Verfügung steht. Also wurde erstmal die Zeit nach dem Weinwochenende frei und unverplant gelassen, man würde je nach Wetter entscheiden.


Samstag, 09.08.2025

Wann geht’s los? Egal, ich hab es nicht eilig. Vor 15.00 Uhr kann ich eh nicht ins Hotel und das schöne Wetter kommt erst langsam von Westen her. Also lieber gechillt etwas später abfahren, als mit Hektik zu früh. Dann hab ich vielleicht auch die Chance, dass die Autobahn leerer ist. Ich hasse nämlich die Tour auf der A6 quer durch Deutschland. Eigentlich ist es ja nicht weit, aber die Strecke ist seit Jahren eine Ansammlung von Großbaustellen. Meist überfüllt, Stau gefährdet und bei jeder Fahrt gut für einen Unfall vor mir, mit anschließender Totalsperre und daraus folgender Landpartie. Einfach nervig.

Darum ist es auch nicht schlimm, dass ich erst nach 13.00 Uhr loskomme. So konnt ich noch daheim Brotzeit machen und mir das Mittagessen irgendwo beim Burgerbrater für teuer Geld ersparen. Erwartungsgemäß zieht es sich, was nicht am übermäßigen Verkehr, sondern an den viele Kilometer langen Baustellen liegt. Aber auch der obligatorische Stau darf natürlich nicht fehlen. Ab Sinsheim geht es nur mehr im Stopp and Go bis zum nächsten Autobahnkreuz. So bin ich dann doch froh, als ich endlich vor dem Hoteleingang mein Gefährt parken und ihm entsteigen kann.

Kaum aus der Türe raus, setzt es mich auch schon fast wieder zurück. Ist doch ein Unterschied zwischen den Klimaanlagen erzeugten 23C im Innenraum und den 40°C vor der Tür.

An der Rezeption herrschen dann wieder gesittetere Temperaturen und alles geht recht fix. Auf den Hinweis, dass ich auf meine Mail mit dem Wunsch nach einem Zimmer ganz oben mit Bahnblick keine Antwort bekommen habe, meint die Dame freundlich: „Da hat es die Kollegin wohl gut gemeint und ihnen ein Zimmer ganz unten zur Stadt hin reserviert.“ Kurz in den Computer geschaut, schon bin ich umgebucht. Und was soll ich sagen, ich habe das gleiche Zimmer wie vor zwei Jahren, als ich zum ersten Mal hier war! Geht ein Urlaubsstart perfekter?

Schnell umgezogen und dann raus in die Hitze. Ein paar Bilder möchte ich heute dann doch noch machen. Und bei einer Bahnhofshalle wie in Karlsruhe und dem Verkehr sollte doch was gehen. Los geht’s aber auf dem Bahnhofsvorplatz, wo zwei Züge der AVG abgepasst werden.





Triebzug 885, ein Fahrzeug der zweiter Mehrsystemgeneration, beim Fahrgastwechsel vor dem Karlsruher Hauptbahnhof.






Zwei Triebzüge der gleichen Reihe, zwei Lackierungsvarianten. Treffen von 848 im neuen und 885 im alten Farbkleid.






So wirklich passt die Sonne hier nicht, also hinein in die heiligen Hallen, zur großen Eisenbahn. Schließlich hab ich da bei der Anfahrt auch eine 183er im schönsten Alex Lack und drei WRS 120er abgestellt gesehen. Und die schreien alle nach Verewigung. Kaum eingetaucht in die Katakomben und ihnen gen Bahnsteig wieder entstiegen, macht sich schnell Ernüchterung breit. Es wird gebaut. Ein Bahnsteig ist gesperrt und die Alex Lok steht hinter dekorativen rot-weißen Absperrgittern. Also erst mal wieder runter in den Durchgang und ganz rüber, dahin wo es zum südlichen Außenbahnsteig geht, der direkt unter meinem Zimmerfenster ist. Mit etwas verrenken lässt sich hier zumindest der Talent ablichten, der gleich von Neustadt (Weinstraße) kommend, hier einfahren und wenden wird.





643 519 verlässt als RB 12416 nach Neustadt/Weinstraße den Karlsruher Hauptbahnhof.






