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Auf der Insel im Frühling - weiter nach Norden. Teil 3/8

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Samstag 22 Mai 2022 / Aberdeen – Perth
Früh mussten wir heute raus, mal wieder. Zu früh fürs Frühstück, doch zum Glück haben wir uns gestern im Tesco ja noch Kekse besorgt. Toll, nicht! (als Aussage, nicht als Frage gemeint ;)).
Um 6:45 Uhr wollten wir schon an der ersten Stelle stehen. Genau jene nördlich von Stonehaven, wo wir gestern Abend noch bis zum Schluss auf den Güterzug gewartet haben. Das Aufstehen fiel schwer, aber die Sonne vor dem Fenster entschädigte relativ gut. So kamen wir pünktlich aus dem Zimmer und 5min später aus dem Hotel. Der Weg durch die ewigen Gänge wurde nicht kürzer über Nacht.
Der Morgen war fantastisch klar und kühl, und alles war noch Nass vom Regen letzte Nacht. Die Stelle erreichten wir pünktlich wie die Eisenbahn und der Blick in RTT verriet; wir sind nicht zu spät. Es folgte der Grund für das frühe Aufstehen, der Nachtzug von London nach Aberdeen. Aber vorher kam noch ein bisschen normaler Verkehr. Ausser einem HST der gerade noch mit der letzten Fluselwolke ein meet&greet hatte, war auch alles prächtig in der Sonne. Der Abschluss bildete der GR LNER nach London. Und davor kam auch noch ein 125er nach Aberdeen, also nicht als Nachschuss. Sogar ein 5-Teiler, huiuiui.

67 – Wir sind wieder nördlich von Stonehaven. Wieder auf der Brücke von gestern Abend. Jetzt passte das Licht und die Sonne war auch da. Wir beginnen alles mit einem Drohnenbild von einem HST nach Glasgow.

68 – Zum Warmschiessen mit der grossen Kamera ein Nasentürer im Nahverkehr. 158 733 in der gefälligen ScottRail Lackierung.

69 - 7 :22 Uhr und schon ist es Zeit für den Star des Morgens und für den Grund unseres frühen Aufstehens. Eine Class73 hat den Caledonian Sleeper hinter sich und fährt diesen Zugteil nach Aberdeen.

70 – Und natürlich auch noch vom Standpunkt unten.

71 – Schon wieder ein Nasentürer … da wird man mal etwas kreativ.

72 – Auch CrossCountry ist am frühen Morgen schon aktiv. Dieser Voyager geht auch nach Aberdeen.

73 – Und um kurz vor 8 Uhr der erste HST nach Norden.

74 – Diesen HST auch noch mit der Drohne etwas weiter hinten fotografiert.

75 – Und noch der LNER GR Azuma Service nach London.

76 – Einmal noch das « Grosse Ganze » mit der Drohne und eben diesem Azuma Service.


An der Stelle hatten wir einmal alles, was man bekommen kann, inkl. Cross Country die sich auch ab und an mal bis Aberdeen verirren, aber wirklich nicht oft.
Die nächste Stelle war dann so nicht unbedingt geplant. Eigentlich hatten wir nicht mehr so richtig die Idee bis am Nachmittag. Aber wir taten mal, was wir am besten können, spontan die richtigen Entscheidungen treffen. Immerhin sind wir überzeugt von dem, was wir tun, und das ist ja schonmal etwas ;).
Gleich weiter südlich bei Muchalls gibt es zwei «grosse» Brücken im Küstenabschnitt. Am Vormittag mit der grossen Kamera schwierig bis unmöglich, für die Drohne hingegen ein leichtes. Und so platzierten wir uns an der nördlicheren der beiden Brücken. Dazu wieder mal in einem Wohnquartier parken und dann mit den Füssen da hin.
Ein kleinen Abstieg in ein Tal, eine Bachüberquerung und bissle Kletterei später waren wir da wo wir wollten. Und die Stelle mit der grossen Kamera wäre wirklich wirklich schön, wenn da nicht irgendjemand eine Handyantenne voll ins Motiv geklatscht hätte. Also nicht die Sorte «weit hinten, der Perfektionist stört sich daran» sondern die Sorte «steht mitten im Bild».
So half uns ein offenes Gatter als leicht erhöhter Standort und die Drohne flog immer friedlich aufs Meer hinaus für Querschüsse mit der Brücke und der «Steilküste». Das Hauptziel natürlich, HST nach Norden. Gleich zwei Stück kamen gegen 10 Uhr, einmal aus Edinburgh und einmal aus Galsgow. Der von hinten kam auch noch … und natürlich Nasentürer und 3-Teiler, die da teilweise auch noch im Lokalverkehr eingesetzt werden. Das war alles höchst erfreulich und wir konnten weiter machen. Ja äh, und alles .. also fast alles in der Sonne. Nur ein bisschen Regionalverkehr ging schief, alles andere klappte einwandfrei in der Sonne. Hatten wir mal ein Glück.

