Alpen Klassiker Teil 2: Die letzte Bastion der Deh-Triebwagen
Von Pascal Zingg
Die Matterhorn Gotthard Bahn aktuell in einem Wandel. So wurden bis Ende 2023 zwölf Triebwagen des Typs ABeh 8/12 Orion bestellt. Diese übernehmen seit dem Fahrplanwechsel 23/24 praktisch die ganze Last am Oberalp. Die weiteren Triebwagen ergänzen den Verkehr zwischen Visp und Zermatt. Als letzte Bastion der alten Pendelzüge mit Deh-Triebwagen bleiben daher nur noch die Regios zwischen Brig und Andermatt, sowie ein Teil der Schöllenenbahnzüge. Mit Blick auf die Bestellung von 25 weiteren Zügen des Typs ABeh 8/12 Orion bis 2029 dürften aber auch diese Einsätze sukzessive abnehmen. Grund genug also dem Goms einen Besuch abzustatten, um noch einmal ein paar gute Bilder von den Deh-Triebwagen zu machen.So gut die Idee schien, so schwierig war die Umsetzung oder zumindest der Weg dahin. Wie so oft im Sommer machte mir an diesem Morgen der Gotthard-Stau zu schaffen. Zwar schickte mich Google in Erstfeld von der Autobahn. Da ich nicht damit rechnete, dass die Autos so früh am Morgen schon in Amsteg zurückgehalten werden, blieb ich auf der Schnellstrasse und verlor promt 20 Minuten. Da ich auch in Amsteg nicht von der Autobahn ging, musste ich vor Wassen nochmals nochmals 30 Minuten anstehen, bis ich endlich auf die Ausfahrt Göschenen konnte. Hierbei kann man natürlich sagen, dass man den Stau am Gotthard immer einberechnen muss. Auf der anderen Seite nervte mich die Sache aber trotzdem, denn schliesslich war dieser Stau in Richtung Süden nicht mein Stau, hatte ich doch ab Göschenen via Andermatt und Furka keinen Verkehr mehr vor mir.
Der ursprüngliche Plan Huerz in Betten Talstation abzuholen und den ersten Zug in Lax zu machen war nun aber dahin. Per Telefon wurde der Kollege nach Niederwald bestellt, währenddem ich es gerade noch an die bekannte Stelle vor diesem Niederwald schaffte, wo das erste Bild des Tages vom R43 514 entstand.
Deh 4/4 II 95 of MGB (Matterhorn Gotthard Bahn) between Fürgangen-Bellwald Talstation and NiederwaldEiligst ging es wieder zum Auto, nachdem am Bahnhof Niederwald auch noch Huerz aufgesammelt war, ging es Deh 4/4 II 95 hinterher nach Münster. Hier wurde der Triebwagen bei der Einfahrt ein weiteres Mal festgehalten. Kaum abgedrückt, waren wir erneut im Auto um den Zug bei Obergesteln nochmals zu erlegen.
Da für den nächsten Zug mit Nummer 518 kein Deh 4/4 angekündigt war, entschieden wir uns nach diesem Bild das Goms einmal ganz hinunter zu fahren, um in Mörel dem 522 aufzulauern. Der erhoffte Triebwagen kam diesmal in Form von Deh 4/4 I 52.
Da es im unteren Goms längere Zahnstangenabschnitte gibt, war es kein Problem diesen Zug zu verfolgen. Konkret standen wir etwas oberhalb von Grengiols, bei Lax, sowie an den bekannten Stellen bei Niederwald und Münster.
Helfen die Zahnstangen im unteren Goms bei der Verfolgung der Züge, fehlen sie im Obergoms komplett. Zugverfolgungen östlich von Niederwald sind daher eher schwierig. Dies mussten wir auch bei R45 feststellen, den wir gerne noch zwischen Ulrichen und Obergesteln gemacht hätten. Obwohl nur etwa eine Minute fehlte, gab es somit kein weiteres Bild von diesem Zug. Wir verschoben uns deshalb zur Stelle bei Bie. Hier wurde 526 gezogen von Deh 4/4 II 96 festgehalten. Trotz der fehlenden Zahnstange wurde auch diesmal ein Verfolgungsversuch gestartet. Dieser hätte eigentlich auch geklappt, da sich aber im dümmsten Moment meine Blase meldete, blieb mir auch hier ein zweites Foto verwehrt.
Als nächstes ging es nun nach Rekingen, wo wir uns nicht so ganz sicher waren, ob wir Glacier Express 904 knapp verpasst hatten. Wie sich herausstellte, hatte dieser aber eine grosse Verspätung. So konnten wir an dieser Stelle den 904 mit HGe 4/4 II 101, wie auch den 530 mit Deh 4/4 I 54 festhalten.
Da es in der Folge abermals nicht mit der Verfolgung nach Ulrichen reichte, kauften wir uns beim lokalen Volg unser Mittagessen und stellten uns schliesslich in Obergesteln für den 534 auf. Dieser kam mit dem bereits bekannte Deh 4/4 II 95.
Wie man auf dem Bild gut erkennt, hatten Züge aus Brig nun kein Frontlicht mehr. Da die R45 von Brig nach Andermatt alle verpendelt sind, bedeutete dies, dass es in der Folge keine Deh 4/4 Bilder mehr geben sollte. Wir probierten trotzdem noch die Gegenrichtung der Stelle bei Biel, mussten aber feststellen, dass wir kein Seitenlicht mehr hatten. Besser war dies bei der Stelle in Blitzingen, wo wir den nachmittäglichen Glacier Express 905 mit HGe 4/4 II 104 erlegten.
Da auch dieser Zug über die Zahnstangenabschnitte im unteren Goms musste, war klar, dass wir ihn bei Bitsch nochmals erlegen wollten. Leider wurde dieses Unterfangen von einer Fotowolke vereitelt. So ging es erneut hoch nach Geschinen, wo wir uns dem R45 561 widmeten.
Kurz später standen wir auf der anderen Seite der Haltestellt für den 907, wobei auch dieser nicht ganz ohne Wolkenschaden gelang. Etwas genervt ging es anschliessend weiter, wobei der Glacier nochmals bei Grengiols festgehalten wurde.
Abermals in Bitsch angekommen, schienen erneut Wolken ein geeignetes Bild dieses Zuges zu verhindern. Wie durch eine glückliche Fügung, verzogen sich diese aber mit der Durchfahrt des Zuges, so dass wir Stelle doch noch im guten Licht umsetzen konnten.
Während sich Huerz nun in Richtung Berner Oberland verabschiedet, stand für mich noch der Rückweg durchs Goms und über die Furka an. Da ich bei dieser Fahrt die ganze Zeit in der Sonne fuhr, wollte ich das letzte Licht für einen finalen Schuss nutzen. Ich stellte mich deshalb erneut in Geschinen auf. Wie sich zeigte, sollte es allerdings extrem knapp mit dem Bergschatten werden. Auf den allerletzten Drücker klappte es dann aber dpch noch den ABDeh 4/8 2024 den Chip zu bannen.
Zufrieden ging es anschliessend über den Pass, wobei ich nicht schlecht staunte, als ich in Andermatt am Bahnübergang warten musste, weil der ABDeh 4/8 2024 noch einmal an mir vorbeiziehen wollte. Dies zeigte, dass die Züge im Bereich des Furkabasistunnels und des Userentals trotz Flaschstrecke wohl nicht all zu schnell fahren.
