Mal auf den Abfahrtsplan geschaut, hm ja, da steht bald ein TGV an. Den möchte ich in bzw. vor deutscher Bahnhofshalle auf jeden Fall ablichten. Ansonsten, mal schauen, was sich sonst noch so herumtreibt. Man kann ja jetzt nicht gerade behaupten, dass es langweilig wäre. Die Baureihenvielfalt ist ordentlich, ebenso wie der Verkehr. Nur umsetzen lässt sich halt nur wenig vernünftig. Alles irgendwie verwinkelt, verstellt oder eben gesperrt wegen Bauarbeiten. Da kenn ich echt bessere Hallen. Aber der Quietschie da drüber, der muss unbedingt drauf. So ein langes Leben werden die Dinger auch nicht mehr haben.





425 074-2, zusammen mit einem weiteren Triebzug, in der Halle des Karlsruher Hauptbahnhofs.






Nun geht’s aber mal vor zu den 120er von WRS. Dass die hier immer noch im Bahnhof abgestellt sind. So ein Stumpfgleis wird ja auch nicht billig sein. Im Gegensatz zur 183 sind die gottlob nicht verbaut und so wandern die drei, eine nach der anderen, auf den Chip.





Unverändert stehen im Sommer 2025 die drei Widmer Rail Service Loks 120 154-0, 145-8 und 204-3 in Karlsruhe Hbf abgestellt und warten auf ihr weiteres Schicksal. Ob ein offenes Führerstandfenster bei der noch mit seitlichem DB Kecks versehenen 154-0 zur Erhaltung beiträgt, sei zumindest bezweifelt.






Schon schade um die Drehstrom Pioniere. Stehen doch gerade die zwei blauen Maschinen, zumindest äußerlich, gut da. Man kann nur hoffen, dass sie zeitnah einen Interessenten und damit neue Beschäftigung finden.

Für mich geht es nun schnellen Schrittes wieder rüber, ans andere Bahnhofsende. Schweißtreibende Angelegenheit das, ist es doch schon fast sechs, aber die Sonne brennt und die Temperatur liegt immer noch bei 35°C. Halb auf dem Weg sehen meine Augen aber etwas, was noch zusätzlich Kräfte freisetzt.

Aus Richtung Neustadt (Weinstrasse) hat sich ein 628er angeschlichen. Mittlerweile hier in der Ecke durchaus selten, schmuggeln sie sich doch immer wieder in die Talent Umläufe ein. Also muss er unbedingt aufs Bild, wofür es schwitzend und triefend wieder rauf auf den Außenbahnsteig geht.




Auch wenn Talent der Reihe 643 die meisten Leistungen in der Südostpfalz übernommen haben, schickt das Bw Kaiserslautern auch im Sommer 2025 immer wieder die 628.4er ins Rennen. So wie an diesem Tag 628 467, der in Karlsruhe Hbf als RE 15812 nach Neustadt/Weinstrasse.





Sonnenstand? Brauchen wir nicht drüber reden. Aber bei einer, mittelweile in den Rang eines Auslaufmodells erhobener Baureihe, muss man schon mal Kompromisse machen.

Wenn ich jetzt schon mal hier draußen bin, dann kann ich auch weiter tapfer in der Sonne braten, mich über das nahe Geländer hängen und das, was auf den Nachbargleise in den nächsten Minuten ankommt oder abfährt, mit großer Halle im Hintergrund ablichten. Los geht’s mit den beiden Leistungen von und nach Paris.




Von Paris Est kommend, erreicht 407 514-9 als ICE 9563 den Karlsruher Hbf.





Mit einiger Verspätung "aufgrund einer behördlichen Maßnahme" verlässt TGV 9560 Karlsruhe Hbf mit Ziel Paris Est.





Schön der direkte Vergleich der unterschiedlichen Philosophien. Triebzug mit Triebkopf oder mit angetriebenen Wagen, einstöckig oder doppelstöckig.




Ausfahrt für 1440 745-6 als RE 15812 mit Ziel Freudenstadt. Ein Name, der bei älteren Dampflokfans Erinnerungen weckt.