77 – An der nördlichen Brücke von Muchalls lag die nächste Stelle. Das Meer im Rücken bzw. auf der Seite. Mit der Grossen Kamera haben wir mal auf diese Class 170 draufgehalten.

78 – Es folgte schon X-Country mit dem Voyager nach Süden. Der erste zaghafte Versuch mit der Drohne etwas von der Küste drauf zu haben.

79 – Beim LNER GR traute ich mich schon weiter raus. Der Zug ist als langer weisser Streifen auch perfekt für solche Sachen.

80 – Es kam einiges an HST’s. Mit diesem Zug dann weiter vor zur Brücke.

81 – Und für diesen hier dann noch runter …

82 – Für den ersten HST nach Norden dann mit der Grossen Kamera nochmal hinauf auf das Gatter gestiegen.

83 – Und nur 25min der nächste HST. Wir hatten ja sowieso schon riesiges Glück mit der Sonne … und auch er hier klappte.

84 – Und der Nachschuss. Und hier sieht man auch was ich mit der «Handyantenne steht im Bild» meine ;).


Ein nächstes Ziel hatten wir auch schon, eine Strassenbrücke bei Drumlithie. Bereits am Ende des kurvigen Abschnitts südlich Stonehaven in den Hügeln, wo wir eh als nächstes dann hinwollten.
Ein Zug blieb uns für die Stelle, ein HST nach Norden, wobei die Sonne für den eigentlich schon fast zu weit rum war. Mit dieser einen Chance schmissen wir uns wieder auf die Hauptstrasse. Und ob das eine gute Idee war? Denn wo wir an der Küste in unserem Bereich immer in der Sonne waren, war da hinten alles dunkel. Aber eben doch nicht, man sieht es halt aus der Ferne nicht? Denn es gab da ein zuständiges blaues Loch. Und das hielt sich sogar pünktlich bis zum Zug. Ja wunderbar was hier so klappt.

85 – Bei Drumlithie wieder ein HST Nordwärts.


Für die eigentlichen angedachten Stellen waren wir IMMER noch zu früh. Ja jesses aber auch. Aber da geht noch mehr bei Newmill. Also vielleicht? In einer Innenkurve direkt an der lustigen Blockstelle. Die Blockstelle ist eine Überleitstelle, aber nur in eine Richtung. Und ein Bahnübergang gehört dazu, der aber nur geöffnet wird, wenn der Blockstellenwärter ein Auto sieht und die Schranken gerade öffnen kann. So kann man sich das Leben auch leichter machen ;) – denn viel Verkehr ist auf der kleinen Strasse nicht.
Wir wollten aber nicht drüber, wir pflanzten uns in die Innenkurve und warteten mal. Zwei HST und etwas Nasentüriges sollte kommen. Und alles ging voll im Licht ab, obwohl es über, hinter, vor und neben uns dunkel war. Das war schon wieder viel Glück, und so könnte es gerne weiter gehen.

86 – Bei Newhill in der Innenkurve. Diese Tafel am Rand kündigt den Bahnübergang an welcher direkt an der Blockstelle die Gleise quert. Und dieser Bahnübergang wird nur geöffnet wenn ein Auto kommt.

87 – Der Nachschuss auf den Nasentürer. Iiik … aber die Kühe standen gerade so gut ;).

88 – Denn als der erste HST kam waren die Kühe ans andere Ende der Weide verschwunden.

89 – Dem ersten HST folgte mit 8min Abstand gleich ein zweiter. Es ist schon verrückt viel los da oben.


Wir hatten alles, was wir wollten und waren jetzt vollends ideenlos für den Moment. Ausserdem war gerade mal eine Stunde Zugpause. Zeit die wir zum Einkaufen nutzen konnten. Dafür mussten wir zwar wieder vor nach Stonehaven, aber das waren ja kaum 10min. Der COOP hatte alles was wir wollten und schon waren wir wieder zurück. Das fahren in dieser Wetterstimmung über die kleinen engen Strassen, einfach herrlich! Diesmal stellten wir uns oben in die Aussenkurve, weiter hinten. Die 30° Seitenlicht waren gerade so da und es konnte los gehen.
Was wir heute früh an Glück hatten, hatten wir in der nächsten Zeit dann an Pech, so wirklich klappen wollte kaum ein Zug. Was vor allem um den LNER nach Norden eine Schande war.
Aber es wartete sich äusserst gemütlich im Auto, an den kaum befahrenen Weg in einer Feldeinfahrt. Es brauchte wirklich ein paar Züge, denn die Wolken hatten ein sehr gutes Timing. Angesichts dessen, dass es aber schlechter angekündigt war, konnten wir gut damit umgehen ;). Der letzte HST klappte dann perfekt, auch wenn wir ihn nicht unbedingt da schossen, wo wir wollten. Die Variationen wurden zahlreich nach den vielen Zügen. Und so erwischts halt mal ein Zug im Vollicht an einer Position an der man nicht unbedingt stehen müsste.

90 – Wir stehen nach dem Mittag schon wieder bei Newhill, diesmal hinten in der Aussenkurve. Wir brauchten einige Züge bis es langsam klappen wollte. Der erste Zug im Licht war diese Class170 von Aberdeen.

91 – Auch die HST’s trauten sich dann langsam mal im Licht durch.

92 – Und nochmal einer …

93 - … und nochmal einer ;).


Und dann wieder auf zur Küste. So gemütlich es war, wir konnten und wollten nicht ewig da sitzen. Also ein letztes Mal die Schmale kleine Strasse nach vorne, immer in der Hoffnung auf keinen Verrückten zu treffen der mit einen Affenzahn hinter der nächsten Hecke hervorschiesst.
An der Küste vorne gleich nördlich von Stonehaven konnte man um die Uhrzeit bereits wieder stehen. Das Meer diesmal nicht im Rücken sondern direkt vor einem. Wir wählten diesmal die südlichere der beiden Brücken bei Muchalls. Die ist von unten toll, mit der Drohne hingegen einfach der Knaller, also die Ecke, nicht zwingend die Brücke.
Der Parkplatz war nicht im Motiv, sondern im nächsten kleinen Weiler – Bridge of Muchalls (wie passend ;)), dafür musste man dann wieder die 4-Spurige Hauptstrasse queren. Da gibt es sogar eine Bushaltestelle, aber für Fussgänger ist das also … nicht unbedingt gebaut. Wobei der Busfahrplan da sogar von einem Stundentakt spricht.
Das Warten an der Stelle war aber gemütlich, auf der alten Strasse sass es sich gemütlich in der Sonne und die Brise wehte um die Nase. So wird man sogar in Schottland ein bisschen braun. Der Blick fiel aufs Meer und auf eine Regenwolke die langsam aufs Meer hinauszog. Beim ersten HST war das Licht gerade so am kommen, bei den nächsten dann perfekt. Was nicht so mitspielte waren die Kühe auf der Weide unter uns. Die kamen zuerst alle zu uns, unmöglich im Motiv, und als wir als nicht spannend genug taxiert wurden liefen sie wieder davon. Natürlich nicht wieder zurück ins Motiv.

94 – An der südlichen Brücke bei Muchalls war die nächste Stelle. Die Sonne im Rücken, die Wolkenfront vor der Nase. Da passt dieser «lange» HST ja perfekt ins Bild.

95 – Auch ein LNER nach Süden gibt es um die Uhrzeit noch … ok es war auch erst 15 Uhr ;).