Aus der Abstellung kommend rollen 463 538-9 und 463 544-7 in die Halle des Karlsruher Hauptbahnhofs.





Dreiteiler 1440 383-6 auf dem Weg in die Abstellung.





Auch ein klassischer ICE3 darf natürlich nicht fehlen. An der Spitze 403 021-9, verlässt ICE 1064 den Hauptbahnhof von Karlsruhe.





Ist schon ordentlich was los hier auf dem Bahnhof. Leider kommen die Desiro HC und die Triebzüge der Albtalbahn zu weit hinten durch. Von ersterem gibt es zwar ein Foto. Allerdings ist der Winkel recht und günstig und man hat äußerst präsent jede Menge Masten und Baugedönse mit drauf. Daher nicht wirklich vorzeigbar. Schade, hatte ich doch heuer ausgiebig die beiden roten Varianten von DB Regio in Bayern sammeln können.

Die Uhr zeigt zwischenzeitlich halb sieben, als es wieder in die Halle geht, um sich für einen 643er nochmal so ordentlich zu verrenken. Trennt doch ein, von aufmerksamen Polizistenaugen bewachtes Gitter, Fotografen und Objekt der Begierde. Das bekommen übrigens auch gleich zwei Jungs zu spüren, die etwas verwirrt durch den Bahnhof irren und dabei eben jenes Gitter überqueren. Sofort setzt sich eine dreiköpfige Streife schnellen Schrittes in Bewegung und macht sich, zwecks Ergreifung und Maßregelung, auf zur Verfolgung.




643 021 verlässt als RB 12418 nach Neustadt (Weinstraße) den Karlsruher Hauptbahnhof.





Auch suche jetzt das Weite, getrieben von Hunger und Durst. Ein paar Strabse gibt es noch am Vorplatz, dann find ich mich auf der Terrasse der nahen, mir vom letzten Besuch schon bekannten, Lokalität wieder, bei Lecker Essen und zwei kühlen Hopfenschalen.




Der bei den Verkehrsbetrieben Karlsruhe eingereihte Triebzug 340, ein Vossloh Citylink, erreicht den Bahnhofsvorplatz von Karlsruhe.





Ein Triebzug des gleichen Typs, diesmal allerdings von der AVG. Zusammen mit einem weiteren Fahrzeug erreicht 378 die Haltestelle am Karlsruher Bahnhofsvorplatz.





Zwei moderne Zweisystemtriebwagen der AVG auf dem Weg nach "nicht einsteigen". An der Spitze 450 969-1. Hersteller ist Bombardier, der Produktname Flexity.





Ein Vertreter der älteren Generation aus dem Hause Duewag. 450 890 vor dem recht schmucklosen Karlsruher Hauptbahnhof. Ebenfalls ein Mehrsystemfahrzeug.





Gut gesättigt geht es, mit Umweg über die Tiefgarage zweck Getränkeversorgung für die Nacht, zurück ins Hotelzimmer. Spät ist es geworden, hab ich doch den Abend ganz gemütlich ausklingen lassen. Gottlob hat das Hotel Klima, denn die Außentemperaturen wollen nicht wirklich unter 20° C sinken.

Schnell geduscht und umgezogen, Fahrzeiten für morgen raus gesucht und die Abfahrtszeit festgelegt, dann lieg ich auch schon im Bett. Noch mit den Vorhängen offen, das kostenlose Kino genießend, aus ein- und ausfahrenden Zügen. Irgendwann fallen mir dann doch die Augen zu. Gut so! Also Vorhänge vor und Ohrenstopfen rein, ansonsten gibt der Bahnhof und erst recht der Außenbahnsteig direkt unterm Fenster, doch zuviel Flair ab, für einen gesunden Schlaf.

Morgen ist Sonntag und es geht nach Winden (Pfalz). Warum? Na weil hier noch Formsignale stehen und sonntags die SNCF mit einer Walleistung und vlexx mit 2x Lint durchkommt. Eine Kombination, die man selten sieht und die im Falle der Wale bald Geschichte sein dürfte oder eigentlich schon längst sollte. Dazu aber später mehr. Und ja, die Signale sollen auch demnächst fallen. Also Grund genug.

Und jetzt Augen zu und Gute Nacht!