96 – Eine Regenwolke zog vor uns langsam aufs Meer. Da musste man sogar für einen Nasentürer mal hinstehen.

97 – Und natürlich auch für diese Class170.

98 – Für die nächsten HST summte es wieder in der Luft, die Drohnen starteten wieder.

99- Und der selbe Zug noch von unten.

100 – Die Brücke mit etwas mehr Tele für den nächsten HST. Variationen sind schon ohne Verschiebung möglich.

101 – Und eben dieser Zug noch mit der Drohne hinten in der Kurve.


Ein letztes Motiv hatten wir dann noch, als wir in dem Abschnitt zufrieden waren. Die Brücke von gestern Abend, bzw. von heute Früh in die Gegenrichtung bei Stonehaven. Nichts Spektakuläres, aber auch nichts zu verachten. Zudem war ein Güterzug von Aberdeen in den Süden im Plan, und den konnte man da wunderbar mitnehmen. Gewechselt haben wir auf einen LNER nach Norden.
Mit den Wolken wurde es da oben zwar zusehends schwieriger, wobei immer noch gut Chance auf Sonne bestand. Ein bisschen was klappte auch, inkl. dem GR nach Aberdeen. Was nicht losfahren wollte war aber der Güterzug. Zur Planzeit wäre also perfekte Sonne gewesen. Als die Sonne dann hinter einer dicken Wolkenwand verschwand war es gut. Ohne Güterzug, der kam nämlich einfach gar nicht mehr. Eine Leiche im Fahrplan.

102 – Wieder nördlich von Stonehaven, an der Brücke vom Vormittag. Wir schauen im Gegenlich Class 158 703 auf die Fronttüre.

103 – Auch ein 170er nahmen wir mit, wenn auch gerade so in der Sonne.

104 – Der Grund um an die Stelle zu fahren, der GR LNER Azuma nach Aberdeen.

105 – Und mit der Drohne ein paar Meter weiter nördlich.

106 – Der Standpunkt direkt auf der Brücke war für Südfahrer auch nicht zu verachten, auch wenns nur ein Nasentürer ist. Die HST versteckten sich in dieser Stunde.

107 – Der Nachschuss mit der imposanten Wolkenfront. Die zog jetzt rein …


Ab ins Hotel in Perth. Das hatten wir im laufe des Nachmittags gebucht. Oder vielleicht doch nicht? Es war ja noch nicht sooo spät, und vielleicht taucht man auf der Fahrt nach Süden nochmal unter den Wolken durch? Das wollte nicht so richtig, denn es zog von Westen her der ganzen Küsten entlang zu. Bei Dundee konnte ich Gubi aber nochmal zu einem Zwischenhalt bewegen. Die Grosse Brücke von der Abendseite wollte ich mir zumindest mal anschauen. Und da, mit nur 30min warten, auch nochmal ein LNER GR auftauchen sollte überredete ich ihn noch etwas länger zu warten. Sonne gab es keine, die schien nur weiter hinten, aber mal schauen, was aus der Kunst geworden ist.
Die Stelle sowieso überaus nett, in dem Bereich hat man auf die Uferbebauung geachtet. Ansonsten ist Dundee am Ufer, naja … nicht gerade eine Perle. Auch zum Hinkommen nicht, was für ein Verkehrschaos wieder, wie gestern schon. Und dabei ist die Bahnanbindung gar nicht mal so schlecht.

108 – Bei Dundee auf dem «vorbeiweg » nochmal an der Tay Bridge. Ein Class170 Triebwagen nach Edinburgh fährt gerade die Brückenrampe hinauf.

109 - Ein GR Azuma fährt nach Aberdeen über das imposante Bauwerk.


Der LNER kam pünktlich und unser Plan ging daher auch auf. Wir haben uns in Perth in ein Holiday-In Express gebucht, direkt an der nördlichen Stadtausfahrt und direkt neben einem Restaurant. Die Küche da sei bis 21 Uhr geöffnet, und das war unsere Deadline. Das funktionierte alles perfekt und um 20:55 sassen wir am Tisch.
Gubi gönnte sich Spareribs und ich mir einen Fleischklops. Dazu mal wieder ein gescheites Bier. Dass man Trinkgeld nur Cash geben kann, war dann das Pech der (wirklich flotten) Bedienung. Denn sowas besitzen wir nicht, zumindest nicht in der richtigen Währung. Es wurde uns aber versichert, dass es schon gut sei so, ja dann :-).
Und dann ab ins Bett. Morgen wird es etwas schwierig, meinen die Wetterprognosen. Also eigentlich sollte es kaum Sonne geben, WENN DANN noch in Richtung Glasgow. Das war alles nicht weit und wir planten mal so. Das heisst, ausschlafen morgen, juhuuu! ;).

[hr]

Sonntag 22. Mai 2022 / Perth – Newtonmore
Ein Tag zum vergessen, also zumindest laut Prognose. Trotzdem starteten wir motiviert in den Tag. Das lag vor allem daran, dass wir ausschlafen konnten ;). Erst um 8 Uhr sind wir runter zum Frühstück. Und das war ganz ordentlich, dafür dass man am Abend vom Buffet noch überhaupt nichts sah. Es gab wieder mal Bohnen und Rührei, und das Rührei war gefühlt sogar von richtigen Eiern. Also nicht so das Trockenzeug das dann mit (meist viel zu viel Wasser) aufgeschäumt wird.
So lässt es sich doch noch entspannter in den Tag starten. Das Ziel am Abend war klar, irgendetwas in den Highlands. Aber bis dahin? Wetter wäre, wenn dann überhaupt, in Richtung Glasgow. Und da führt ja immerhin die Rennstrecke nach Inverness und Aberdeen durch (also von Glasgow). In der Summe gibt das aber ein paar Züge um die Mittagszeit. Im Regen starteten wir. Die Schranke liess uns raus und über die Autobahn nach Südwesten erreichten wir die angedachten Stellen bei Gleneagels nach nicht mal ganz 20min fahrt. Das war ja einfach!
Nun denn, es regnete noch immer und wir standen in der Nähe einer wirklich netten Strassenbrücke. Da gibt es sonst nicht viel. Aber wie so oft blieben wir nicht allein, ein Mini fuhr ran, ein älteres Ehepaar mit Hund stieg aus und ging spazieren. Da wohnt man auf dem Land und fährt dann mit dem Auto irgendwo hin, um den Hund Gassi zu führen?
Der Regen liess dann zum Glück nach und wir trauten uns mal ganz vorsichtig raus und hielten die Nase in den Wind. Mhmhm .. hier lässt sichs warten. Ein erster HST kam dann bei ziemlicher Dunkelheit. Aber da folgt gleich ein zweiter, der hatte zwar Verspätung, aber er war nicht mehr weit. Und das blaue Loch da, woher es auch immer kommen mochte, war auch nicht mehr weit. Es zog über die Wiese von hinten laaaangsam ran. Und hinten der Zug und alles war ungefähr gleich schnell. Also nicht ganz, der Zug war zu langsam. Nur den Bruchteiler einer Sekunde, aber zu langsam. Da man aber irgendwie keinerlei Chance auf Sonne hatte zählte das schon fast als Erfolg ;). Wir warteten noch ganz kurz auf einen weiteren HST von Norden und das wars dann.

110 - Bei Gleneagels positionierten wir uns auf einer Strassenbrücke zum Zeitervertreib. Das liegt an der Hauptstrecke von Glasgow nach Perth. Und obwohl man überhaupt nicht auf Sonne spekulieren konnte war dieser HST ziemlich doll angestrahlt.

111 – Da ging auch der Nachschuss, mit der dunklen Regenwand.

112 – Der nächste HST fuhr nach Glasgow.


Die Stelle war durch, mehr Glück konnte man nicht erwarten, und wir positionierten uns um. Nicht weit, nur eine Brücke weiter nach hinten. Die Strasse dahin war gesperrt, ab irgendwo. Wir wollten aber nur 200m weiter nach vorne, also umfuhren wir das Schild gekonnt und stellten uns dann bei der Brücke an den Rand. Für eine gesperrte Strasse kam zwar ganz schön viel Verkehr, aber wir standen gut. Okok, der Verkehr kam meistens zweimal, einmal nach hinten und 10min später wieder zurück.
Wir sassen irgendwie am richtigen Ort. Denn schon wieder zog langsam eine blaue Störung in der ansonsten absolut geschlossenen Wolkendecke auf uns zu. Müsste sie nur noch zielen? Das Glück war uns auch bei den nächsten beiden Zügen nicht hold. Der HST kam im dunkeln und der LNER (Inverness – London) bekam auch nicht so richtig die volle Sonne ab.

113 – Nur eine Brücke weiter Nordöstlich standen wir schon wieder und hofften auf einen Sonnenspot. Diesmal klappte es nicht so wirklich. Der HST kommt aus Glasgow und fährt nach Inverness.

114 - Dieser GR Azuma (Inverness – London) wirft zwar so etwas ähnliches wie ein Schatten, aber «heller als einfach nur hell» war es dann auch nicht.


Die Zeit war gekommen, wir hatten keine Lust mehr. Viel eher mussten wir auch «langsam mal los», um nicht erst um 18 Uhr am Hotel zu sein, das wäre ja noch. Wobei die Distanzen grösser scheinen als sie sind. Von Perth ist es gerade mal eine Stunde nach Newtonmore, welches inmitten der Highlands an der Strecke nach Inverness liegt. Also eilig hatten wir es auf alle Fälle schonmal nicht.
Es blieb mehr als genug Zeit in Perth am Stadtrand einem Tesco mit Tankstelle einen Besuch abzustatten. Die Vorräte wurden gefüllt und ebenso der Tank der Karrossa. Bei Tesco scheint der Sprit günstiger zu sein als sonst überall, was da für Menschenmassen an einem Sonntag auf eine freie Zapfseule warteten?!
Im Tesco gab es alles was wir wollten und als wir aus dem künstlich belichteten Geschäft kamen, standen wir inmitten eines riesigen blauen Loch. Das Wetter ist echt mühsam, es ist «kann immer was klappen Wetter». Und wenn etwas klappt, dann richtig. Aber bis etwas klappt braucht man viel viel Geduld und noch mehr Glück. Das blaue Loch nahmen wir aber zum Anlass sowohl den Fahrplan wie auch die Karte wieder hervorzukramen.
Eine Stelle in der Nähe von Laguna (nördlich von Perth) war schnell ausgemacht, nur für die Drohne, aber was solls. Wenn es eilt, darf man nicht so wählerisch sein. Die Stelle lag bei einem BÜ zu einem einzelnen Grundstück. Natürlich nur für autorisierte Personen zur Nutzung freigegeben. Es gab keine Schranken, nur je ein Gatter vor und hinter dem Gleis. Und eine Ampel, die war grün und wird wohl rot, wenn ein Block eingestellt wird? Interessante Konstruktion. Und auch ein Telefon hing da, gar nicht alt.
Wir waren zu unserer Enttäuschung etwas zu weit gefahren, oder zu wenig weit? Auf jeden Fall schloss sich das Loch bei uns ein paar Minuten vor der Zugdurchfahr pünktlich. Und der doppelte Nasentürer kam im Schatten.
Künstlerpech, und so holperten wir halt zurück. Uns zog es nach Norden, hinein in die Highlands. Die zwar auf der Strecke nach Inverness gar nicht so wirklich Wild sind, aber etwas Fjell Charakter gibt es schon zu erleben. Also ewige kahlen Bergflanken, trotzdem bunte Wiesen und kaum ein Baum. Nur entlang von der Eisenbahn, da gibt es viele Bäume. Aber nicht überall zum Glück.
Wir rauschten mal ein bisschen durch und schauten nur hier und da mal über den Tellerrand, um ein paar Stellen zu sichten. Das erste Mal ernsthaft probiert haben wir dann etwas beim Spurwechsel von Dalnacardoch. Auf einer der wenigen Strassenbrücken überhaupt in dem Gebiet.
Das war aber alles schon arg eingewachsen, für die Tageszeit nichts mehr, was man wirklich machen kann. Aber da wir sowieso nix besser zu tun hatten blieben wir mal da und assen endlich unser Mittagessen.
Zugverkehr war auch, aber nur einmal hatten wir wirklich die Musse etwas damit zu unternehmen. Ein DoppelterDoppelNasentürer (DDNT) rollte heran und schon wieder flutschte etwas Blaues um die Sonne herum. Bei uns war das nichts, aber weiter vorne? Die Drohnen flogen. Gubi flog zu weit und bei ihm war es schon wieder dunkel, ich positionierte mich (anscheinend) geschickter und es gab das erste richtige Sonnenbild für heute. Wohoo, kein Tag ohne Sonnenbild – mal schauen, ob wir den Urlaub so in der Statistik führen können ;).

114 – Nächst dem Spurwechsel Dalnacardoch fährt dieses Class158 Doppel in Richtung Inverness.


Wir warteten noch etwas weiter, aber es geschah nichts mehr, was man erwähnen müsste. Ausser, dass das Warten in den Highlands einfach nur gemütlich war, auch wenn das Wetter heute nicht wollte. Es ist erst Sonntag, wir haben noch ganz viel Zeit … und die wollen wir uns auch nehmen.
Denn der richtig spannende Abschnitt wurde anschliessend angeschaut. Newtonmore erreichten wir gegen 18 Uhr, alles ganz entspannt also. Das Hotel, ein kleines aber feines Haus mitten im Städtchen, hatte unsere Reservation erhalten und gab uns Zimmer 10. Wieder mal wie immer, rauf, rüber, Türen, Türen und dann steht man vor dem Zimmer. Aber es ist schnuckelig, nicht zu gross, nicht zu klein, mit Blick in den Süden.
Apropos, der tägliche LNER nach Inverness war noch ausstehend. Der ist im Plan gegen 19 Uhr hier oben. Plan war schonmal nicht, 20min hatte er heute drauf. Wie lange ist die Küche auf? Die Frage musste geklärt werden, wenn wir nochmal raus wollen. Bis um 20 Uhr gibt es warme Speisen. Ob man uns einen Tisch reservieren solle? Das Lokal war nicht mal zu 1/3 gefüllt, aber gerne.
Das müsste passen, weit kommen wir deshalb zwar nicht für den LNER, war aber auch gar nicht nötig. Kaum eine Meile weiter nördlich gibt es die Fläche. Und da würde es – so Sonne scheint – auch Seitenlicht geben. Ja äh Sonne … wieder einmal (heute haben wir es mit den blauen Löchern) zog da eins in unserer Gegend rum. Und wieder einmal, so hatten wir es auch an jeder Stelle heute, zeigte uns die Sonne wie es ausschauen würde WENN sie denn im richtigen Moment scheinen würde.
Der LNER kam zu spät, zu spät für den Sonnenspot, wobei so viel wieder nicht gefehlt hätte. Aber er bekam noch gut etwas Streulicht, da wird man etwas draus zaubern können am Computer. Auf etwas weiteres zu warten, lohnte sich nicht, das Abendessen rief.

115 – Kurz vor dem Sonnenuntergang – wenn sie denn da wäre – am Ortsrand von Newtonmore. Der tägliche LNER Azuma von London nach Inverness fährt gerade durch die Highlands.


Nach einem «ganz schnell frisch machen» liessen wir uns an unseren Tisch führen. Das Lokal war jetzt deutlich besser besucht. Und nicht unbedingt mit Hotelgästen. Das Abendessen war lecker, das Bier schmeckte und der Gin Tonic passte hervorragend zum Abschluss. Ja, so darf ein Abend immer enden.
Bei der Feierabend-Zigarette draussen wurde ich noch richtig verregnet und so musste alles etwas schneller gehen als üblich. Es regnete, iiiihk. Schon wieder ;). Der Plan für morgen steht, das Wetter ist in der Gegend nur am frühen Morgen gut angekündigt, danach nicht mehr. Dafür soll es um Fort William und Malaig ganz nett werden, also stechen wir da rüber. Dafür gibt es gleich zwei Caledonian Sleeper an einem Vormittag zu sehen. Und Dampfloks … ohje Dampfloks. Und Härrsischlotterviadukt. Ich bin gespannt!